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topplus Dünger fürs Wintergetreide

Wintergetreide mit Gefühl andüngen

Beim Düngen von Wintergetreide nach der Vegetationsruhe ist immer Fingerspitzengefühl gefragt – 2024 ist die Herausforderung noch größer.

Lesezeit: 13 Minuten

Dieser Artikel erschien zuerst im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

Mit Blick auf den Kalender wird es Zeit, sich um die Andüngung des Wintergetreides Gedanken zu machen. Selten war es aber aufgrund der vorliegenden Rahmenbedingungen so komplex, den pflanzenbaulich passenden Zeitpunkt, die Strategie und die anzusetzenden Mengen klar zu haben wie in diesem Jahr. Außerdem können in diesem Jahr Nährstoffe in den Fokus rücken, die sonst häufig vernachlässigt werden.

Alle Nährstoffe beachten

Wo länger Wasser stand, hat sich das Getreide häufig gelb verfärbt oder ist abgestorben. Durch das Sicker­wasser wurden die Böden mindestens einmal, wenn nicht sogar mehrmals, durchgespült. Hierdurch kam es zu einem Nährstoffaustrag, der in erster Linie die ­mobilen, negativ geladenen Nährstoffe (Anionen) Nitrat und Sulfatschwefel betrifft. In diesem Jahr sind mitunter aber auch positiv gela­dene Kationen wie Kalium, Magnesium, Calcium oder auch Ammoniumstickstoff von einer Verlagerung nach unten betroffen. Gerade auf leichten Böden mit weniger als 8% Tonanteil und wenigen Austauschern kann das der Fall sein.

Die Grundnährstoffe Kalium und Magnesium werden üblicherweise als Fruchtfolgedüngung ausgebracht. Bei Kalium sollten betroffene Landwirte aufgrund seiner vielfältigen Funktionen für die Pflanze eine zusätzliche, kultur­bezogene Frühjahrsgabe in Erwägung ziehen. Marktfruchtbetriebe erreichen dies mit Mineraldünger, auf Veredelungsbetrieben können Gülle oder Gärreste diese Lücke in Abhängigkeit des konkreten Bodengehaltes ganz oder teilweise schließen.

Auf den staunassen Böden war und ist teilweise noch das Wurzelwachstum stark gehemmt. Die Pflanzen benötigen Sauerstoff im Wurzelraum, um Nährstoffe aufnehmen und den Stoffwechsel zugunsten des Bruttowachstums in Gang setzen zu können. Unter anaeroben Verhältnissen scheiden die Wurzeln giftiges Kohlendioxid aus, welches die für die Nährstoffaufnahme wichtigen Feinwurzeln absterben lässt – die Bestände zeichnen dann durch die eingangs beschriebene Gelbfärbung. Auch ist unter diesen Bedingungen die Produktion von Hormonen (Cytokinin) an der Wurzelspitze gehemmt, die für die Bestockung der Pflanze und später auch für die Bildung von Speicherzellen (Endosperm) im Korn verantwortlich ist. Die Konsequenz sind wenig bestockte Getreidebestände mit einer schlechten Kornausbildung. Hier besteht entsprechender Handlungsbedarf in Bezug auf die Durchlüftung des Bodens und die Düngung.

Schwungvoll starten

Ende September bis Anfang ­Oktober gedrillte Bestände sind meist gut entwickelt. Sind die Böden komplett an mineralischem Stickstoff entleert, resultiert daraus bei der Düngebedarfsermittlung ein sehr hoher N-Bedarf. Je nach Befahrbarkeit der Flächen ist es bei einem ­zügigen Vegetationsstart aber gleichzeitig noch feuchten Böden auch für Betriebe mit eigenem Wirtschaftsdünger sinnvoll, eine gewisse N-Gabe mit leichter Technik mineralisch vorzulegen – trotz voller Gülleläger. Später kann man dann ­organisch nachlegen.
Im Zuge der mineralischen Andüngung sollten Bewirtschafter auch Schwefel mitnehmen, weil dessen Bedarf früh benötigt wird. Insbesondere Wintergerste ist aufgrund der schlechteren Stellung in der Frucht­folge sowie ihres schlechteren Nährstoffaneignungsvermögens grundsätzlich schwefelbedürftiger als Weizen. Im Zuge des aktuellsten Nitratdienstes wurden einige Proben auch auf den Smin-Gehalt untersucht. Hier zeigt sich, dass die Niederschläge auf einigen Flächen mit mittleren und vor allem leichten Böden auch zum Verlust von Sulfatschwefel führten und kaum Reserven vorhanden sind.

In diesem Jahr wäre deshalb auch zu Winterweizen und -triticale die empfohlene Schwefelgabe von 15 bis 20 kg pro ha in Form von pflanzenverfügbarem Sulfat-Schwefel angeraten. Die Pflanzen nehmen Schwefel parallel mit Stickstoff auf – dabei steigert Schwefel nachgewiesenermaßen die Ausnutzung des Stickstoffangebotes und ist Bestandteil vieler Proteine. Regelmäßig mit Organik beaufschlagte Böden liefern zwar gewisse Schwefelmengen nach, aufgrund der zunächst niedrigen Bodentemperaturen aber oft zu spät für den Hauptbedarf.

Hohe N-Verluste?

Nach den historisch hohen Niederschlägen im Oktober bis Dezember (rund 130 l/m2 im NRW-Monatsmittel; in den 14 Jahren zuvor schwankte der Wert in diesem Zeitraum um 75 l/m2) ist besonders auf leichteren Böden eine Verlagerung des mineralischen Stickstoffs zu vermuten. Eine interne Auswertung der bis Ende Januar vorliegenden Nmin-Werte zeigt, dass die ­Böden unter Winterweizen und -gerste ziemlich Stickstoff-entleert sind: Nach „Nmin NRW“ befinden sich unter Winterweizen im Durchschnitt 26 kg/ha Nmin,wobei es in Westfalen sogar nur noch knapp 20 kg/ha sind (siehe Tabelle). Dies hängt wohl mit dem etwas höheren Anteil leichter Böden in dieser ­Region zusammen.

Insgesamt ist der Stickstoff relativ gleichmäßig auf die drei Bodenschichten verteilt. Das heißt aber auch, dass die Krumenschicht, die für das Getreide aktuell relevant ist, mit rund 10 kg/ha Nmin nahezu keinen Vorrat darstellt, aus dem die Wurzeln sich ernähren könnten. Unter Wintergerste lässt sich im Schnitt sogar noch weniger mineralischer Stickstoff finden – im Vergleich zum Winterweizen sind die regionalen Differenzen aber größer. Der Stichprobenumfang ist aktuell noch sehr klein, sodass die Werte nur bedingt repräsentativ sind. Trotzdem geben sie ein gutes Gefühl dafür, wo das Niveau derzeit liegt.

Das Ziehen eigener Nmin-Proben ist in diesem Jahr aber besonders angeraten, weil die Vorräte und Pflanzenentwicklungen so unterschiedlich sind. Um keine Fehleinschätzung einzugehen, keine Ertrags- und Qualitätspotenziale zu verschenken und nicht zuletzt um die Umwelt zu schonen, kann im Vergleich zu einem Richtwert nur eine eigene Probe zielführend sein. Die Kosten hierfür rentieren sich meist schnell. Der Beprobungszeitraum für Wintergetreide startete am 15. Januar und endet Mitte März. Grundsätzlich sollte der Nmin-Gehalt den mineralischen Stickstoffvorrat zu Beginn der Vegetation der betreffenden Kultur offenlegen, der in die Berechnung des Düngebedarfs einfließt.

Stickstoff aus Organik

Der Nmin-Gehalt stellt aber nur eine Stickstoffquelle für die Pflanzen dar. Entscheidend in den nächsten Wochen wird außerdem sein, wie viel Stickstoff noch aus Ernteresten und sonstiger Organik nachgeliefert wird. Lager und Auswuchs haben im vergangenen Jahr teilweise dazu geführt, dass das Erntegut gar nicht oder nur teilweise gebor­gen werden konnte. Im Anschluss stellte die gleichmäßige Verteilung der Pflanzenteile und Vorbereitung des Saatbettes eine besondere Herausforderung dar.

Wo das Haupternteprodukt (Körner, Rüben, Knollen) auf dem Acker geblieben ist, ergeben sich gewisse Nährstofffrachten, die in Abhängigkeit vom Erntezeitpunkt noch fast gar nicht oder erst teilweise mineralisiert wurden. Hier ist noch von gewissen „Extra-Schüben“ auszugehen, wenn es wärmer wird und Luft in die ­Böden kommt. Unter solchen ­Flächen ist eine eigene Nmin-Probe besonders angeraten, weil die Richtwerte solche Flächen nicht ausreichend repräsentieren können. Der tatsächliche Vorrat ist aber auch mit einer Nmin-Probe nur teilweise aufzudecken, da sich gewisse Schübe erst in der späteren Vegetation ergeben. So empfiehlt sich darüber hinaus die ­Anlage ­eines klassischen Düngefensters, um spätestens zur Abschlussgabe auf den dann noch vorliegenden Bedarf reagieren zu können.

Aktuell ist wegen der wassergesättigten Böden davon auszugehen, dass die Mineralisierung auf vielen Flächen noch lange gehemmt sein wird. Umso wichtiger ist eine ausreichende und gezielte Startgabe mit schnell verfüg­baren Düngerformen sowie das Fördern von Wurzeln und Nährstoffverfügbarkeit.

Gülle exakt und schonend ausbringen

Getreide ist eine dankbare Kultur für die Düngung mit Gülle oder Gärresten. Aufgrund einer nicht möglichen Herbst­dün-gung, hoher Niederschlagssummen und Zuleitungswasser (beispielsweise aus Silagean­lagen) sind die Gülleläger auf vielen Höfen randvoll, sodass die Betriebsleiter eine Entlastung durch eine frühe Güllegabe anstreben. Sofern die Flächen für das Gespann befahrbar sind, spricht auch nichts dagegen. Grundsätzlich ist leichte Technik natürlich zu bevorzugen. ­Zumindest auf hofnahen oder großen Flächen lohnt es sich, über das Verschlauchen nach­zudenken.
Wo eine frühe Güllegabe nicht realistisch ist, lohnt sich das Andüngen mit Mineraldünger (siehe „Schwungvoll starten“). Eine nachhaltige Schadverdichtung durch zu frühes Befahren ist unbedingt zu vermeiden.
Die unmittelbar pflanzenwirksame Stickstoffform in der Gülle und im Gärrest ist Ammoniumstickstoff (NH4-N). Dieser ist durch die positive Ladung (Kation) nicht mobil im Boden. Erst durch die Umwandlung zu Nitratstickstoff wird er mobil. Dieser Vorgang ist aber stark temperaturabhängig, sodass in kühlen, feuchten Frühjahren von einer trägen Umsetzung auszugehen ist. Aus dieser Überlegung he­raus ist es sinnvoll, den NH4-Stickstoff mit Scheibeninjektoren oder je nach Boden auch mit Schleppschuhen in unmittelbarer Nähe der Wurzeln zu platzieren. Abgesehen davon ist es für die Pflanzen energetisch gesehen von Vorteil, Ammonium- anstelle Nitratstickstoff aufzunehmen.
Auf leichteren Böden sollten Landwirte bei einer erneut angekündigten Phase mit viel Niederschlag in Kombination mit größeren Ausbringmengen den Einsatz von Nitrifikationshemmern in Erwägung ziehen.
Unabhängig von nitratbelasteten, eutrophierten oder „grünen“ Gebieten sollte man in eine eigene Gülle- bzw. Gärrestanalyse investieren, um so genau und effizient wie möglich arbeiten zu können.
Der NH4-Gehalt der Gülle liegt in einem Gleichgewichtsverhalten zu Ammoniak (NH3) vor. In Abhängigkeit von Witterung, Ausbringtechnik, Beschaffenheit der Gülle und Aufwuchs kommt es zu mehr oder weniger gasförmigen Stickstoffverlusten – diese gilt es zu minimieren. Um abzuschätzen, wie hoch die Verluste bei einem bestimmten Szenario sind, eignet sich die Online-­Anwendung AMMON-NRW (www.ammon-nrw.de).
Je nach Art des organischen Düngers ist mehr oder weniger Schwefel enthalten. Bei Gülle und Gärrest liegen überschlagsmäßig 10% des Gesamtstickstoffgehaltes als Schwefel vor – aber nicht in der für die Pflanzen notwendigen Sulfatform. Die Umsetzung erfolgt erst durch Bakterien, die hierfür Wärme und Zeit brauchen. Trotz Gülledüngung ist eine Sulfatschwefel-Gabe wegen der aktuell entleerten Böden häufig sinnvoll.

Welchen Bestand wie düngen?

Unterentwickelte Bestände: Je weiter man in den Nordosten NRWs kommt, desto häufiger kam es zu späten Ernten und anschließend stark verzögerten Saaten – insbesondere von Winterweizen, -triticale und -roggen. Diese Bestände sind entsprechend wenig entwickelt. Hier braucht es viel Fingerspitzengefühl. Wichtig ist, die Bestockung dieser Bestände zu fördern (bis etwa zum Zeitpunkt der Tag- und Nachtgleiche um den 20. März), damit genügend ährentragende Halme gebildet werden können.
Entsprechend der oberirdischen Entwicklung ist auch das Wurzelsystem noch wenig ausgebildet und die Durchdringung des Bodens fällt entsprechend gering aus. Diese Pflanzen erreichen die tiefer liegenden Nährstoffe und insbesondere Stickstoff kaum, sodass die zum Vegetationsstart in der Krume vorhandenen Nährstoffe sehr wichtig sind.
Bei den wenig entwickelten Beständen mit nur ein bis zwei Haupt- und bis zu zwei kleinen Nebentrieben muss die Düngung unbedingt die Ährchenbildung der Nebentriebe erhalten und fördern, weil davon auszugehen ist, dass die Pflanzen bis zum Schossen nicht mehr ausreichend bestocken.
Bessere Bestände: Normal entwickeltes Getreides hat sich bereits gut bestockt und drei bis vier Triebe pro Pflanze ausgebildet. Mit der Startgabe muss man die Bestockung hier nicht mehr fördern. Vielmehr geht es um die Ährenbildung. Je nachdem wie die Bestockung in Abhängigkeit von der N-Nachlieferung aus dem Boden bis Ende März noch vonstatten geht, reduzieren die Pflanzen noch.

Mit der Startdüngung soll der N-Bedarf bis zum Zeitpunkt des Schossens anteilig bereitgestellt werden. Ist das Getreide normal entwickelt, soll es für eine gewöhnlich angestrebte Bestandesdichte später zwischen 50 und 70 kg/ha Stickstoff, zweizeilige Wintergerste bis 80 kg je ha aufnehmen können. Ist der Bestand weniger bestockt, wird für diesen Vorgang angenommen, dass dieser bis zum BBCH 32 stattfindet, wobei die Pflanzen 20 bis 30 kg/ha mehr an N-Bedarf haben. Der N-Bedarf wird aber nur anteilig aus der Düngung gespeist. Die anderen Anteile stellen zum ­einen der Nmin-Gehalt in den durchwurzelten Schichten sowie die N-Nachlieferung bis zu den beschriebenen BBCH-Stadien dar. Ausgehend von den bis dato durchschnittlich niedrigen Nmin-Werten und der Annahme, dass die N-Nachlieferung noch länger gehemmt bleiben wird, fällt der Anteil der Düngung am Bedarf entsprechend hoch aus.

Phosphor-Verfügbarkeit fördert Wurzeln

Pflanzen mit bis dato wenig entwickelten Wurzeln brauchen unbedingt Förderung. Diese können sie zum Beispiel mit Phosphor erhalten. Phosphor ist ein Hauptnährstoff, der einen wesentlichen Beitrag beim Energiestoffwechsel der Pflanze übernimmt (Baustein von ADP), weshalb er für die Pflanzen verfügbar sein sollte. Dadurch, dass dieser Nährstoff auch im beson­deren Maße das Wurzelwachstum fördert, trägt er entscheidend zur Wasser- und Nährstoffaufnahme bei. Damit einhergehend werden die Bestockung und das vegetative Wachstum des Getreides gefördert – später dann auch die Blüten- und Samenbildung.
Insbesondere in diesem Jahr, wo sich einige Getreidebestände schlecht entwickelt haben und eher nackte Wurzeln mit geringem Feinwurzelanteil aufweisen, ist die Förderung des Wurzelwachstums wichtig. Auch, wenn die Böden in diesem Jahr in Abhängigkeit der Bodenart und nutzbaren Feldkapazitäten (nFK) noch länger Wasserreserven vorhalten werden, gilt es, den Wurzelanteil zu maximieren.
Im Hinblick auf nitratbelastete Flächen mit reduziertem N-­Dün-geniveau, teure Produktions­kosten und gegebenenfalls Wit-terungs­stress ist eine hoheNährstoffeffizienz ohnehin anzustreben, wobei die Wurzeln wortwörtlich das Fundament dafür darstellen.
Obwohl die Phosphat-Düngung in der Regel als Fruchtfolgedüngung umgesetzt wird (außer bei regelmäßiger organischer Düngung), kann man bei einem akuten Mangel oder mangelnder Verfügbarkeit durch eine gezielte Düngung mit wasserlöslichen Düngerformen gegensteuern. Am besten gelingt das mit einer Ablage in unmittelbarer Nähe der Wurzeln. Eine Blattdüngung kann nur bedingt aushelfen, da Phosphat als Hauptnährstoff in hohen Mengen benötigt wird.
Essenziell ist daher, die Phosphatreserven auf langjährig organisch gedüngten Flächen pflanzenverfügbar zu machen. Oftmals ist es ein falsch eingestellter pH-Wert, der den vorhandenen Phosphor als Calcium- (bei zu hohem pH-Wert) oder Eisen- bzw. Aluminiumphosphat (bei zu niedrigem pH-Wert) festlegen lässt. Ein von Bodenart und Humus­gehalt abhängiger, optimal eingestellter pH-Wert sorgt dafür, dass Phosphat in Lösung geht. Darüber hinaus werden die meisten essenziellen Makro- und Mikronährstoffe pflanzenverfügbar.

Tiefe Wurzeln fördern

Im Hinblick auf den wahrscheinlich noch lange feuchten Boden „verharren“ die Pflanzenwurzeln in der vegetativen Wachstumsphase gerne im Oberboden und bilden dort einen großen Wurzelanteil. Wenn es dann ­trocken wird, kommt es schnell zu Trockenstress.
Mit Nährstoffen, die sich anteilig auch in den Unterboden verlagern, besteht für die Wurzeln der Anreiz, auch in tiefere Schichten zu wachsen und so für spätere Trockenphasen resilienter zu sein. Für das Andüngen heißt das, dass bei diesen Verhältnissen Düngeformen mit einem gewissen Anteil an Ni­tratstickstoff von Vorteil sein können. Zum ­einen gelangt diese N-Form schnellstmöglich an die Wurzel und zum anderen wachsen die Wurzeln bei einer Verlagerung in den Unterboden hinterher.
Wie hoch der Nitrat-Anteil sein sollte, hängt unter anderem von der Bodenart ab: Bei leichten Böden sollte noch ein gewisser Anteil an Harnstoff- oder Ammoniumstickstoff vorhanden sein, der bei weiter anhaltenden Niederschlägen oder kühlen Bodentemperaturen einen gewissen Puffer bildet. Es besteht dann eine geringere Auswaschungsgefahr und die Pflanzen werden über einen längeren Zeitraum ernährt. Bei sehr hohen frühen N-Gaben auf leichteren Bodenarten bei weiterhin feuchten Böden ist auch der Einsatz von N-Düngern mit Inhibitoren (Nitrifikations- und/oder Ureasehemmstoff) sinnvoll.
Bei schwach entwickelten, gestressten Beständen muss man das Wurzelwachstum dringend mithilfe von Nährstoffen anregen, damit sich die Wurzelmasse und damit das Nährstoffaufnahmevermögen erhöht. Aktuell ist das Aufnahmevermögen dieser wenig entwickelten Wurzeln jedoch noch sehr begrenzt. Wie bekommt man trotzdem Stickstoff in die Pflanzen? An dieser Stelle können ebenfalls Dünger, die sowohl Nitrat als auch Harnstoff- oder Ammonium enthalten, eine Lösung darstellen und das Dilemma auflösen. Diese kombinierten Düngeformen schaffen es einerseits, die Entwicklung anzuschubsen und andererseits mit dem Wachstum einhergehend, kontinuierlich Stickstoff an die Pflanze zu liefern.
Wie bereits beschrieben, ist es sinnvoll, bei der Andüngung mit mineralischen Stickstoffformen Schwefel in Sulfatschwefelform mit zu applizieren. Diese negativ geladenen Moleküle sind im Boden beweglich und gelangen somit mit dem Wasserstrom gut zur Wurzel und decken den Bedarf.

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