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Fassungslosigkeit

Landwirte aus ganz Deutschland berichten von Anfeindungen bei Feldarbeiten

In Bayern ist ein Landwirt beim Spritzen von einem Bewohner ins Gesicht geschlagen worden. Unsere Leser sind fassungslos. Viele weitere Landwirte berichten uns von Anfeindungen am Feldrand.

Lesezeit: 4 Minuten

Unsere Meldung „Landwirt bringt Pflanzenschutz aus – Anwohner beginnt Schlägerei“ von Freitag hat bei unseren Lesern auf topagrar.com und den Sozialen Medien für Diskussion und Fassungslosigkeit gesorgt. Ein Landwirt aus Essenbach im Kreis Landshut (Bayern) spritzte auf seinem Feld gegen Blattläuse, was einen 30-jährigen Anwohner offenbar völlig aus der Fassung brachte. Der Bürger beschwerte sich beim Landwirt, was zunächst zu einer verbalen Streitigkeit führte. Letztendlich schlug der Anwohner dem Landwirten ins Gesicht.

Anschuldigungen gegenüber Landwirten sind keine Einzelfälle mehr. An unserer Umfrage von Freitag nahmen bis Montagmorgen rund 2.500 Leser teil. Demnach haben 15 % der Landwirte regelmäßig Anfeindungen am Feldrand. 35 % der Umfrageteilnehmer haben sowohl gute Gespräche als auch Anfeindungen. 4 % haben sogar ähnliche Erfahrungen wie der Landwirt aus Bayern mit Körperverletzung gemacht.

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Das sagen die top agrar-Leser

Lesen Sie eine Auswahl an Kommentaren von topagrar.com und Facebook:

  • „Besorgniserregend finde ich, dass hier und anderswo Kommentare fast ausschließlich von Berufskollegen des Geschädigten zu finden sind. Sind wir in unserer Gesellschaft schon so weit, dass tätliche Angriffe gegen Bauern billigend in Kauf genommen werden? Man stelle sich vor, was für eine Welle gemacht würde, wenn der Landwirt der Angreifer wäre.“ (Jägeshof GbR | topagrar.com)
  • „Es läuft mal wieder gegen die Landwirte. Wenn die Person auf den Traktor steigt ist es für mich so etwas wie Grundbesitzstörung, Tätlichkeit oder Gefährliche Drohung. Da wird sicher nichts von der Polizei unternommen. Es richtet sich wieder gegen uns Landwirte. Ich würde als Betroffener Landwirt selber eine Klage einbringen. Sonst werden solche Vorkommnisse noch mehr. Wann werden wir mal wach und lassen uns das nicht mehr gefallen.“ (Peter Gastegger | topagrar.com)
  • „Es ist die Folge des Bashings der Medien und Politik gegen die konventionelle Landwirtschaft. Man sieht sie als Buhmann der Nation, der Tag für Tag nur ein Ziel kennt: Zerstörung der Umwelt und Tierquälerei…“ (Heinrich-Bernhard Münzebrock | topagrar.com)
  • „Ein solch feindseliges Klima gegen Landwirte wird von Organisationen geschürt, die mit Negativbildern über Landwirtschaft Spenden generieren“(Christoph Oberleitner | Facebook)

Weitere Vorfälle unserer Leser

Mindestens drei Anfeindungen im Jahr

Leser Peter G. berichtet von mindestens drei Anfeindungen, die er jedes Jahr erlebt. „Beim letzten Mal hat sich eine Frau bei mir beschwert warum ich jetzt noch immer Hühnermist ausbringe und ich soll das sofort unterlassen sonst schickt sie mir die Polizei. Ich antwortete: Ich bringe momentan keinen Hühnermist aus. Darauf sie: Was machen sie denn gerade? Ich antwortete: Mais anbauen“, berichtet der Landwirt unter der Meldung.

Von Mittelfinger bis Angriff mit Steinen

Auch auf Instagram berichten User von diversen Anfeindungen. @florianguni ist schon des Öfteren bei Pflanzenschutzarbeiten angehupt oder sogar der Mittelfinger gezückt worden. @johannesaverbeck berichtet Ähnliches: „Den Mittelfinger bekommt man als Landwirt leider des Öfteren zu sehen. Pflanzenschutz, Gülle fahren, Minderaldünger Ausbringung, im letzten Jahr sogar beim Gras mähen.“ @nadjateiltihressen schildert, dass ihre Nachbarn beim Grubbern mit Steinen beschmissen worden sind. „Radfahrer stellen sich Treckern in den Weg uns lassen sie die Wirtschaftswege nicht passieren. Beim Maishäckseln wurde ein Landwirt bedroht wegen angeblicher Lärmbelästigung“, so die Instagram-Userin weiter.

Verfolgungsfahrten

Andras A. schrieb uns per Mail, dass er von einer Person mit dem Auto verfolgt wurde. Die Person stellte sich mit seinem Auto quer auf die Straße und „wollte mich vom Schlepper holen, weil ich zum Spritzen über eine gemeinsame Zufahrt gefahren bin und das Stollenprofil auf dem Asphalt zu erkennen war.“

Das sagt die andere Seite

Auch Leser Josef E. meldete sich per Mail bei uns. Er möchte die andere Seite schildern. Er und seine Frau seien in ihrer Umgebung im vergangenen Jahr rund 5.000 km mit dem Rad gefahren. Der Großteil der Wege seien geteerte Wirtschaftswege der Landwirtschaft. „Wir haben dabei einige Gewohnheiten entwickelt. Z.B. wenn wir sehen, dass ein Landwirt am Feld spritzt oder Dünger ausbringt, treten wir in die Pedale dass wir am Feld vorbei sind oder wir steigen ab und warten ein paar Minuten bis der Landwirt vom Feldrand wieder weg ist. Teilweise winkt uns der Landwirt, dass wir passieren sollen, weil er an der Spitze bzw. Düngerstreuer was einstellt oder wegen uns sogar wartet.“

Eine weitere Gewohnheit des Paares: Wenn ein Landwirt mit dem Schlepper den Weg befährt, bleiben sie bei der nächsten Feldeinfahrt stehen und warten bis der Schlepper vorbei ist. „Allerdings wäre es dabei schön, wenn der Landwirt die Geschwindigkeit reduzieren würde, wenn er mit seinem 300 PS 30 cm an uns vorbei fährt und nicht mit 50 oder gar 60 km/h vorbeipreschen würde. Da wird einem schon oft anders, wenn ein Riesengefährt mit irgendwelchen 3 m breiten Anbauteilen vorbeibrennt“, so Josef E.

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