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Heimliche Videos veröffentlicht

Tierrechtler erpressen Lidl mit Negativschlagzeilen

Weil sich Lidl weigert, der klassischen Geflügelhaltung abzuschwören, veröffentlicht eine Tierrechtsorganisation kurzerhand neue Videos aus Ställen, die Tierschutzprobleme zeigen sollen.

Lesezeit: 3 Minuten

Seit Jahren versucht Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, Lidl zur Teilnahme an der selbst geschaffenen „Europäischen Masthuhn-Initiative“ zu bewegen. Da der Discounter aber kein Interesse hat, zog der Tierrechtler letztes Jahr die Daumenschrauben an.

Mit heimlich gedrehten Videos aus den Geflügelställen wollte der Verein die Landwirte diskreditieren, die für Lidl produzieren. Zu sehen waren Tierschutz- und Haltungsprobleme.

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Nun, ein Jahr später, legt der Verein nach. Unter dem Titel „1 Jahr Fleischskandal: Hühner leiden weiter“ hat die Gruppe um Klosterhalfen neue Videos aus den Ställen veröffentlicht. So habe der Lidl-Konzern trotz angeblich „anhaltender Kritik aus ganz Europa“ nichts an seinem Umgang mit Masthühnern geändert. „Kranke, sterbende und verwesende Hühner sowie Misshandlungen sind nach wie vor die Norm bei Lidls Hühnermästern“, so der Tierhaltungsgegner.

Die neuen Aufnahmen stammen aus Mastbetrieben, die zu dem niedersächsischen Lidl-Lieferanten gehören, der bereits 2022 wegen „schwerer Tierquälerei“ in der Kritik gestanden habe, heißt es in einer Mitteilung. Dieser Lieferant soll laut den Tierrechtlern für die Lidl-Eigenmarken „Metzgerfrisch“ und „Grillmeister“ produzieren.

Lidl habe beteuert, dass es sich um einen Einzelfall handle und man sich darum kümmere. Die neuen Aufnahmen stammen jedoch aus zwei weiteren Mastbetrieben desselben Lieferanten, so Klosterhalfen. Dort wurden von 2022 bis 2023, also über einen Zeitraum von einem Jahr, ähnlich schwere Tierschutzverstöße dokumentiert. Für die Albert Schweitzer Stiftung liegt das auch am System Hühnermast. Sie fordert Lidl auf, höhere Tierschutzstandards einzuführen, so wie es bereits die Konkurrenten Aldi, Norma und andere getan haben.

Was ist auf den Aufnahmen zu sehen?

Die Aufnahmen seien über mehrere Monate hinweg zwischen 2022 und 2023 entstanden. Zu sehen sind junge Tiere mit aus Sicht der Gegner viel zu massigen Körpern. Sie würden an Missbildungen, Infektionen, Herzinfarkten und anderen gesundheitlichen Folgen ihres unnatürlichen Wachstums leiden, heißt es.

Die Aktivisten halten auch die geltenden Vorgaben für falsch. Sie verlangen für die Tiere deutlich mehr Platz, natürliches Licht und Beschäftigungsmöglichkeiten. Auch beklagen sie einen zu robusten Umgang der Arbeiter mit den Tieren. Die Rede ist von einem „brutalen Umgang“ und „kistenweise auf den Stallboden geschleuderten Küken“. Kranke Küken würden direkt durch Halsumdrehen getötet. Und beim Verladen zum Schlachthof würden die „jugendlichen Hühner“ unter hohem Zeitdruck in Kisten gestopft und dabei getreten.

Der Verein hat die angeblich zu sehenden Tierschutzverstöße zur Anzeige gebracht. „Seit einem Jahr decken Tierschutzorganisationen einen Skandal nach dem nächsten bei Lidl-Lieferanten auf, überall in Europa. Und die Reaktion von Lidl? Nicht mehr als Ausflüchte, Relativierungen und das Verstecken hinter nichtssagenden Tierwohllabeln“, beklagt sich Mahi Klosterhalfen. Er würde die gesamte Geflügelhaltung komplett ändern und prangert die heutige Tierhaltung an.

In dem Zuge erinnert er daran, dass eine Laboruntersuchung Anfang 2023 gezeigt hatte, dass von 51 Proben aus acht deutschen Lidl-Märkten 71 % mit antibiotikaresistenten Keimen belastet waren.

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