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topplus Zukunft von Biogasanlagen

Bioenergie-Debatte im Bundesrat: Länder drängen auf Anpassungen am EEG

Politiker mehrerer Länder wollen die Biogastechnologie stärker stützen. Die Branche begrüßt die Debatte und macht eigene Vorschläge. Zudem gibt es neue Berichte und Planungshilfen zu Biogas.

Lesezeit: 4 Minuten

Heute wird im Bundesrat ein Antrag der Bayerischen Staatsregierung zur stärkeren Nutzung der Bioenergie zur Erreichung der Klimaschutzziele diskutiert. Im Zentrum des Antrages stehen vor allem Änderungsvorschläge am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welche das Potenzial der Bioenergie erhalten, nutzen und an die Bedarfe der Zukunft anpassen sollen.

Ein ebenfalls eingereichter Antrag aus Schleswig-Holstein teilt die Forderungen und fokussiert sich explizit auf Verbesserungen für Biogas und Biomethan. „In den aktuellen Diskussionen um die Bioenergie wird allzu oft über Einschränkungen gesprochen und nachhaltige Potenziale künstlich verknappt. Gleichzeitig riskiert die Politik unverständlicherweise, den Kohleausstieg zu verschieben, und verfestigt eine fossile Zukunft durch langfristige Erdgaslieferverträge“, sagt Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie.

Es sei daher vollkommen richtig, die Bioenergie als Problemlöser dort einzusetzen, wo ihre spezifischen Stärken liegen: In der Erzeugung flexibler Energie, in schwer elektrifizierbaren Anwendungen oder bei der Bereitstellung negativer Emissionen.

Höheres Ausschreibungsvolumen

Der bayerische Antrag fordert unter anderem eine Erhöhung der Ausschreibungsvolumen im EEG für Biomasse auf 1.200 MW pro Jahr, eine Anhebung der EEG-Höchstwerte, die Förderung flexibler Strom- und Wärmebereitstellung sowie die Potenziale zur Nutzung und Speicherung von CO₂ aus Biomasse zu heben. Der eingereichte Antrag des Landes Schleswig-Holstein befasst sich mit den dringend benötigten Verbesserungen für Biogas und Biomethan und hebt deren Relevanz für die Wärmewende auf dem Land hervor.

Rostek appelliert an die Ländervertreter, den Antrag Bayerns zu unterstützen: „Wenn wir die Energiewende wirklich meistern wollen, müssen wir alle erneuerbaren Technologien mit ihren expliziten Stärken nutzen. Weder kommen wir bei der Kraftwerkstrategie an der gesicherten und flexiblen Stromerzeugung aus Biogas vorbei, noch dürfen wir unnötigerweise und ideologiegetrieben relevante nachhaltige Potenziale in der Nationalen Biomassestrategie riskieren.“ Andernfalls würde nicht nur die bestehende Energieerzeugung aus Biomasse gefährdet, sondern unwiderruflich eine schnelle Defossilisierung des Energiesystems verhindert.

Eine ausführliche Liste der Änderungsvorschläge zum EEG 23 des Hauptstadtbüro Bioenergie sind seit Oktober letzten Jahres auch auf der Webseite zu finden.

Niedersachsen: CDU fordert Perspektiven

„Biogasanlagen spielen eine wichtige Rolle im zukünftigen Energiesystem, insbesondere auch bei der Wärmeversorgung im ländlichen Raum. Es ist daher unerlässlich, dass die politischen Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet werden, um diese Potenziale bestmöglich zu nutzen“, betont Marco Mohrmann, landwirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen.

Die CDU-Landtagsfraktion stellt daher folgende Forderungen an die rot-grüne Landesregierung:

  • Die Berücksichtigung von Biogasanlagen in der nationalen Kraftwerksstrategie des Bundes,

  • konkrete Maßnahmen für den erleichterten Einsatz von Wirtschaftsdüngern,

  • die Ausschreibung größerer Strommengen für Biogasanlagen sowie die Abschaffung der sogenannten "Südquote" bei der Ausschreibung von Strommengen für Biogasanlagen,

  • die Erhöhung des Flexibilitätszuschlags für Biogasanlagen,

  • unbürokratischere und schnellere Genehmigungsverfahren beim Wechsel von Inputstoffen für Biogasanlagen, bei der Flexibilisierung des Anlagenbetriebs sowie bei der Genehmigung von notwendigen Investitionen zur Aufbereitung von Biogas zu Biomethan, zur Errichtung von Gas- und Wärmespeichern sowie zur Herstellung des Zugangs zum Gasnetz.

Die CDU-Landtagsfraktion fordert die rot-grüne Landesregierung auf, diese Forderungen ernst zu nehmen und unverzüglich umzusetzen bzw. Sich beim Bund für die Umsetzung stark zu machen, um die Zukunftsperspektiven für die Biogaserzeugung in unserem Land zu sichern.

Aktuelle Infos zur Biogaserzeugung

Der DBFZ-Report Nr. 50 des Deutschen Biomasseforschungszentrums beschreibt den Status Quo der Biogas- und Biomethanerzeugung in Deutschland. Im Fokus des Berichts stehen dabei Ergebnisse der jährlichen Befragungen von Betreibenden von Biogasanlagen und Biogasaufbereitungsanlagen. Der Report ist dabei eine Fortsetzung und Aktualisierung des bereits erschienen DBFZ Report Nr. 30 aus dem Jahr 2017.

Einführend werden im vorliegenden Report die zugrunde liegenden Datenquellen dargestellt und der Beitrag von Biogas und Biomethan zur erneuerbaren Energiebereitstellung in Deutschland aufgeführt. Im Weiteren wird in jeweils eigenständigen Kapiteln die Biogaserzeugung mit Vor-Ort-Verstromung und die Anlagen zur Biomethanerzeugung erläutert. Dabei werden jeweils der spezifische Anlagenbestand sowie deren Entwicklung, technische Anlagenparameter und Einsatzstoffe zur Biogas- und Biomethanerzeugung dargestellt. Anschließend werden Post-EEG-Perspektiven für die bestehenden Biogas- und Biogasaufbereitungsanlagen diskutiert und der Ausblick beschrieben.

Planungshilfe für Biogasanlagen

Die Web-Anwendung "Wirtschaftlichkeitsrechner Biogas (Bestandsanlage)" ist eine Planungshilfe für die Identifikation von bestehenden Weiterbetriebsoptionen von landwirtschaftlichen Biogasanlagen (Bestandsanlagen) nach Ablauf der 1. EEG-Förderperiode.

Ziel der Web-Anwendung ist es, eine existierende Biogasanlage über die Eingabe der eingesetzten Substratarten und -mengen sowie der Auswahl der Anlagenkomponenten abzubilden, um dadurch mögliche Weiterbetriebsoptionen darstellen zu können. Auswählbar sind die Nutzungspfade Kraft-Wärme-Kopplung (Vor-Ort-Verstromung und Satelliten mit einem BHKW inkl. Wärmeauskopplung) sowie Biomethanproduktion und -einspeisung (optional mit CNG-Tankstelle).

In den Ergebnissen werden für die modellhafte Darstellung der „Post-EEG“-Anlage anlagenspezifische Kennzahlen wie Investitionsbedarf, jährliche Kosten, Arbeitszeitbedarf und -kosten sowie Strom- bzw. Biomethangestehungskosten für Bestandsanlagen ausgewiesen. Ebenso kann eine detaillierte Kalkulation von Wärmeanfall und -bedarfsmengen für ausgewählte Wärmenutzungskonzepte durchgeführt werden.

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