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Pflanzenschutz

CDU-Agrarier Stegemann: Pauschale Reduktionsziele sind ein Irrweg

CDU-Agrarsprecher Stegemann wirft der Ampel vor, die Agrarproduktion ins Ausland zu vertreiben. Wie er es besser machen würde, können Sie ihn bei „Politik trifft Praxis“ am 14. März selbst fragen.

Lesezeit: 4 Minuten

Am 14. März gibt top agrar den Startschuss zum neuen Talk-Format „Politik trifft Praxis“, bei dem Landwirtinnen und Landwirte mit Fachpolitikern auf Tuchfühlung gehen und Klartext reden können.

Mit dabei sind diese Bundestagspolitiker:

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  • Dr. Franziska Kersten (SPD)
  • Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Carina Konrad (FDP)
  • Albert Stegemann (CDU)
  • Artur Auernhammer (CSU)

Interessiert? Dann können Sie sich hier noch zu „Politik trifft Praxis“ anmelden.

Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir mit dem agrarpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, gesprochen und ihm einige Fragen gestellt, die die Zukunft der Landwirtschaft und insbesondere des Ackerbaus betreffen. Auch Sie haben bei „Politik trifft Praxis“ dafür die Gelegenheit. Oder Sie senden Ihre Fragen einfach im Vorfeld an fragen@topagrar.com und wir stellen sie dann den Referenten.

Der EU-Green-Deal muss neu ausgerichtet werden

Herr Stegemann, Brüssel und die Ampelregierung wollen eine Halbierung chemischer Pflanzenschutzmittel bis 2030. Ist das realistisch oder wird der Ackerbau in Deutschland und Europa damit überfordert?

Albert Stegemann: Diese pauschale Regelung ist ein Irrweg, nicht zielführend und wissenschaftlich nicht begründbar. Mit diesem „Greenwashing“ wird die landwirtschaftliche Erzeugung in vielen Bereichen einfach in Drittländer verlagert.

Die Leistungen des modernen Pflanzenschutzes bei der Erntesicherung werden von Berlin und Brüssel schlichtweg übergangen.

Die Leistungen des modernen Pflanzenschutzes bei der Erntesicherung werden von Berlin und Brüssel schlichtweg übergangen. Das eigentliche Problem ist, dass gerade Minister Özdemir es immer noch nicht verstanden hat, dass wir mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auch in der Agrar- und Ernährungspolitik eine Zeitenwende haben. Es wird die Zeit davor nicht mehr geben und das hat Konsequenzen, denen sich die Bundesregierung endlich stellen muss.

Klimaschutz, Artenschutz, Naturschutz – die gesellschaftlichen Anforderungen an den Ackerbau steigen unaufhörlich. Ist da noch Platz für die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln?

Albert Stegemann: Die Fragen der Ernährungs- und Versorgungssicherheit in Deutschland und der Europäischen Union muss deutlich in den Vordergrund gerückt werden. Der EU-Green-Deal muss neu ausgerichtet werden. Die Agrarpolitik der Bundesregierung darf nicht zu einer Unterabteilung im Umweltministerium werden. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur Landwirtschaft und zur Ernährungssicherung. Und dazu gehört natürlich auch eine starke Tierhaltung und eine politische Perspektive für unsere Tierhalter. Aktuell werden gerade diese von der Ampel-Regierung gegen die Umwelt- und Klimaschutz ausgespielt. Das ist mehr als fahrlässig.

Die Union hat sich recht klar für die Abschaffung der Stilllegungsverpflichtung ausgesprochen. Was sind Ihre Argumente gegen die Stilllegung?

Albert Stegemann: Wir brauchen vor allem rasch Klarheit bei den Stilllegungsregelungen. Die Bundesregierung ist aber auch bei diesem Thema wie so oft leider vollkommen uneins. Die Herstellung von Lebensmitteln muss unseres Erachtens konsequent sichergestellt werden. Produktive Flächen pauschal aus der landwirtschaftlichen Erzeugung zu nehmen ist der falsche Weg.

Ackerbauern sind in erster Linie Unternehmer. Sind wirtschaftliche Aspekte in der aktuellen Agrarpolitik noch ausreichend berücksichtigt?

Albert Stegemann: In der Ampel-Agrarpolitik macht sich ein Bullerbü-Denken breit.

In der Ampel-Agrarpolitik macht sich ein Bullerbü-Denken breit.

Es wird über 100 Prozent Bio-Landwirtschaft fabuliert, es soll zwischen guten und schlechten Lebensmitteln mithilfe unterschiedlicher Steuersätze unterschieden werden aber Fragen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft werden links liegen gelassen. Einen echten und ehrlichen Austausch zwischen Bundeslandwirtschaftsministerium und landwirtschaftlichen Praktikern, egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend, gibt es nicht mehr. Eine zielgerichtete und praktikable Politik sieht anders aus.

In den meisten Bundesländern sind die Roten Gebiete deutlich ausgeweitet worden. Düngung ist dort nur noch eingeschränkt möglich. Wäre auch ein anderer Weg möglich gewesen?

Albert Stegemann: Deutschland musste die EU-Nitrat-Richtlinie umsetzen. Da gab es keinen Weg dran vorbei. Wir haben aber gesehen, dass die neue Bundesregierung, ohne ernsthaft mit der EU-Kommission zu verhandeln, die sogenannte Emissionsmodellierung aufgegeben hat.

Brüssel hatte aber auch erklärt, dass die Maßnahmen in den roten Gebieten modifiziert werden können, wenn Systeme entwickelt werden, mit denen Betriebe identifiziert werden, die gewässerschonend wirtschaften. Für mich ist es unverständlich, dass die Bundesregierung sich weigert genau dieses System mit Brüssel und den Ländern abzustimmen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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