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So gelingt die Energiewende

Diese Baustellen sollte die Bundesregierung 2024 bei der Energiewende anpacken

Der Bundesverband Erneuerbare Energien sieht drei große Weichen, die 2024 gestellt werden sollten: Abbau von Hemmnissen, ein neues Strommarktdesign und eine erfolgreiche Sektorenkopplung.

Lesezeit: 4 Minuten

Nach der fossilen Versorgungskrise durch den Krieg in der Ukraine, dem vollendeten Atomausstieg und dem Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Haushalt haben sich die Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien verändert. „Im Schnitt haben erneuerbare Energien im Jahr 2023 mehr als die Hälfte des benötigten Strombedarfs erzeugt, im Wärme- und Verkehrssektor hinken wir den Zielen weit hinterher. Hier muss 2024 der Turbo eingeschaltet werden“, fordert Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE). „Damit der Ausbau der Erneuerbaren in allen Branchen und Sektoren, aber auch von Speichern und Sektorenkopplung an Fahrt gewinnt und systemisch anerkannt wird, dass erneuerbare Energien nun ins Zentrum der Betrachtung gehören, müssen im kommenden Jahr insbesondere drei zentrale Weichen gestellt werden.“

1. Hemmnisse abbauen


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2024 muss der Ausbau von Wind- und Solarenergie weiter vorangehen, um die ambitionierten Ausbauziele zu schaffen, fordert der BEE. 2023 habe einen ermutigenden Elan bei Photovoltaik (wenn auch noch nicht in allen Segmenten) und Windenergie (mit weiter wachsenden Zuschlägen und Genehmigungen) ausgelöst, der schnell weiter zu steigern seien. Weitere Forderungen:

  • Jetzt müsse zügig das PV-Paket mit den von der Branche benannten Änderungen verabschiedet werden,
  • die Novellen von Baugesetzbuch und Bundesimmissionsschutzgesetz seien in den Blick zu nehmen,
  • die RED III ist in nationales Recht umzusetzen. So werden Verfahren beschleunigt und vereinfacht.
  • Drängend seien zudem eine Biomasse-, Wasserkraft- und Geothermiestrategie, um das Potenzial der erneuerbaren Energien vollständig zu heben.

Allein Biogas bietet laut BEE ein Potenzial von 17 bis 27 GW gesicherter flexibler Leistung. Neue Bioenergie-BHKW ermöglichten zudem die systemdienliche Nutzung der Wärme in Wärmenetzen und Gasspeichern. Die lange ersehnten Gesetze wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das Wärmeplanungsgesetz (WPG), die zum neuen Jahr in Kraft treten, und eine abgespeckte Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) müssten nach einer Hängepartie den Hochlauf der Wärmetechnologien, allen voran der Wärmepumpe, nun ankurbeln. „Wärmenetze müssen zügig und mit auskömmlicher Förderung der Kommunen ein-, aus- und umgebaut werden“, fordert Peter.

2. Strommarkt reformieren


„2024 müssen die strukturellen Hindernisse für die Erneuerbaren im Strommarkt endlich abgebaut werden. Erneuerbare stemmen zwar den Großteil der Stromerzeugung und sind mittlerweile systemsetzend, bewegen sich jedoch noch immer in einem Energiesystem von vorgestern“, moniert die Präsidentin. Die „Plattform Klimaneutrales Stromsystem“ habe hier wichtige Grundlagenarbeit geleistet, im kommenden Jahr müsse es in die Umsetzung gehen. Bei der Frage der Förderung sei es zentral, vermehrt auftretenden Zeiten mit negativen Strompreisen entgegenzuwirken und damit betriebswirtschaftliche Risiken für die Erneuerbaren zu dämpfen. Dafür müssten zum einen die zeitliche Förderung auf ein zeitbasiertes Konzept (Mengenförderung) umgestellt werden. Zum anderen seien unbedingt mehr Flexibilitäten nötig.

„Mit einer Flexibilitäts- statt einer Kraftwerksstrategie kann ein heimisches Back-up-System für Wind und Sonne in Form von dezentralen erneuerbaren Kraftwerken geschaffen werden. Sie stellen Energie volks- und betriebswirtschaftlich günstiger und resilienter bereit als so mancher fossile Import, wie unsere Studie zum Klimaneutralen Stromsystem bereits vor zwei Jahren gezeigt hat“, sagt sie. Preissignale müssten auch im künftigen Stromsystem dringend erforderliche Investitionen aus dem Markt heraus anregen. Das sei bei der Debatte um die Einführung von „Contracts of Difference“ zu berücksichtigen.

3. Sektorenkopplung voranbringen


Der Gesetzgeber hat 2023 im Bereich Wasserstoffwirtschaft erste Grundsteine gelegt, eine ausbaubare Speicherstrategie ist auf den Weg gebracht. 2024 ist laut BEE der Aufbau einer flexiblen, systemdienlichen Wasserstoff-Strategie maßgeblich, damit der Ausbau der grünen Wasserstoffwirtschaft und der erneuerbaren Energien Hand in Hand gehen könnten. Mit der 37. Bundesimmissionsschutzverordnung, dem Herkunftsnachweisregistergesetz und perspektivisch einer Kraftwerks-/Flexibilitätsstrategie würden wichtige Weichen gestellt.

Heimischer grüner Wasserstoff ist nach einer Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag des LEE NRW wettbewerbs- und konkurrenzfähiger als Importe. „Die zu erwartenden Produktionskosten für grünen Wasserstoff hierzulande liegen meist unterhalb der Importkosten von Wasserstoff, der per Schiff zu uns kommt, und sind in vielen Fällen auch konkurrenzfähig zum Import von Wasserstoff per Pipeline. Größere Mengen an blauem Wasserstoff werden zudem nicht vor dem Jahr 2030 verfügbar sein und sind nicht CO2-neutral.“ Anwendungen von grünem Wasserstoff in der Industrie (von Stahl bis Chemie) seien zu priorisieren.

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