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Wie lassen sich Klimaschutz und Tierhaltung zusammen bringen?

Beim Klimaschutz in der Landwirtschaft stehen tierhaltende Betriebe unter Druck. Das heizt das Höfesterben an. Neuerungen in den Klimaschutzgesetzen zielen national wie in NRW eher auf andere Branchen

Lesezeit: 4 Minuten

Die Landwirtschaft gehört bisher zu den Sektoren, die ihre Klimaziele gut einhalten. Sie erkauft sich das vor allem durch den Rückgang der Tierzahlen und dadurch, dass insbesondere tierhaltende Betriebe aufgeben. „Die Debatte um Tierhaltung und Klimaschutz ist sehr sensibel, denn es geht um Existenzen“, sagte Xenia Brand, Referentin für Klimaschutz der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) bei der Jahrestagung der AbL-NRW in dieser Woche am Niederrhein in Hamminkeln.

Jede zweite Stunde mache ein tierhaltender Hof zu. „Dass die Landwirtschaft ihre Ziele beim Klimaschutz einhält, weil tierhaltende Betriebe aufhören, das ist echt bitter“, so Brand weiter. „Das können wir nicht hinnehmen“. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft durch Dürre, Starkregen und Wetterkapriolen besonders vom Klimawandel betroffen.

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Landwirtschaft erreicht Klimaziele durch Abbau der Tierzahlen

Erst Mitte März hatte das Umweltbundesamt (UBA) die Treibhausgasemissionen in Deutschland aus dem Jahr 2022 bekannt gegeben. Danach sanken die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft im vergangenen Jahr um 1,5 %.

Die Landwirtschaft blieb deutlich unter der für 2022 im Bundes-Klimaschutzgesetz festgelegten Jahresemissionsmenge von 67,6 Mio. t CO₂-Äquivalenten. Als Grund für den Rückgang nannte UBA einen weiteren Rückgang der Schweinezahlen und einen geringeren Einsatz von Mineraldünger.

Schweine auf Stroh und Milchvieh auf die Weide

Um Tierhaltung und Klimaschutz zueinander zu bringen, riet Brand, die Diskussion mehr auf regionale Nährstoffkreisläufe und bestimmte Haltungsverfahren zu fokussieren. „Tierwohl und Klimaschutz können Hand in Hand gehen, zum Beispiel bei der Schweinehaltung mit Auslauf auf Stroh, dort wird Ammoniak vom Stroh gebunden“, sagte Brand.

Ebenso sei die Weidehaltung und die Grünlandnutzung von Rindern und Kühen ein Aspekt, wo Klimaschutz und Landwirtschaft gemeinsam funktionierten. Doch gerade Betriebe, die aufs Grünland angewiesen sind, haben in den vergangenen Jahren unter Dürre gelitten. „Die Kombination von Dürre und das Auftreten des Wolfes ist ein Problem für die Nutzung von Grünland durch Wiederkäuer“, sagte Brand.

Zu wenig Klimaschutzanreize für die Landwirtschaft in der Förderung

Es gäbe in der In der Förderung vom Land NRW und über die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) noch zu wenig Klimaschutzanreize für die Landwirtschaft. Aktuell werde die GAP in Deutschland dem Ziel, 40 % der Gelder an den Klimaschutz zu binden, nicht gerecht. Als mögliche Verbesserung nannte Brand die AbL-Forderung nach einer Grünlandförderung für die Weidehaltung von Milchkühen bei den Ökoregelungen.

Ampel streicht Sektorziele zu Gunsten der Gesamtrechnung

In den Klimaschutzgesetzen von Bund und Land sind zunächst wenig Veränderungen für die Landwirtschaft zu erwarten. Im Bund hat der Koalitionsausschuss von SPD, FDP und Grünen am Dienstagabend beschlossen, die Sektorziele im Klimaschutzgesetz zu Gunsten einer sektorübergreifenden und mehrjährigen Gesamtrechnung abzuschaffen.

Aber auch im Land NRW steht die Landwirtschaft nicht im Fokus der Klimaschutzpolitik. Das liegt insbesondere daran, weil im Industrieland NRW im Vergleich zu den großen Sektoren Industrie, Energie, Verkehr und Wohnen anteilig viel weniger Treibhausgasemissionen auf den Sektor Landwirtschaft entfallen. So hat die Landwirtschaft in NRW nur einen Anteil von 3,4 % an den landesweiten Treibhausgasemissionen.

NRW veröffentlicht Klimaschutzgesetz im Mai

NRWs Wirtschaft- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Grüne) will im Mai ihre Eckpunkte für ein novelliertes Klimaschutzgesetz für NRW veröffentlichen. Sie versucht bisher vor allem durch den auf 2030 vorgezogenen Ausstieg aus dem Braunkohleabbau die Klimaziele des Landes zu erreichen.

Laut Heide Bergschmidt, Referentin für Klimaschutz, Klimaanpassung und erneuerbare Energien in der Landwirtschaft im Landwirtschaftsministerium von NRW, sind für die Landwirtschaft keine nennenswerten Verschärfungen geplant. Vielmehr gehe es darum, die bestehenden Klimaschutzmaßnahmen wie die Steigerung der Stickstoffeffizienz, die Reduktion von Emissionen aus der Tierhaltung durch technische Maßnahmen sowie den Grünlanderhalt und den Humusaufbau zu stärken und auszubauen.

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