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Quinoa: Ein glutenfreies Powerkorn

Carolin und Philipp Drerup aus Havixbeck, NRW, und Johannes Grenzebach aus Wölfersheim, Hessen, bauen Quinoa an. Mittlerweile vermarkten sie über 20 Produkte aus Quinoa.

Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht von HOFdirekt

Südamerika? Fehlanzeige. Anden? Fehl­anzeige. Wobei, bergig ist es schon ein bisschen in Havixbeck, am Fuße der Baumberge im Münsterland. Hier bauen Carolin und Philipp Drerup auf 12 ha Quinoa an. Auch 250 km weiter südlich, in Wölfersheim in Hessen, wächst das als Superfood bekannte Gewächs. Hier kümmert sich Johannes Grenzebach um 18 ha der Kultur. Zusammen haben die Studienfreunde die Marke „Mudda Natur“ gegründet und vermarkten heute 22 verschiedene Quinoa-Produkte.

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Vollkorn, Bio, Glutenfrei

Nach einer Exkursion nach Hessen im Rahmen ihres Agrarstudiums in Bonn entschloss sich das Trio, in den Quinoa-­Anbau einzusteigen. Seit neun Jahren bauen sie nun in NRW und in Hessen die einjährige, krautige Pflanze an, die zu den Fuchsschwanzgewächsen zählt und normalerweise in Südamerika zu Hause ist. Seit diesem Jahr sind sie auch biozertifiziert.

Quinoa ist vor allem für Menschen mit einer Glutenintolleranz interessant. Denn die Samen der Pflanze sind von Natur aus glutenfrei. Das Besondere an deutscher Quinoa ist außerdem, dass es als Vollkornprodukt zu bekommen ist. Die importierte Ware aus Südamerika wird ohne Schale verkauft, da diese Bitterstoffe enthält. „Unser Quinoa ist saponinfrei und muss daher nicht geschält oder ­gewaschen werden, um es zu essen“, so Drerup.

„Die Vor- und Nachbereitung der Kultur ist schwierig“, gibt Johannes Grenzebach zu. Die Saat erfolgt im Mai. In voller Blüte ist die Quinoa im Juni. Durch eine optimale Fruchtfolge sowie die Wahl des Saatzeitpunktes versucht das Trio auf natürlichem Weg, den Unkrautbesatz gering zu halten. Sie ernten die senfkorngroßen Körner im August mit dem Mähdrescher. „In guten Jahren kann man auf einem Hektar 3 t ernten, in schlechten Jahren 800 kg“, ergänzt er. Die Reinigung erfolgt in mehreren Stufen. Die Verluste klein zu halten, erfordert eine Menge Erfahrung.

Vermarktung optimieren

22 verschiedene Mudda Natur-­Pro­duk­­te gibt es mittlerweile. Mehl, Pops, Nudeln, Suppen und Aufstriche bietet das Trio im eigenen Onlineshop und in verschiedenen Unverpackt-Läden an. „Am besten geht immer noch unser Vollkornquinoa“, so Carolin Drerup. Das Trio liefert die Rezepte und das Urprodukt, die Produktion findet dann als reine Dienstleistung statt.

Mudda Natur entstand. Das Logo ließen die drei von einer befreundeten Grafikerin entwickeln, die Produkte füllen sie in Gläser bzw. Papiertüten. Mit ihren Produkten wollen die drei nun die Hofläden erobern. Bislang verkaufen sie ihre Waren vorrangig über Unverpackt-Läden in ganz Deutschland, im eigenen Onlineshop sowie an die Gastronomie und an den ausgewählten Einzelhandel.

Den aufwendigen Anbau lässt sich das Trio etwas kosten. „Bei der Wertschätzung von Lebensmitteln wandelt sich unsere Generation. Kaufargumente sind bio, vegan, vollkorn und glutenfrei“, ist sich Johannes Grenzebach sicher. So bezahlen die Kunden für die 250 g Packung Quinoanudeln 4,90 €. Im Lebensmitteleinzelhandel verkaufen sie bisher nur ihre Nudeln. „Das ist allerdings ein schwieriges Thema, weil der Handel den Preis ­diktiert und die Kennzeichnungsvor­schriften zum Teil kompliziert sind“, so Carolin Drerup.

Mehr Bekanntheit wollen die jungen Landwirte durch den Besuch von Messen und die Aktivitäten in den Social Media Kanälen erreichen. Diese Arbeit haben sie jedoch vollständig aus den Händen gegeben. „Jeden Tag etwas posten, das schaffen wir nicht“, erklärt Drerup. Sie hat aber immer alles im Blick und freut sich, dass die Quinoa-Fangemeinde stetig wächst.

Exotische Nischen: Melonen, Lavendel, Aroniabeeren oder Quinoa: Wer glaubt, für den frischen Genuss dieser Früchte eine halbe Weltreise zu machen, der irrt. Wir haben vier Betriebe besucht, die diese Pflanzen erfolgreich auf deutschen Feldern anbauen. Außerdem haben wir einen Landwirt getroffen, der für die größte Algengenossenschaft in Europa produziert. Wir erzählen, warum sich die Betriebsleiter gerade für ihre Nische entschieden haben, wie sie ihre Ideen umsetzen und mit welchen Startschwierigkeiten Nachahmer rechnen müssen. Denn von alleine läuft auch die beste Idee nicht an.Vielleicht findet sich dort auch eine zukünftige Nische für Ihren Betrieb.

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