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topplus Legehennen im Mobilstall

Die Mobilstallhaltung steht vor einem Marketingproblem

Während Kunden wissen, was Freilandhaltung bedeutet, wirft der Begriff Mobilstallhaltung oft Fragen auf. Das zeigt die Studie "MobiWohl", in der auch die Tiergesundheit der Legehennen im Fokus stand.

Lesezeit: 3 Minuten

Mobilställe haben sich in den vergangenen Jahren mit großer Dynamik verbreitet. „Sie erfüllen gesellschaftliche Erwartungen, da es sich um vergleichsweise kleine Tierbestände handelt und weil Tierhaltung sichtbar wird“, erklärte Dr. Daniel Gieseke von der Uni Kassel beim Abschluss-Workshop des Projekts „MobiWohl“.

Aber ist die Akzeptanz wirklich höher als die von Festställen? Wie ist die Zahlungsbereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher? Und wie ist der Status quo des Tierwohls? Mit diesen und mit weiteren Fragen haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Kassel und Göttingen sowie des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen beschäftigt.

Gutes Marketing ist entscheidend

„Wir sehen ein Stagnationsverhalten am Markt“, erklärte Prof. Dr. Achim Spiller von der Uni Göttingen. „Deshalb ist gutes Marketing umso wichtiger“, betonte er. Aber ist der Begriff „Mobilstallhaltung“ überhaupt ein gut gewählter Begriff? Welche Bilder löst er bei Verbraucherinnen und Verbrauchern aus?

Die Untersuchung der Uni Göttingen hat gezeigt, dass es große Wissensdefizite auf Seiten der Verbraucher gibt. „Mehr als 30 % der rund 1.100 Befragten gaben an, dass Käfighaltung die am meisten verbreitete Haltungsform in Deutschland ist“, machte der Agrarökonom deutlich. Die Wahrnehmung zwischen Freiland- und Biohaltung sowie zwischen Mobil- und Freilandhaltung unterscheidet sich den Forschungsergebnissen zufolge kaum. „Für Verbraucher ist es schwierig, die Haltungsformen, abgesehen von der Bodenhaltung, auseinanderzuhalten“, sagte Spiller.

Was sind Konsumenten bereit zu zahlen?

Bei der Untersuchung der Zahlungsbereitschaft kam heraus, dass diese für Freilandhaltung am höchsten ist, wenn die Verbraucher keine weiteren Informationen an die Hand bekommen. Gab man den Befragten entsprechende Informationen an die Hand, so stieg die Zahlungsbereitschaft für Eier aus ökologischer Mobilstallhaltung am stärksten an. Auch der Begriff „Bruderhahnaufzucht“ führte der Studie zufolge nicht zu einer höheren Zahlungsbereitschaft. Das Labeling „Ohne Kükentöten“ hingegen schon.

„Der Begriff Mobilstallhaltung steht vor einem Marketingproblem“, erklärte Prof. Spiller und appellierte an die Betriebe, gutes Marketing zu machen. „Insbesondere Bilder wirken“, sagte er. „Kann man an der Wiese, wo Ihr Stall steht bspw. sehen, wo man die Eier kaufen kann?“, fragte er die anwesenden Mobilstallhalter.

Mobilstalleier fallen beim Stempeln unter die Freilandhaltung. Dass die Mobilstallhaltung einen eigenen Eierstempel bekommt hält Jutta van der Linde, Vorsitzende des Bundesverbands mobile Geflügelhaltung, für unwahrscheinlich: „In anderen EU-Ländern spielt Mobilstallhaltung kaum eine Rolle“, sagte sie und wies darauf hin, dass das auch zu zusätzlichen Kontrollen, höheren Kosten und mehr Bürokratie führen könnte.

Tiergesundheit im Mobilstall nicht besser oder schlechter

Katrin Dorkewitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Kassel, untersuchte während des Projekts den Status quo der Tiergesundheit. „Manche, aber nicht alle Tierwohlprobleme in der Legehennenhaltung sind in Mobilställen etwas geringer ausgeprägt als bei Tieren in stationärer Haltung“, zog sie ein Fazit ihrer Untersuchung. Zu den Tierwohlproblemen zählen zum Beispiel Schäden von Haut und Gefieder durch Bepicken, Brustbeinveränderungen, Beeinträchtigungen des Ernährungszustandes und Entzündungen der Fußballenhaut. Während des Projekts untersuchte sie 42 Betriebe (20 bio, 22 konventionell) mehrere Male. „Das Haltungssystem allein ist aber nicht entscheidend für das Tierwohl“, ordnete Katrin Dorkewitz ein. Entscheidend sei ein gutes Management, das auf gutem Fachwissen basiert.

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