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Reduktionsziele

Praktikernetzwerk rät: Mehr Präzision und Mechanik beim Pflanzenschutz

Das Dialognetzwerk zukunftsfähige Landwirtschaft hat erste Empfehlungen für eine praxisnahe Reduktion des chemischen Pflanzenschutzeinsatzes erarbeitet.

Lesezeit: 4 Minuten

Ende 2022 hat das Bundeslandwirtschaftsministerium zusammen mit dem Umweltressort ein Praktikernetzwerk zusammengestellt, das als „Dialognetzwerk zukunftsfähige Landwirtschaft“ die politischen Pläne beim Pflanzenschutz und der Tierhaltung in praxisnahe Handlungsempfehlungen übersetzen sollte. Nach mehreren Workshops liegen nun die ersten Ideen auf dem Tisch.

Für den Sprecher der Arbeitsgruppe „Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Alternativen“ (AG 1), Carsten Stegelmann, war die Arbeit ein voller Erfolg. Trotz der heterogenen Zusammensetzung des Netzwerks aus konventionellen und ökologisch wirtschaftenden Landwirten, Winzern und Naturschützern sei sehr zielorientiert gearbeitet worden.

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Zufrieden ist Stegelmann auch mit den Vorschlägen seiner Arbeitsgruppe. Ein beachtlicher Teil davon sei kurzfristig und ohne großen Mehraufwand umsetzbar und behielten Praxis und Produktivität im Blick. Der Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern sieht nun die Chance, „einen Pakt mit dem Ländlichen Raum für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Transformation der Landwirtschaft zu schließen“.

Wirtschaftlich tragfähige Transformation als Ziel

Die Arbeitsgruppe zur „Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Alternativen“ hatte ihre Ideen vor dem Hintergrund folgender Frage entwickelt: „Wie können wir zusammen mit der bundespolitischen Ebene eine für die Landwirtinnen und Landwirte wirtschaftlich tragfähige Transformation des chemischen Pflanzenschutzes mit dem Ziel der Verbesserung der Biodiversität und des Klimas bewirken?“

Eine wichtige Rolle spielten auch die Reduktionsziele der EU für die Anwendung von synthetischen Pflanzenschutzmitteln (PSM), die bis 2030 zum Schutz der Biodiversität und des Klimas um die Hälfte gesenkt werden sollen. Zudem soll die Verwendung gefährlicher PSM bis 2030 nach Intensität, Anwendung und Risiko um 50 % reduziert werden.

Reduktionsmaßnahmen regional anpassen

Damit die Umsetzung dieser tiefgreifenden Transformation auf den landwirtschaftlichen Betrieben ökonomisch tragfähig gestaltet werden kann, empfiehlt die Arbeitsgruppe des Dialognetzwerkes allgemein, die Reduktionsmaßnahmen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln so zu gestalten, dass diese unterschiedliche regionale Landschaftsstrukturen sowie klimatische Bedingungen berücksichtigen.

Eine große Chance, die Reduktion von PSM in einem systemischen Ansatz zu erreichen, besteht nach Überzeugung der Gruppe in der verstärkten Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes. Weiterer Verbreitung bedarf zudem der Ansatz der Hybridlandwirtschaft, in der ökologischer und konventioneller Landbau voneinander lernen und die im Sinne der Nachhaltigkeit besten Praktiken beider Bewirtschaftungsformen vereint werden. Dabei soll nach Überzeugung der Arbeitsgruppe generell eine Offenheit gegenüber modernen Technologien, auch in der Pflanzenzüchtung, gewahrt werden.

Förderprogramme aufstocken

Die Mitglieder des Beratungsgremiums verweisen zudem auf die Notwendigkeit, Kennzahlen und Zielgrößen für Biodiversität wissenschaftsbasiert festzulegen. Diese seien erforderlich, um den Erfolg von Reduktionsmaßnahmen zu überprüfen und wirksame Anreize für die Betriebe setzen zu können.

Wichtige Voraussetzung, um die Reduktion von PSM voranzubringen, ist darüber hinaus die Schaffung einer passenden Förderkulisse für zielführende Systeme und Technologien. Förderprogramme müssen zunächst finanziell aufgestockt werden, um Betrieben flächendeckend eine Teilnahme zu ermöglichen. Eine Teilnahme an Förderprogrammen per Losverfahren, wie aktuell im „Investitionsprogramm zukünftige Landwirtschaft“ praktiziert, bietet den Landwirten nach Auffassung der AG hingegen unzureichende Planbarkeit und Verlässlichkeit.

Präzisionslandwirtschaft unterstützen

Zudem soll die Förderkulisse des „Investitionsprogramms zukunftsfähige Landwirtschaft“ modifiziert werden. Die AG 1 empfiehlt in dem Zusammenhang, primär mechanische oder digitale Anwendungstechniken zur Reduzierung des PSM-Einsatzes zu betrachten. Stärker berücksichtigt werden in der Förderung nachhaltiger Praktiken und Technologien müssen zudem innovative Bewirtschaftungsansätze wie Spot Spraying zur zielgenauen, digital unterstützten Ausbringung von PSM. Auch Spot Farming als Anbausystem, das einen standortangepassten, punktgenauen Einsatz von Betriebsmitteln durch digitale Unterstützung ermöglicht und somit auch zur Reduzierung des PSM-Einsatzes beiträgt, bedarf der besonderen Förderung.

Die Ausbildung von angehenden Landwirt:innen muss nach Überzeugung der AG 1 dahingehend angepasst werden, dass diese systemische Ansätze zur Reduktion von PSM sowie die Nutzung moderner, digitaler Technologien zu dem Zwecke vermittelt. Auch Berater sollen entsprechend fortgebildet werden, um einen wirksamen Know-how-Transfer zu den Betrieben zu gewährleisten.

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