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topplus Bauernproteste

Der Handel will nicht der Sündenbock sein

Angefeuert durch die Bauernproteste fürchtet der Lebensmitteleinzelhandel jetzt politische Einflussnahme. Er will sich wehren und sieht bei sich keine entscheidende Marktmacht bei der Preisbildung.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Handel wehrt sich gegen Kritik aus der Landwirtschaft und warnt vor politischer Einflussnahme auf die Preisbildung. „Die wirtschaftlichen Probleme vieler Landwirte haben nichts mit dem Lebensmitteleinzelhandel und seinem Verhalten zu tun“, sagte der Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Deutschland (HDE), Stefan Genth am Donnerstag in Berlin.

Handel weist Marktmacht-Argument von sich

Ausdrücklich verurteilte Genth Maßnahmen von Landwirten, die auf Beschränkungen für den Lebensmitteleinzelhandel zielen: „Sie schaden dem Markt und den Verbrauchern und helfen der Landwirtschaft in keiner Weise weiter.“

Mit Nachdruck wies der HDE-Geschäftsführer Aussagen aus den Reihen von Landwirtschaft und Politik zurück, der Lebensmitteleinzelhandel habe in der Preisbildung eine entscheidende Marktmacht. Dies gehe an der Realität vorbei und könne gefährliche Folgen haben.

„Zum einen würden durch untaugliche politische Maßnahmen Hoffnungen der Landwirte erneut enttäuscht. Und zum anderen würde der Markt womöglich unnötig und fehlgesteuert eingeschränkt“, erklärte Genth. Am Ende müssten dann alle bis zum Endverbraucher im Supermarkt höhere Preise bezahlen, ohne dass es einen Mehrwert für die Landwirtschaft gebe.

„Die Politik sollte weniger Energie auf die sinnlose Suche nach einem einfachen Sündenbock verschwenden“, empfiehlt der Hauptgeschäftsführer. Die Landwirte hätten es verdient, dass man sich mit ihnen über echte und erfolgsversprechende Lösungswege auseinandersetze: „Haltlose Scheinattacken gegen den Lebensmittelhandel helfen da nicht weiter“, so Genth.

Ernährungswirtschaft und Weltmarktpreise entscheiden

Wie der HDE erläuterte, werden die Agrarrohstoffpreise maßgeblich von der verarbeitenden Ernährungswirtschaft und den Weltmarktpreisen bestimmt. Direkte Vertragsverhältnisse zwischen Handel und Landwirtschaft seien eher selten.

Daher sei auch der Einfluss des Handels auf die Preise sehr begrenzt. In der Regel würden die meisten Agrarrohstoffe für die Verarbeitung zu Lebensmittelprodukten an Unternehmen der Ernährungswirtschaft verkauft, wie Molkereien oder Schlacht- und Zerlegebetriebe.

Der Verband unterstreicht zudem die Bedeutung des Exports für die Landwirtschaft in Deutschland. 49 % der Produktionsmengen der deutschen Landwirtschaft an Frischelebensmitteln würden exportiert. Gleichzeitig importiere Deutschland 38 % der Waren in diesem Bereich aus dem Ausland. Beide Zahlen machten deutlich, dass der Einzelhandel in Deutschland mit seiner Preispolitik nicht der entscheidende Faktor für die Einkommen der Landwirte hierzulande sein kann.

Handel hält Einfluss bei der Milch für „äußerst gering“

Selbst bei der Milch habe der Lebensmitteleinzelhandel entgegen anderslautender Behauptungen keinen großen Einfluss auf die Entlohnung der Landwirte, so der HDE. 51% der Milchmenge seien 2023 in den Export gegangen. Nur rund 11% bis 12% der landwirtschaftlich erzeugten Milchmenge wanderten als Konsummilch in den Nahrungsverbrauch.

Zudem bestünden auch hier nur in den allerwenigsten Fällen direkte Beziehungen zwischen Landwirten und Handelsunternehmen. Der Einfluss der Einzelhändler auf die Einkommen der Landwirte sei folglich auch in diesem Bereich „äußerst gering“, argumentiert der Handelsverband.

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