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Innovatives Geschäftsmodell

Hessische Hanfbauern gewinnen internationale Auszeichnung

Zwei deutsche Agrarprojekte glänzten bei den EIP-Agri Innovation Awards. Wir stellen die prämierten Konzepte zum Hanfanbau und zur gezielten Kalkung vor.

Lesezeit: 3 Minuten

Zwei Projekte aus Hessen und Brandenburg haben bei den EIP-Agri Innovation Awards Auszeichnungen für ihre zukunftsweisenden Ansätze erhalten. Das berichtet das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zur Preisverleihung am 07. Mai 2024 in Portugal .

Hanfanbau als regionales Geschäftsmodell

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In der Kategorie „Geschäftsmodelle in Lebensmittelversorgungsketten“ gewannen neun Landwirte aus dem nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. In ihrem Projekt dreht sich alles um Hanfanbau und -ernte sowie die Weiterverarbeitung von Hanfstroh und Hanfsamen. Dafür haben sich die Betriebe zusammengeschlossen und bauen seit 2017 Nutzhanf auf 80 bis 150 ha Fläche an. Ihr Ziel: Sie wollen den Hanfanbau als nachhaltiges und wirtschaftlich tragfähiges Modell in ihrem Kreis etablieren. Für einen einzelnen Landwirt sei dies aufgrund der Herausforderungen rund um die Erntetechnik, die Vermarktung und die Trocknung kaum möglich.

Die Landwirte spezialisierten sich auf eine Zweinutzungssorte, bei der sie das Hanfstroh genau wie die Körner verwerten. Sie ernten rund 5-6 Tonnen Stroh und eine Tonne Nüsse pro ha. Das Stroh verarbeiten sie zu Pellets, die sich laut dem Geschäftsführer der Hanfbauer Werra-Meißner GbR Andreas Gleim gut als Einstreu für Pferde oder Masthähnchen eignen. Die Hanfnüsse vermarkten sie an Ölmühlen sowie an Taubenzüchter und direkt vor Ort als Speiseöl. Der Kreisbauernverband, die LLH und die Justus-Liebig-Universität Gießen unterstützten das Projekt.

Digitalisierung steigert Erträge: Präzise Kalken in Brandenburg

Das zweite, prämierte Projekt aus Deutschland findet sich in der Kategorie „Digitalisierung“ und heißt „Präzise Kalkung in Brandenburg“. Die Teilnehmenden entwickelten mobile Sensoren, die den pH-Wert, die Bodentextur und den Humusgehalt auf den Feldern in Echtzeit erfassen.

Rund 74 % der Ackerflächen in Brandenburg haben laut der Pressemitteilung keinen optimalen pH-Wert. Das liege vor allem daran, dass der Wert schon innerhalb einer Ackerfläche stark variieren kann. Ein neues Programm kann den Kalkbedarf nun auf Basis der aktuellen Sensordaten ermitteln und Landwirte können gezielt kalken, was zu einer signifikanten Verbesserung der Bodenqualität und Erträgen führen soll.

Unterstützt von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde haben die Projektteilnehmer eine Reihe von Werkzeugen entwickelt, darunter ein Wirtschaftlichkeits-Kalkulator sowie Schulungs- und Vorlesungsmaterialien, die den Landwirten dabei helfen sollen, die Umweltbelastung zu reduzieren. Empfehlungen für die Praxis wurden außerdem in zwölf Praxisblättern und einer informierenden Befragung zusammengefasst.

Über den EIP-Agri Innovation Award

Für den Award wurden aus 240 EU-weiten Bewerbungen dreißig Förderprojekte nominiert. Alle Projekte beschäftigen sich mit innovativen Lösungen zu Tierwohl, Digitalisierung und nachhaltigen Geschäftsmodellen. Sie setzen auf eine fortschrittliche Landwirtschaft für eine nachhaltige Zukunft und sollen Innovationen schneller in die Praxis bringen.

Hintergrund EIP-Agri

Mit der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-Agri) will die EU praktische Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft fördern. Voraussetzung ist, dass Akteure aus Landwirtschaft, Forschung, Beratung sowie Agrarunternehmen gemeinsam an Fragestellungen. So will die EU sicherstellen, dass die Projekte praxistauglich sind. Die Auswahl, Abwicklung und Förderung der Projekte erfolgt in den jeweiligen Ländern.

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