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Wie versorgt man große Ferkelwürfe?

Das Netzwerk Fokus Tierwohl hat Sauenhalter zu ihren Erfahrungen im Umgang mit großen Ferkelwürfen befragt. Hier die wichtigsten Umfrageergebnisse und Tipps der Praktiker.

Lesezeit: 5 Minuten

In den letzten Jahren haben sich die biologischen Leistungen der Sauen kontinuierlich verbessert. Dadurch ist vor allem die Anzahl lebend geborener Ferkel gestiegen. Um Verluste zu vermeiden und kräftige, gesunde Ferkel abzusetzen, ist ein gutes Management bei großen Würfen besonders wichtig.

Wurfausgleich mit Maß

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Für viele Sauenhalter gehört das Versetzen der Ferkel zum Standardprozedere. Vor dem Wurfausgleich muss jedoch zunächst jedes Ferkel ausreichend Kolostrum von seiner eigenen Mutter aufnehmen. Deshalb sollten Landwirte frühestens zwölf Stunden nach der Geburt des letzten Ferkels mit dem Versetzen beginnen.

Die Umfrage

Die Arbeitsgruppe „Saugferkelverluste“ des vom BMEL geförderten Netzwerks Fokus Tierwohl hat 2023 insgesamt 89 Ferkelerzeuger zu ihren Erfahrungen im Umgang mit großen Würfen befragt. Etwa ein Drittel der Teilnehmer halten 100 bis 300 Sauen, ein weiteres Drittel 301 bis 600 Sauen und die restlichen Betriebe weniger als 100 (9 %) bzw. mehr als 600 Sauen (16 %). Jeweils ein teilnehmender Betrieb hält weniger als 10 bzw. mehr als 3000 Sauen. Über die Hälfte der Betriebe arbeitet im Dreiwochenrhythmus. Die Gruppen bestehen dabei am häufigsten aus 21 bis 40 Sauen. Im Schnitt aller teilnehmenden Betriebe liegt die Anzahl der gesamt geborenen Ferkel je Wurf bei 17,7. Die Anzahl lebend geborener Ferkel je Wurf lag im Durchschnitt bei 16,1, wobei die Spannbreite unter den Betrieben von 12,7 bis 19,9 reichte.

Daran halten sich auch die befragten Ferkelerzeuger: 48 von 89 Teilnehmern gaben an, den ersten Wurfausgleich am ersten Lebenstag, aber frühestens zwölf Stunden nach der Geburt, durchzuführen. 29 der Betriebe versetzen die Ferkel zum ersten Mal am zweiten bis dritten Lebenstag und zehn in der ersten Lebenswoche.

Neben dem Zeitpunkt des Wurfausgleichs haben die befragten Praktiker auch bei der Wahl der zu versetzenden Ferkel unterschiedliche Strategien. Einige versetzen die größten oder die kleinsten Ferkel. Andere versetzen ganze Würfe oder entscheiden je nach Situation (siehe Übersicht 1).

Außerdem gaben 75 von 86 Teilnehmern an, die Ferkel nur innerhalb derselben Geburtsgruppe zu versetzen. Die anderen 11 Praktiker versetzen zwischen verschiedenen Abferkelgruppen. Darüber hinaus führen 25 Befragte den Wurfausgleich nur einmalig durch, während 28 Betriebe zweimal und 27 mehrmals über die gesamte Säugezeit versetzen.

Grundsätzlich ist es ratsam, die Ferkel nur innerhalb der eigenen Absetzgruppe zu versetzen. Denn das Immunsystem älterer Ferkel aus einer vorherigen Absetzgruppe ist bereits weiterentwickelt und die Neuankömmlinge kommen mit einer anderen Keimflora in Kontakt. Infizieren sich die jüngeren Ferkel mit Krankheiten, kann das zu Wachstumsverzögerung und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Grundsätzlich gilt für den Wurfausgleich: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich! Denn jedes Tauschen erhöht das Risiko der Keimverschleppung. Entscheidend für den Erfolg des Versetzens ist auch die angestrebte Wurfgröße. Über 50 % der befragten Landwirte gaben als Ziel-Wurfgröße 14 Ferkel an. Die maximale Wurfgröße nach dem Versetzen liegt bei der Mehrheit der Teilnehmenden bei 16 bzw. 15 Ferkeln.

Ammensauen nutzen

Bei hochfruchtbaren Sauen ist die Anzahl der Zitzen häufig kleiner als die Anzahl an lebend geborenen Ferkeln. Die Sauen können in diesem Fall nicht alle Ferkel mit ausreichend Milch versorgen. Viele Ferkelerzeuger weichen daher auf eine „Ammenaufzucht“ aus.

Knapp 60 % der Befragten gaben an, natürliche Ammensauen zu nutzen (siehe Übersicht 2). Dabei zieht nicht die eigene Mutter die Ferkel auf, sondern eine andere, bereits abgesetzte Sau. 20 der Teilnehmer nutzen hingegen eine technische Amme oder beide Ammensysteme.

Allerdings sind sie im Schnitt nur mittelmäßig zufrieden mit der Technik. In Schulnoten ausgedrückt bewerten sie die technische Amme mit der Note 2,8. Positiv merkten die Landwirte an, dass technische Ammen kurz nach der Geburt den Stress reduzieren. Dadurch bleibe mehr Zeit, um die Ferkel zu betreuen. Allerdings wachsen die Ferkel laut den Praktikern nach sieben bis zehn Tagen stark auseinander. Generell schätzen die Praktiker die Entwicklung der Ferkel an technischen Ammen schlechter ein als an natürlichen Ammensauen.

Beifütterung der Ferkel

Neben dem Einsatz von technischen Ammen können Sauenhalter die Ferkel beifüttern. Das Prozedere ist jedoch von technischen Ammen zu unterscheiden. Denn hierbei erhalten die Ferkel zusätzlich zur Sauenmilch einen Milchaustauscher oder ersten flüssigen Prestarter.

Je nach Startzeitpunkt erfüllt die Beifütterung einen unterschiedlichen Zweck. In den ersten Lebenstagen dient sie vor allem dazu, die sehr jungen Ferkel am Leben zu erhalten. Das kann notwendig sein, wenn zum Beispiel die Milchleistung der Sau nicht ausreicht oder schwächere Ferkel keine Chance haben, eine Zitze zu ergattern. Das spätere Zufüttern des ersten Prestarters soll die Ferkel hingegen auf die anstehende Futterumstellung in der Flatdeck nach dem Absetzen vorbereiten.

Von den Befragten nutzen 44 ein Beifütterungssystem, wobei 18 Betriebe ein mobiles und 25 ein stationäres angeschafft haben. Bei der mobilen Beifütterung füttern 13 Landwirte die Ferkel mit der Hand. Hierbei bemängeln die Befragten jedoch den hohen Arbeitsaufwand. Dadurch sei eine idealerweise häufige Gabe kleiner Futtermengen kaum möglich. Am häufigsten beginnen die befragten Ferkelerzeuger mit der Beifütterung zwischen dem ersten und vierten Lebenstag. Anschließend nutzen sie das System drei bis 28 Tage lang. Im Schnitt der Betriebe liegt die Nutzungsdauer bei14 Tagen.

Wichtigste Maßnahmen

Zuletzt sollten die Teilnehmer verschiedene vorgegebene Maßnahmen bewerten. Ihre vier Top-Tipps:

  • ausreichende Versorgung mit Kollostrum;

  • gut geplanter, individueller Wurfausgleich je nach Sau;

  • rechtzeitige Ferkelbeifütterung,

  • Einsatz eines Ammensystems.

Als weitere wichtige Maßnahmen nannten die Praktiker:

  • optimale Fütterung und Konditionierung der Sauen;

  • Gesundheit(-süberwachung) der Sauen;

  • Gesunderhaltung der Ferkel;

  • Splitsuckling;

  • und die Geburtsüberwachung.

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