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topplus NextGen Bauer

Was hilft gegen die Kluft zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern?

Zwischen erfüllbaren Wünschen und unrealistischen Erwartungen: Wie können sich Landwirte und Verbraucher wieder annähern?

Lesezeit: 4 Minuten

NextGen Bauer

Dass man auch in turbulenten Zeiten den Mut und Erfindergeist nicht verlieren sollte, beweisen fünf Landwirtinnen und Landwirte, die wir auf die Internationale Grüne Woche in Berlin eingeladen haben. Sie alle haben kreative Ideen und den Wunsch, die Zukunft selbst zu gestalten.

Auf der Bühne des Forum Moderne Landwirtschaft haben wir uns mit den erfinderischen Köpfen ausgetauscht. Vom regionalen Haferdrink, über Reisanbau in Brandenburg, einen Sauenhalter, der seinen Betriebsschwerpunkt verändert, bis hin zu Social Media in der Landwirtschaft und einer jungen Frau, die über Umwege den elterlichen Betrieb übernimmt, war alles dabei. Wie kann die nächste Generation „Bauer“ aussehen? 

„Man muss Menschen ansprechen, um ihre Wünsche zu kennen und sie erfüllen zu können“, sagt Sauen- und Legehennenhalter Markus Lehmenkühler, der Eier direkt vermarktet. Gemeinsam mit anderen Landwirtinnen und Landwirten spricht er auf der Bühne des Erlebnisbauernhof auf der Grünen Woche in Berlin und versucht die Landwirtschaft aus Sicht der Kunden zu sehen.

Guido Leutenegger, gebürtiger Schweizer, bringt es auf den Punkt: „Menschen wollen Kühe draußen und Schweine in der Erde wühlen sehen. Kosten sollen die Produkte aber möglichst wenig. Wir müssen daran arbeiten, diese Schere zu schließen“, sagt er.

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Doch wie kann das funktionieren? Mit Transparenz. Da sind sich die fünf erfinderischen Köpfe einig. Immer mehr Konsumenten laufen mit offenen Augen durch die Supermarktregale. So nimmt es zumindest Stefan Vogelsang wahr, der einen Gemischtbetrieb mit Kühen, Sauen und Ackerbau leitet und seinen Alltag bei Instagram teilt. „Seitens der Politik gibt es immer mehr Infos durch Labels. Und es gilt sie zu verschlanken in ein klares System“, sagt er. Vorhandene Daten müssten lückenlos zum Produkt im Regal durchgegeben werden.

Aufklärung schafft Transparenz

Für die Aufklärung wirbt auch Lucas Fockenbrock, einer der drei Ährenbrüder, die einen Haferdrink vom Milchkuhbetrieb produzieren: „Tierwohl ist ganz wichtig un dein gesteigertes Umweltbewusstsein. Es besteht eine Erwartungshaltung an die Landwirtschaft, Emissionen einzusparen. Unsere Aufgabe ist es, Verständnis bei Verbrauchern zu kreieren, was wir bereits für einen besseren CO2-Fußabdruck tun und wo Emissionen unumgänglich sind, weil wir Lebensmittel produzieren.“ Wiederkäuer stoßen zwar Methan aus, erfüllen jedoch ihren Zweck und haben einen Platz in der Natur.

„Imagepflege ist immens wichtig“

Um genau diese Zusammenhänge zu vermitteln, ist Öffentlichkeitsarbeit – auch in Form von Social Media – ein wichtiger Hebel. Von Landwirtinnen und Landwirten ist Eigeninitiative gefragt, findet Hofnachfolgerin Elise Köhler. „Wenn man die Chance zu Informationen nicht gibt, funktioniert es nicht. Jeder Verbraucher hat zwar die Pflicht, sich selbst zu informieren, aber wir können die Hürde senken“, sagt sie. Der Auftritt in sozialen Medien ist auch für Stefan Vogelsang „wichtige und gut investierte Zeit für den ganzen Berufsstand“.

Der Auftritt in sozialen Medien ist wichtige und gut investierte Zeit für den ganzen Berufsstand.“
Stefan Vogelsang

Guido Leutenegger hingegen hat damit aufgehört. Für ihn wurde Facebook zunehmend zu einer „Hassplattform“. Die Kommunikation bietet er nun auf anderen Wegen, bspw. über einen Newsletter. Elise Köhler konterte mit einem großen Aber: „Imagepflege ist immens wichtig.“ Ein direkter Erlös daraus sei schwer messbar, es sei viel Aufwand und nerve auch manchmal. „Aber wir müssen dran bleiben, um indirekte Werbung mitzunehmen“, sagt sie.

Menschen auf den Hof holen

Um fachliche Informationen zu verbreiten, sind auch Lehrkräfte ein wichtiger Multiplikator. Um mit Schülern und Lehrern in direkten Kontakt zu treten, lädt Markus Lehmenkühler jährlich die sechsten Klassen der örtlichen Schule zu sich auf den Hof ein. „Ich finde es wichtig, dass alle einen Blick in einen Schweinestall werfen. Und sobald die Kinder die kleinen Ferkel sehen, ist das Eis gebrochen“, schmunzelt er. Seiner Erfahrung nach entsteht am Ende des Tages ein cooles Klassenfoto und die Kinder nehmen vieles unterbewusst wahr.

Durch die Treckerdemos in den vergangenen Wochen sind die Herausforderungen der Landwirtschaft in den Fokus gerückt. „Wir haben das Scheinwerferlicht nun auf uns gerichtet. Jetzt müssen wir am Ball bleiben, um den Kontakt zu Verbrauchern nicht zu verlieren – egal ob online oder offline“, sagt Elise Köhler.

Wir sind wandlungsfähig und können jede Herausforderung meistern. Verbraucher müssen es allerdings bezahlen."
Stefan Vogelsang

Lucas Fockenbrock hakt ein: „Am Ende trifft der Verbraucher die Entscheidung, ob er das Produkt aus der Region nimmt. Dadurch kann er die regionale Landwirtschaft an dem Trend teilhaben lassen“, sagt er. Und kurzum gesagt, trifft Stefan Vogelsang den Nagel auf den Kopf: „Wir sind wandlungsfähig und können jede Herausforderung meistern. Verbraucher müssen es allerdings bezahlen, dann produzieren wir die gewünschten Produkte auch.

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