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Niedersächsische Landesregierung versucht Neustart beim Thema Wolf

Das neue Format „Dialogforum Wolf“ soll verhärtete Fronten aufbrechen und gangbare Wege für Weidetierhalter und Wolfsschützer ausloten. Der Landvolkverband bleibt vorsichtig.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Wolfsbestand in Deutschland wächst kontinuierlich. Damit nehmen auch die Risiken von Wolfsrissen und Verlusten bei Weidetieren zu. Um mögliche Konflikte rechtzeitig abzuräumen, hatte die niedersächsische Landesregierung bereits vor Jahren den „Arbeitskreis Wolf“ eingerichtet, dem allerdings kein Erfolg beschieden war. Was blieb, waren verhärtete Fronten und wütende Nutztierhalter.

Nun startet die rot-grüne Koalition in Hannover einen neuen Versuch für einen institutionalisierten Prozess. Vorgestern fand die erste Veranstaltung des „Dialogforums Wolf“ statt, zu dem die beiden zuständigen Fachministerien zahlreiche Verbände und Institutionen nach Hannover eingeladen hatten.

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Meyer sieht konstruktive Stimmung

Für Umweltminister Christian Meyer war das ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Nach seiner Einschätzung herrschte dabei eine konstruktive Stimmung, beim Herdenschutz und der Prävention zusammenzuarbeiten und Nutztiere besser zu schützen. Meyer sicherte den Weidetierhaltern dabei weitere Unterstützung des Landes zu.

Auch laut Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte war der Start des Dialogforums ein guter Anfang für einen „dauerhaften und transparenten Austausch“. Sie betonte den wertvollen Beitrag der Weidetierhaltung für den Erhalt wertvoller Flächen für Artenvielfalt. Zudem sei die Weidehaltung besonders tiergerecht und wird von der Gesellschaft honoriert.

Staudte: Alle Akteure in einem Austausch bringen

„Wir möchten als Landesregierung alles dafür tun, damit die Haltung von Tieren auf der Weide möglichst konfliktarm gelingen kann“, versicherte Staudte. Dafür müssten alle Akteure wieder in einen Austausch kommen. Bei der Auftaktveranstaltung wurden neben weiteren Dialogforen die Etablierung mehrerer Arbeitsgruppen zu den Themenschwerpunkten Förderung der Weidetierhaltung, Herdenschutz, Information und Transparenz, Wolfsmanagement sowie Deiche vereinbart. Diese sollen Verbesserungen vorschlagen, damit Weidetierhalter nicht allein gelassen werden.

Meyer: Der Wolf bleibt in Niedersachsen

Meyer stellte gleichwohl klar, dass der Wolf nicht mehr aus Niedersachsen verschwinden wird. Das Land Niedersachsen könne auch nicht einfach eine Bejagung oder ähnliches anordnen. Gezielte Entnahmen von Problemwölfen bleiben nach Darstellung des Grünen-Politikers schwierig und Gerichtsurteile pro oder kontra Wolf müssten von allen Beteiligten akzeptiert werden. „Auch hier gilt die neue Transparenz, dass Abschussgenehmigungen nicht mehr geheim bleiben, sondern rechtsstaatlich überprüft werden können“, betonte der Umweltminister.

Ehlers: Wolfsbestand darf nicht weiter steigen

Der Landvolkverband bleibt gerade auch aus diesem Grund skeptisch. „Dass die rechtmäßige Entnahme von sogenannten Problemwölfen eine Woche vor dem Erlass öffentlich einsehbar sein soll, erschwert die Entnahme und konterkariert die bisherige Wolfspolitik der vorigen Landesregierung“, konterte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Er glaubt, dass sich der Konflikt zwischen Wolf und Weidehaltung nur lösen lässt, wenn mittelfristig die Zahl der Wölfe in Niedersachsen eingegrenzt wird: „Der Bestand darf jedenfalls nicht noch weiter anwachsen.“

„Reden reicht nicht mehr. Die Zahl der Wölfe und damit auch die Zahl der Wolfsrisse nimmt Ausmaße an, die uns Landwirten und den Weidetierhaltern in Niedersachsen nicht mehr nur Sorgen macht, sondern um Existenzen bangen lässt“, warnte Ehlers, der auch Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement ist.

Bisher wenig konkrete Ergebnisse

Der bisherige „Arbeitskreis Wolf“ auf Landesebene oder andere Dialogformate haben nach Ansicht des Landvolks Niedersachsen wenig konkrete Ergebnisse gebracht. „Wir hoffen, dass die Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag, neben dem ‚umfassenden Dialog‘ nun auch wirklich einen gemeinsamen Handlungsplan zum Thema Weidetierhaltung und Wolf zu erarbeiten, endlich Realität wird“, betont Ehlers.

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