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Tierwohl

Ariane Kari wird Deutschlands erste Bundestierschutzbeauftragte

Die Ampel hat Ariane Désirée Kari zur Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz berufen. Die Fachtierärztin für Tierschutz will „wieder den Fokus auf Missstände im Umgang mit Tieren richten“.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Ampel hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Einführung eines Bundestierschutzbeauftragten geeinigt. Zwischenzeitlich waren dafür bereits Planstellen im Bundeslandwirtschaftsministerium geschaffen worden. Nun ist auch klar, wer den Posten antreten wird.

Die Bundesregierung hat gestern auf Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir Ariane Désirée Kari zur Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz berufen. Sie ist bisher stellvertretende Landestierschutzbeauftragte in Baden-Württemberg und wird ihr neues Amt am 12. Juni 2023 antreten.

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Fachtierärztin für Tierschutz

Ariane Désirée Kari wurde 1987 in Pforzheim geboren. Sie ist seit 2016 in der Stabsstelle der Landestierschutzbeauftragten am Agrarministerium von Baden-Württemberg tätig und übernahm hier 2017 das Amt der stellvertretenden Landestierschutzbeauftragten.

Nach erfolgreicher Approbation als Tierärztin im Jahr 2012 qualifizierte sich Kari 2015 im Rahmen einer Weiterbildung zur Amtstierärztin und erwarb 2019 die tierärztliche Zusatzbezeichnung Tierschutz. Sie konnte sich zudem zur Fachtierärztin für Öffentliches Veterinärwesen weiterbilden.

Seit 2022 ist Ariane Kari außerdem Fachtierärztin für Tierschutz. Darüber hinaus war sie von 2012 bis 2014 als Mitarbeiterin der Stabsstelle für Ernährungssicherheit im Regierungspräsidium Tübingen im Bereich der Tierarzneimittelüberwachung tätig und hatte von 2014 bis 2016 die stellvertretende Tierschutzreferatsleitung im Veterinäramt Rhein-Neckar-Kreis (Wiesloch) inne.

Fünf neue Planstellen im BMEL

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium gegenüber top agrar bestätigte, werden dem Bereich - inklusive der Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz selbst - fünf Planstellen zugeordnet. Um eine angemessene und unabhängige Aufgabenwahrnehmung zu ermöglichen, werde zur inhaltlichen und administrativen Unterstützung der Beauftragten eine Geschäftsstelle außerhalb der Linienstruktur des BMEL eingerichtet. Beim Budget bleibt das Resssort zugeknöpft: Die jährlichen Gesamtkosten und das jährliche Budget werden sich ihm zufolge "nach der konkreten Ausgestaltung des Amtes und den damit verbundenen Aufgaben der Beauftragten richten".

Özdemir: Stärken Tierschutz institutionell

Özdemir zeigte sich im Anschluss an die Bekanntgabe der ersten Bundestierschutzbeauftragten überzeugt, dass Kari mit ihrer Arbeit wichtige Impulse setzen und den gesamtgesellschaftlichen Diskurs und Dialog im Bereich des Tierschutzes mit fachlicher Expertise begleiten und fördern wird. Mit der Schaffung des Amtes auf Bundesebene will er den Tierschutz in Deutschland strukturell und institutionell weiter stärken.

Kari: Werde Tieren eine Stimme geben

„In der Arbeit als Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz sehe ich eine große Chance, den Tierschutz voranzubringen. Ich freue mich sehr darauf, Tieren auf Bundesebene eine Stimme zu geben und sie zum Beispiel in Gesetzgebungsverfahren zu vertreten“, erklärte Kari. Sie will „immer wieder den Fokus auf Missstände im Umgang mit Tieren richten, damit diese von den zuständigen Stellen behoben werden“.

Darüber hinaus will Kari als Ansprechpartnerin für Organisationen sowie für Bürger, die sich mit dem Tierschutz oder der Tierhaltung befassen, zur Verfügung zu stehen und ihren Anregungen Rechnung zu tragen. „Nicht zuletzt werde ich mit Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit mehr Wissen über die Bedürfnisse von Tieren vermitteln - denn Wissen schützt Tiere“, kündigte Kari an.

Politisch und fachlich unabhängig

Nach Angaben des BMEL soll die Bundestierschutzbeauftragte politisch und fachlich unabhängig arbeiten. Die Aufgabenschwerpunkten sind unter anderem:

  • Beratung und Unterstützung des für Tierschutz zuständigen Bundesministers zu tierschutzrelevanten Themen
  • Beteiligung bei Vorhaben der Bundesregierung im Bereich des Tierschutzes und Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des Tierschutzes auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene
  • Zusammenarbeit und Austausch mit den für den Vollzug der tierschutzrechtlichen Vorschriften zuständigen Behörden der Länder und den in den Ländern bestellten Landesbeauftragten für den Tierschutz
  • Bearbeitung von Bürgeranfragen zu allgemeinen und aktuellen Tierschutzthemen
  • Austausch mit bundes- und landesweit tätigen Tierschutz- und Tierhalterorganisationen
  • Darstellung und Kommunikation der Arbeit der Beauftragten in der Öffentlichkeit
  • Erstellung und Veröffentlichung eines regelmäßigen Tätigkeitsberichts über die Arbeit der Beauftragten

Auernhammer: Ampel schafft teure Doppelstrukturen

Die neue Position ist nicht unumstritten. Kritiker wie der agrarpolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Artur Auernhammer MdB, haben bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass es im BMEL bereits eine zuständige Unterabteilung für Tierschutz gibt. Trotzdem schaffe die Ampel eine Stelle für einen neuen Tierschutzbeauftragten, die den Steuerzahler insgesamt 258.000 € im Jahr kosten werde.

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