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Immer mehr Wolfsrudel in Deutschland

Im Monitoringjahr 2021/22 wurden bundesweit 161 Rudel gezählt. Das waren drei mehr als im Jahr zuvor. Bundestagsopposition und Jagdverband fordern die Politik zum Handeln auf.

Lesezeit: 3 Minuten

Im Bundesgebiet ist die Zahl der Wolfsrudel weiter gestiegen. Während es 2020/21 deutschlandweit 158 Wolfsrudel gab, waren es im Ende April abgelaufenen Monitoringjahr 2021/22 insgesamt 161. Das geht aus den Erhebungen der Bundesländer hervor, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) am Montag in Abstimmung mit den Ländern veröffentlicht haben.

Die Beratungsstelle weist stets nur Rudelzahlen aus. Zahlen zur Gesamtpopulationen werden hier nicht genannt. Laut der Presseagentur AFP wurden jedoch in den Wolfsterritorien insgesamt 1.175 Tiere sicher bestätigt.

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Laut den Erhebungsdaten konzentrieren sich die Wolfsvorkommen wie in den Vorjahren auf das Gebiet von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen. Weitere Wolfsterritorien wurden in der Auswertung in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen nachgewiesen.

Wolfshochburg Brandenburg

Die meisten Wolfsrudel ermittelten die Fachleute im Berichtsjahr in Brandenburg mit 47 Rudeln, gefolgt von Niedersachsen mit 34 und Sachsen mit 31 Rudeln. In Hessen sind erstmals offiziell drei Welpen nachgewiesen worden. Neben den 161 Rudeln hat das Monitoring 43 Wolfspaare sowie 21 sesshafte Einzelwölfe erfasst; 2020/21 waren es 35 Paare und 22 Einzelwölfe gewesen.

Das BfN betonte, dass für den langfristigen Erhalt des Wolfes in Deutschland vor allem die erwachsenen, fortpflanzungsfähigen Individuen in den Wolfsterritorien maßgeblich seien. Daher konzentrierten sich die Bundesländer auf die Erhebung der Anzahl der Rudel und Wolfspaare.

Bilger: Wolfseinstufung als „bedrohte Art“ realitätsfern

Vor diesem Hintergrund ist es nach Auffassung des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger, höchste Zeit, dass Deutschland auf die stark steigenden Wolfszahlen reagiert.

Er stellt klar: „Der Wolf ist längst bei uns angekommen.“ Ihre Einstufung als streng geschützte Art im Bundesnaturschutzgesetz habe deshalb mit der Realität nichts mehr zu tun. Das sollte auch endlich Bundesumweltministerin Lemke einsehen und entsprechend handeln“, so Bilger.

Jagdverband: EU muss Wolfsstrategie neu bewerten

Für den Deutschen Jagdverband (DJV) belegen die offiziellen Bestandszahlen, dass die Wolfsbestände in Deutschland weiter zulegen und damit zwangsläufig auch die Risse von Schafen, Pferden und Kühen. Der Verband weist darauf hin, dass das Europäische Parlament in der vergangenen Woche die EU-Kommission in einer Resolution aufgefordert hat, die Wolfsstrategie neu zu bewerten und die ansteigenden Bestände zu berücksichtigen.

Die Resolution zielt unter anderem auf eine wirksame Unterstützung der Weidetierhaltung ab. Sie fordert auch eine Überarbeitung des Schutzstatus des Wolfes in Europa. DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke rief die EU-Kommission nun auf, den Mehrheitsbeschluss des Parlaments zu berücksichtigen. Die Bundesregierung müsse darüber hinaus die Weichen für ein „regional differenziertes Bestandsmanagement“ zu stellen.

Bestandswachstum verlangsamt sich

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sieht dies erwartungsgemäß anders. Der Verband stellte mit Blick auf die Monitoringzahlen fest, dass sich das Wachstum der Wolfspopulation deutlich verlangsamt habe. „Das oft behauptete exponentielle oder gar unkontrollierte Wachstum der Wolfspopulation in Deutschland gibt es nicht, wie die neuen Zahlen des BfN zeigen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Nach Einschätzung der Naturschützer gibt es noch viele Regionen, in denen Wölfe einen passenden Lebensraum finden können. Somit werde es auch in den nächsten Jahren sukzessive weitere neue Territorien geben. In Gebieten wie der Oberlausitz, in denen Rudel seit Jahren aneinandergrenzten, stehe hingegen inzwischen kaum noch geeigneter, freier Lebensraum zur Verfügung.

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