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RLV schockiert über jüngste Wolfsrisse im Rheinland

Neben einem staatenübergreifenden Monitoring der gemeinsamen Wolfspopulation in der EU bedarf es endlich einer nachhaltigen Regulierung des Wolfsbestandes, fordert der RLV-Verbandsvorstand.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Bilder aufgerissener hochträchtiger Schafe, zahlreicher Verlammungen und notgetöteter Tiere sind verstörend. Allein Ende Februar wurden als Bilanz eines einzigen Wolfsübergriffs in Dinslaken (Kreis Wesel) 39 Tiere Opfer des Schermbecker Wolfsrudels. Die Herde war gesichert mit einem empfohlenen Schutzzaun von 1,10 m Höhe, ebenso hatte eine Herdenschutzberatung stattgefunden. Das schreibt der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) in einer Stellungnahme zur aktuellen Situation beim Wolf.

Schon in der Vergangenheit wurden im Schermbecker Wolfsgebiet Schutzzäune überwunden und selbst Ponys angegriffen und getötet. Appelle der Tierhalter, auffällige Wölfe konsequent zu entnehmen, blieben erfolglos.

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Während hierzulande betroffenen Tierhaltern immer höhere und schwerere Zäune, aufwendige Nachtaufstallungen oder kräftige, aber nicht immer ungefährliche Schutzhunde empfohlen werden, setzen EU-Staaten wie Frankreich seit langem auf ein Entnahme-Management zum Schutz der unersetzlichen und gesellschaftlich erwünschten Weidetierhaltung, zeigt sich der Verbandsvorstand verärgert.

Auch EU-Parlament für Abschüsse

Inzwischen hält das EU-Parlament mit Blick auf den Erhaltungszustand des Wolfes auf gesamteuropäischer Ebene – auf dem Gebiet der EU-27 ist laut Parlament bereits wieder von ca. 19.000 Wölfen auszugehen – eine Herabstufung des Schutzstatus für gerechtfertigt und eine neue Wolfsstrategie angezeigt.

Vor diesem Hintergrund fordert der RLV-Vorstand Bund und Land auf, endlich umzusteuern und die Möglichkeiten des EU-Artenschutzrechts analog zu anderen europäischen Mitgliedstaaten vollständig auszuschöpfen. Zugleich ist die Politik aufgerufen, das Votum des Europäischen Parlaments aufzugreifen und eine kritische Überprüfung des aktuellen Schutzstatus zu unterstützen.

Neben einem staatenübergreifenden Monitoring der gemeinsamen Wolfspopulation in der EU bedarf es endlich einer nachhaltigen Regulierung des Wolfsbestandes, so der Verbandsvorstand.

Wolfsgebiet Schermbeck: CDU für Regelung, SPD dagegen

„Es wird Zeit zu handeln“, betonen die Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss (CDU) und die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik (CDU) aus Wesel gegenüber der Dorstener Zeitung.Beide fordern bessere Rahmenbedingungen für ein konsequentes Wolfs-Management. Das Wohl der Bürger geht ihrer Ansicht nach vor Ökologie und Wolf.

Der Räuber habe gelernt, Zäune zu überwinden, auch elektrische, sei bei seinen Beutezügen immer näher an Höfe oder Wohnbebauung herangekommen und durchstreife jetzt sogar die Städte. „Wer jetzt noch auf ein friedliches Zusammenleben von Mensch und auffälligen Wölfen hier am Niederrhein setzt, handelt verantwortungslos“, konstatieren Sabine Weiss und Charlotte Quik.

Das sieht der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider aus dem Kreis Wesel anders. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion zeigte sich verwundert über ihre Äußerungen. „Wenn Zeit zum Handeln ist, frage ich mich, warum die CDU-geführte Landesregierung nichts tut“, sagte er der Zeitung.

Das Zählen von Attacken und Wölfen allein reiche längst nicht mehr aus. Die Wirksamkeit des Weidetierschutzes müsse verbessert und die Möglichkeiten der Wolfsverordnung auch genutzt werden, so der Sozialdemokrat. „Der Umweltminister kann eine Vergrämung anordnen, also das Verscheuchen von Wölfen, die Siedlungen zu nahe kommen. Und seine Möglichkeiten reichen bis zur Entnahme von Wölfen“, so Schneider.

Umweltminister Oliver Krischer hingegen setzt weiter auf Abwarten. Nach Krischers Worten habe sich die Situation vor Ort entspannt, weil die Risszahlen seit Langem rückläufig seien. „Konkret habe ich den Minister gefragt, ob er über eine Vergrämung des Wolfes nachdenke. Selbst dazu wollte er sich nicht festlegen“, so Schneider weiter.

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