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So viel Ukraine-Getreide fließt wirklich in die EU

Die Diskussionen um die Ukraine-Importe reißen nicht ab. Zuletzt spitzte sich die Lage vor allem in Polen sogar weiter zu. Überfordert die Ukraine den EU-Markt mit Mais, Weizen und Raps wirklich?

Lesezeit: 3 Minuten

Im Streit um den zollfreien Zugang ukrainischer Waren in die EU kursieren viele Behauptungen und Halbwissen. Das Thema beschäftigt auch viele top agrar-Leser und wird häufig emotional diskutiert und kommentiert. Grund genug, sich das Thema mal genauer anzuschauen und Fakten und Behaupten sauber zu trennen. Beginnen wollen wir den „Faktencheck“ mit nüchternen Zahlen: Was hat die EU in den vergangenen Jahren an Feldfrüchten importiert?

EU-Weizenimporte aus der Ukraine

Wenig überraschend: Beim Weizen hat die EU im Wirtschaftsjahr 2022/23 deutlich mehr Ware importiert, weil der Seeweg über das schwarze Meer zeitweise komplett versperrt war. Die Mengen stiegen um 1.700 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 6 Mio. t. Auch im laufenden Jahr bleibt die Menge hoch. Bis Dezember 2023 wurden bereits 3 Mio. t aus der Ukraine in die EU eingeführt.

Interessant sind zudem die Zielländer der Rohwaren. Demnach ist nicht etwa Polen die Nr. 1, sondern Spanien. Offenbar konnten auch im Wirtschaftsjahr 22/23 noch ausreichend Schiffe die Ukraine verlassen und wurden in Spanien gelöscht. Polen folgt allerdings an zweiter Stelle mit 0,87 Mio. t Weizen. Deutschland liegt als Abnehmer für ukrainischen Weizen an achter Stelle mit knapp 100.000 t.

EU-Maisimporte aus der Ukraine

Beim Mais stellt sich die Lage anders da. Die EU war seit je her ein großer Abnehmer für Körnermais aus der Ukraine. Die Übersicht zeigt, dass 2022/23 Gesamtmengen von fast 15 Mio. t in die EU eingeführt wurden. Das ist ein Allzeithoch! Im Wirtschaftsjahr 2018/19 waren die Zahlen allerdings mit 14,7 Mio. t schon mal auf einem ähnlichen Niveau. Damals herrschte in weiten Teilen Europa eine ausgeprägte Dürre, und es wurden große Mengen Körnermais zu Futterzwecken eingeführt. Für die aktuelle Saison 2023/24 scheint sich die Lage etwas zu entspannen. Bis Dezember wurden knapp 5 Mio. t Mais aus der Ukraine eingeführt. 

Auch beim Mais ist Spanien der Hauptimporteur für ukrainische Ware. 3,4 Mio. t kamen auf der Iberischen Halbinsel an. Nimmt man Portugal hinzu sind es nochmals 0,68 Mio. t zusätzlich. An zweiter und dritter Stelle folgen fast gleichauf Italien und Polen. Deutschland importierte 22/23 ebenfalls einiges aus der Ukraine. Mit 0,463 Mio. t war es gut viermal so viel wie in dem Wirtschaftsjahr zuvor.

EU-Rapsimporte aus der Ukraine

Beim Raps ist die Lage EU-weit gesehen recht unspektakulär. Seit vielen Jahren sind europäische Ölmühlen auf Importe aus Drittländern angewiesen. Schon vor dem Krieg in der Ukraine importierte die EU rund 2 Mio. t Raps (2020/21). Für das „Kriegsjahr 2022/23 stieg es zwar deutlich auf 2,6 Mio. t, aber nicht über das bisherige Rekordjahr 2019/20. Bis Dezember 2023 führte die EU zudem 1,56 Mio. t Raps aus der Ukraine ein.

Im laufenden Wirtschaftsjahr sind Deutschland und Belgien die Hauptabnehmer für ukrainischen Raps. Die Ukraine-Anrainerstaaten (Ungarn, Polen Rumänien und Slowakei) spielen überhaupt keine Rolle mehr - vermutlich, weil die leistungsfähigen Ölmühlen in Mittel- und Westeuropa stehen.      

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