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topplus Kälberaufzucht optimieren

Wie Bullenkälber möglichst regional und rentabel vermarktet werden können

Wie können Bullenkälber aus der Milchviehhaltung möglichst regional und rentabel vermarktet werden? Wir haben uns drei Projekte in der Praxis angesehen, die dieser Frage nachgehen.

Lesezeit: 4 Minuten

Wo Milch erzeugt wird, werden auch Nutzkälber produziert. Für die Bullenkälber und nicht für die Remontierung benötigten Kuhkälber, gilt es, eine wertschöpfende Vermarktung zu finden. Idealerweise ohne lange Transportwege. Besonders für die Milchrassen ist das eine Herausforderung.

Und noch mehr für die Tiere von Biobetrieben, die häufig in die konventionelle Mast gehen. In der Biobranche kommt hinzu: Es wird verhältnismäßig mehr Biomilch im Vergleich zu Biorindfleisch konsumiert. Es mangelt oft an der Nachfrage, regionalen Mästern oder Vermarktungsstrukturen.

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Über diese Herausforderungen haben wir im Beitrag „Wohin mit den Kälbern?“ berichtet. Feste Kooperationen zwischen Milcherzeugern, Mästern und Handel könnten eine Lösung sein. Einige Projekte versuchen das in der Praxis und möglichst in der Breite umzusetzen. Nachfolgend ein Beispiel.

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Programm für Züchter und Mäster

Das Unternehmen Denkavit will seine Kälbermast optimieren und Milcherzeuger zu einer intensiveren Aufzucht motivieren. Die Betriebe erhalten kostenlos Tierdaten und Beratung.

Wie wichtig vitale Kälber sind, wissen die Landwirte Clemens und Hermann Mödden aus Rhede (Niedersachsen). Sie betreiben Kälbermast im Lohn für das Unternehmen Denkavit. Die größte Herausforderung ist der Beginn der Mast, wenn sie ca. 1.000 Tiere von verschiedenen Betrieben aufstallen. „Die Kälber sind sehr unterschiedlich entwickelt. Das zeigt: Die Aufzucht in den ersten Lebenswochen entscheidet über den Masterfolg.“

Daher ist der Landwirt froh über das Projekt „Programmkalb“ von Denka­vit, für das Steffen Bensmann zuständig ist: „Wir stellen einen engeren Austausch zwischen Mästern und Milchkuhhaltern her. Ziel ist es, dass die Kälber vitaler in die Kälbermast kommen.“ An dem seit sieben Jahren bestehenden Projekt nehmen ca. 500 Betriebe teil.

So auch Familie Lüschen-Strudthoff aus Hatten (Niedersachsen). Sie bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb mit 120 Kühen und eigener Nachzucht. Die Nutzkälber verkaufen sie an den Raiffeisen-Viehverbund, der ein Partner von Denkavit ist. Die schwarzbunten Tiere gehen in die Denkavit-Kälbermast.

Infos für die eigene Kälberaufzucht

Auf der Sammelstelle wird jedes Kalb gewogen und beim Aufstallen erfassen die Mäster den Bluteisengehalt. Die Infos stellt Denkavit den Milcherzeugern quartalsweise zur Verfügung, auch im Vergleich zu anderen Betrieben. Demnächst können die Programmbetriebe die Daten tierindividuell in einer App abrufen und dort die Tiere auch über die Mast verfolgen, sowie das Schlachtgewicht einsehen. „Die Gewichte und Vitalitäten unserer Mastkälber sind ein Spiegelbild für unsere Jungviehaufzucht. Denn dabei unterscheiden wir nicht zwischen Kuh- oder Bullenkalb“, sagt Karin Lüschen-Strudthoff.

Beratung und Auswertungen kostenlos

Die Landwirte tränken nach der Kolostrumphase zwei Mal täglich 5 Liter angesäuerte Vollmilch. Ab dem dritten Tag bekommen die Tiere neben Wasser auch Kälbermüsli zur freien Aufnahme.

Die Milcherzeuger freuen sich auch über die Unterstützung von Denkavit-Mitarbeiter Meye Janßen, der klarstellt: „Unsere Beratungen und Auswertungen sind kostenlos und nicht mit einer Verpflichtungen verbunden, unsere Produkte kaufen zu müssen.“

„Eine intensive​ Kälberaufzucht rechnet sich für alle Beteiligten.“​

Steffen Bensmann, Denkavit​

Auf die Frage, weshalb das Unternehmen diesen Service anbietet, erklärt Bensmann: „Eine intensive Kälberaufzucht rechnet sich für alle Beteiligten. Die Programmkälber sind vitaler und wiegen im Schnitt 62,8 kg mit 32 Tagen – während der Durchschnitt aller von uns gemästeten Tiere bei 59 kg liegt.“ Für Kälber, die mehr als 58 – 60 kg wiegen, zahlt Denkavit Preisaufschläge.

Ziel von Steffen Bensmann ist es, den Anteil der Programmkälber in den Mastbetrieben deutlich zu erhöhen: „Jeder interessierte Milchviehbetrieb kann teilnehmen. Es braucht nur einen Viehhändler vor Ort, der mit uns kooperiert.“

Für Lüschen-Strudthoff sind die Vorteile eindeutig: „Die intensive Aufzucht zahlt sich nicht nur in höheren Kälberpreisen aus. Wir bekommen eine Rückmeldung zur Qualität der Tiere und wir wissen, dass unsere Kälber in Deutschland bleiben.“

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