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topplus EU-weite Studie

Molkerei-Ersatzprodukte: den Polen zu teuer, Franzosen und Italienern nicht köstlich genug, bei Deutschen beliebt

Eine EU-weite Akzeptanzstudie zeigt, wie unterschiedlich die Nationen pflanzliche Ersatzprodukte von Milch oder Käse bewerten. Warum die Alternativen bei den Deutschen am besten ankommen.

Lesezeit: 3 Minuten

In Italien und Frankreich ist der Verzehr von Käseprodukten tief verwurzelt. Dort haben es pflanzliche Ersatzprodukte aufgrund von Geschmacksfragen schwer. In Polen gelten tierische Milchprodukte als gesund und insgesamt vorteilhaft. Wenn pflanzliche Alternativen dann noch teurer sind, sinkt die Akzeptanz bei polnischen Bürgern. In Deutschland sieht die Lage wiederum anders aus: Hier werden pflanzliche Milch- oder Käsealternativen als gut für das Tierwohl und die Umwelt sowie als gesund bewertet. Das dürfte einer der Gründe sein, wieso von allen sechs untersuchten europäischen Ländern in Deutschland der höchste Umsatz mit pflanzlichen Alternativprodukten erzielt wird.

Umsatzsteigerung um 49%

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Die Erkenntnisse hat eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim bei 3086 Verbrauchern in Dänemark, Deutschland, Polen, Frankreich, Italien und Spanien erfragt.„Die Stichprobe kann jedoch nur als begrenzt repräsentativ angesehen werden“, betont Rebecca Hansen vom Fachgebiet Agrarmärkte an der Universität Hohenheim. „Da nur Personen in die Untersuchung aufgenommen wurden, die entweder schon pflanzliche Milchprodukte konsumiert haben oder mit diesem Gedanken spielten. Menschen, die daran überhaupt nicht interessiert waren, wurden nicht berücksichtigt.“

Dennoch sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Auf dem gesamten europäischen Markt erfreuen sich sogenannte Milch- und Molkerei-Ersatzprodukte, die aus Pflanzen gewonnen werden, zunehmender Beliebtheit. So stieg ihr Umsatz in Europa zwischen 2020 und 2022 um 49%.Gemäß einer EU-Verordnung dürfen nur Produkte, die aus dem Melkprozess von Tieren stammen, Bezeichnungen wie „Milch“ oder „Molkerei“ tragen.Die pflanzlichen Alternativen zu Sahne, Quark, Käse oder Joghurt werden unter anderem aus Getreide, Ölsaaten oder Hülsenfrüchtenhergestellt.

Ernährungsgewohnheiten geben in Deutschland den Ausschlag

Einzigartig sind aus Sicht der Wissenschaftlerinnen die Deutschen in ihrer besonders kritischen Haltung zum Tierwohl. Dies zusammen mit Aspekten wie Gesundheit und Umwelt spielt eine große Rolle bei der Entscheidung, wie oft Menschen pflanzliche Molkereiprodukte verzehren. Vor allem diejenigen, die sich für einen vegetarischen oder veganen Lebensstil entschieden haben, haben eine um 34 % höhere Wahrscheinlichkeit, die pflanzlichen Alternativen häufiger zu konsumieren.

„Dies bestätigt unsere Annahme, dass die Entscheidung für den Verzehr von pflanzlichen Molkereiprodukten weitgehend von den Ernährungsgewohnheiten bestimmt wird“, so Dr. Beate Gebhardt, Leiterin des AK BEST an der Universität Hohenheim. „Zudem beeinflussen soziale Normen und kulturelle Traditionen die Deutschen hierbei weniger stark als die Menschen in den anderen Ländern.“

Ersatzprodukte müssen gut schmecken – nicht unbedingt das Original kopieren

„Um mehr Verbraucherinnen zu erreichen, müssen die Hersteller daher Produkte mit verbesserten Rezepturen oder mehr Produktvarianten entwickeln", sagen die Wissenschaftlerinnen.„Darüber hinaus motiviert Neugier die Konsumierenden dazu, neue Lebensmittelprodukte zu probieren."Gemeinsam ist allen Personen, die pflanzliche Molkereiprodukte konsumieren oder dem offen gegenüberstehen, dass sie Informationen darüber haben möchten. Gerade Verbraucherinnen, die Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel legen, gehen auch aktiv auf die Suche.

Überrascht habe die Forscherinnen dagegen, dass das Bildungsniveau und andere soziodemografische Faktoren entgegen ihren Erwartungen keinen statistisch gesicherten Einfluss auf die Konsumhäufigkeit von pflanzlichen Molkereiprodukten habe.

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