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Protest in Berlin: „Bioenergie ist unerlässlich für die Energieversorgung“

Verschiedene Vertreter der Bioenergiebranche und andere Experten machten in Berlin deutlich, warum Bioenergie für die Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung nötig ist.

Lesezeit: 4 Minuten

Gegen die Position der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zur Bioenergie gab es am Dienstagabend eine Demonstration vor deren Berliner Bundeszentrale. Die etwa 40 Teilnehmer aus dem Bereich der erneuerbaren Energien sprachen sich gegen die Position der DUH aus, wonach Bioenergie zukünftig praktisch keine Rolle bei der Energiewende spielen soll.

„Gespeicherte Sonnenenergie“

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„Bioenergie ist gespeicherte Sonnenenergie, sie steht jederzeit zur Verfügung und ist damit systemrelevant“, sagte Hans-Josef Fell, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Mit regenerativem Pflanzenanbau entzieht sie sogar dauerhaft CO₂ der Atmosphäre, womit Bioenergie sogar ein unverzichtbarer Beitrag zum Klimaschutz wird“, so Fell weiter. Er unterstützte die Demonstration.

Bioenergie hatte nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) im Jahr 2022 einen Anteil von rund 52 % am Endenergieverbrauch aus Erneuerbaren, gefolgt von Windenergie mit 26 %. Sonnenenergie aus Photovoltaik- und Solarthermieanlagen trug weitere 14 % bei, Wasserkraft und Geothermie hatten einen Anteil von jeweils 4 %. „Bioenergie steht auch im Winter und bei Dunkelflauten insbesondere auch für Nahwärmesysteme zur Verfügung, ihr Einsatz muss deshalb klug geplant werden. Es ist jedoch völlig schleierhaft, wie die DUH die deutschen Klimaziele ohne Bioenergie zu tragbaren Kosten erreichen will“, ergänzte Johannes Lackmann, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), Unternehmer und Initiator der Kundgebung. „Wir wollen keine Konkurrenz zum Lebensmittelanbau und klare Leitplanken für Nachhaltigkeit, aber wer die vorhandenen Potentiale der Bioenergie ausgrenzt, behindert aktiv die Energiewende und den Klimaschutz “, sagte Lackmann.

Lebensmittel und Energie aus der Landwirtschaft

Im Jahr 2022 hatten Erneuerbare Energien nach Zahlen des UBA einen Anteil von gut 20 % am Endenergieverbrauch in Deutschland. Ziel der Bundesregierung ist, bis 2045 die Klimaneutralität zu erreichen. Das bedeutet, dass sämtliche Energien aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Bioenergie kann sowohl im Wärme-, als auch im Strom und Mobilitätsbereich eingesetzt werden. Landwirte haben immer auch schon Nahrungsmittel und Energie geliefert. „Angesichts der dramatischen Erdaufheizung – schon um 2027 werden 1,5° C überschritten sein - müssen wir schon 2030 zu 100 % Erneuerbare Energien kommen – daher dürfen wir keine Klimaschutzoption außer Acht lassen. Eine pauschale Ausgrenzung der Bioenergie ist keine Lösung, die DUH bedient mit der Ausgrenzung der Bioenergien nur die Interessen der Erdgas- und Erdölwirtschaft “, sagte Fell.

Die große Wertigkeit der Bioenergie liege darin, dass sie flexibel einsetzbar sei, so dass sie eine wichtige Ergänzung zur Solar- und Windenergie darstelle. Derzeit würden Biogasanlage regelmäßig im Strombereich zur Versorgung mit Grundlast und häufig ohne Wärmenutzung laufen. Dies sei der falsche Weg. „Biogasanlagen müssen herunterfahren, wenn Wind und Solar Strom liefern, und laufen, wenn Wind nicht bläst und Sonne nicht scheint, dann liefern sie auch die winterliche Nahwärme für viele Dörfer. Hierfür müssen intelligente Entgeltmodelle gefunden werden“, sagte Fell.

Nicht schädlicher als fossile Energie

Gegen die Position der Umwelthilfe wandte sich auch Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio AG. Ärgerlich sei, dass die DUH wiederholt argumentiere, dass Bioenergie, insbesondere Biokraftstoffe, aufgrund indirekter Effekte klimaschädlicher als fossile Energie sei. Der Weltklimarat hatte hierzu in seinem „IPCC Special Report Climate Change and Land“ ausgeführt, dass eine Zuordnung von indirekten Emissionen zu Bioenergie kaum möglich sei. „Man kann als DUH nicht einerseits fordern, dass der Wissenschaft Gehör geschenkt werden muss, und andererseits die Position des IPCC zu Bioenergie ignorieren“, sagte Sauter.

In den letzten Monaten hatte die DUH gegen Bioenergie ins Feld geführt, dass Agri-Photovoltaik auf der gleichen Fläche über ein Jahr gerechnet einen sehr viel größeren Energieertrag hätten als Bioenergie. „Bei Solarstrom müssen wir den Strom vom Sommer in den Winter mithilfe von Speichern übertragen. Batterien oder Wasserstoff sind dafür aber zu teuer. Es würde Hunderte Milliarden Euro kosten, wenn wir Energiepflanzen für Biogasanlagen 1:1 durch Solarstrom ersetzen“, sagte Lackmann.

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