Streitigkeiten

Vier Ländervereine trennen sich von LsV Deutschland

Die Land schafft Verbindung-Ländervereine Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz kehren dem Dachverband LsV Deutschland den Rücken zu. Das sind die Gründe.

Es brodelt in den Hinterzimmern von Land schafft Verbindung Deutschland i. G (LsV Deutschland). Die politische Glaubwürdigkeit von LsV Deutschland habe in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich abgenommen. Das sei mit ein Grund für die LsV-Ländervereine Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz sich aus dem Dachverband zurückzuziehen. „Diese Entscheidung ist uns zusammen mit unseren Länder-Teams sehr schwer gefallen“, heißt es in einer Eilmeldung vom heutigen Mittwoch. Die zurückgetretenen Länderteams wären seit Anbeginn der Bauernproteste im Jahr 2019 als Gründungsmitglieder des LsV Deutschland mit Herzblut dabei gewesen. Laut Angaben des Vorstandes von Land schafft Verbindung - Mecklenburg-Vorpommern e.V. i.G. sei nur das bisherige Orgateam von Mecklenburg-Vorpommern aus LsV Deutschland zurückgetreten. Der Verein selbst sei weiter Mitglied.

Das sind die Gründe für die Spaltung

Einen frei zugänglichen Verein für „Alle“ zu schaffen, lasse ein "am gemeinsamen Strang ziehen" zunehmend schwieriger gestalten.

  • Das Denunzieren einzelner Bundesländer sowie deren Vertreter durch „öffentlich geteilte Video- und Audiobeiträge, gefakte Zeitungsberichte oder ein Ungleichgewicht der Bundesländer-Stimmberechtigung sowie ein gestörtes Vertrauensverhältnis der Bundesländer untereinander ist untragbar“, heißt es.
  • Zudem kritisieren die Ländervereine die nicht klare gemeinsame Distanzierung und Abgrenzung aller Bundesländer gegenüber „zweifelhaften politischen Symbolen“, die teilweise von einigen Bundesländer mit getragen wurden.
  • Auch „unbedachte Aktionengegen einzelne Politiker sind Gründe für den Rücktritt. Der Aufruf "Politiker kaputtmachen" eines Landesverbandes des LsV Deutschland gegen den CSU-Politiker Auernhammer verhindere nach Ansicht der vier Ländervereine einen konstruktiven Dialog mit der Politik.
  • Die aktuell laufenden politischen Umfragen seitens des LsV und anderer landwirtschaftlicher Verbände, sowie die Beeinflussung des Bauernstandes und Aktionen zur Bundestagswahl mache die Landesverbände Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz sehr betroffen. Sie könnten diese Kampagnen nicht mittragen.

Arbeit in Bundesländern geht wieder

Die zurückgetretenen Bundesländer betonen, dass die Organisationen sich in ihren Ländern weiter für die Interessen und Belange der Berufsstände in allen landwirtschaftlichen Bereichen einzusetzen wollen. Sie schließen auch nicht aus, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine erneute Zusammenarbeit mit klaren Strukturen möglich ist.


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