Gespräche mit dem Handel

Agrardialog steht vor einer Richtungsentscheidung

Die Gespräche zwischen Handel und Landwirtschaft bleiben kompliziert. Der Handel will den Agrardialog in die Koordinationszentrale überführen. Doch das Misstrauen ist weiterhin groß.

Die landwirtschaftlichen Mitglieder im Agrardialog stehen vor einer Richtungsentscheidung. Anfang der Woche wollen sie festlegen, wie sie sich nach dem Seitenwechsel des Lebensmitteleinzelhandels verhalten. Vergangene Woche hatten die am Agrardialog teilnehmenden Händler unmissverständlich klar gemacht, dass sie den Agrardialog verlassen und die Zukunft für die Gespräche in der Koordinationszentrale sehen.

„Die am Agrardialog teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen Aldi Nord/ALDI SÜD, EDEKA, Kaufland, Lidl und REWE sowie der BVLH bekennen sich klar zu einer Überführung des Agrardialogs in die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft (ZKHL)“, hatte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) die Position des LEH zusammengefasst.

LEH will Agrardialog in die ZKHL rüber ziehen

In der vom Deutschen Bauernverband (DBV), Deutschen Raiffeisenverband (DRV) und vom Handelsverband Deutschland (HDE) gegründeten Koordinationszentrale ist der BVLH bereits Mitglied. Nun will er auch die landwirtschaftlichen Vertreter des Agrardialogs dahin mitziehen. „Der befristete Agrardialog hat gute und fachlich konstruktive Arbeit geleistet, die sich bestens in der ZKHL fortführen lässt“, heißt es in dem Schreiben des BVLH.

Und er übt auch zeitlichen Druck aus: „Die Dringlichkeit und Relevanz der Themen fordert dort ihre zügige Weiterbearbeitung“, schreibt der BLVH. In den bisherigen Arbeitsgruppen des Agrardialogs soll es nun nur noch Abschlusspapiere über den verhandelten Sachstand geben, die dann an den Leiter der ZKHL Hermann-Josef Nienhoff übergeben werden sollen.

LsV bisher nicht bereit in die ZKHL zu gehen

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