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topplus Brandenburger Bauernproteste

Nach „Mistaktion“ mit Verletzten im Havelland: Breites Entsetzen bei Landwirten

Der Protest mit ungesicherten Misthaufen auf einer Bundesstraße findet unter top agrar-Lesern, aber auch im Berufsstand kaum Freunde. Der Tenor: Protest ja, aber ohne die Gefährdung Unbeteiligter.

Lesezeit: 3 Minuten

Proteste, ob in der Landwirtschaft oder in anderen Branchen, sind oft laut, unbequem und stören. Das müssen sie auch, denn nur so schafft man öffentliche Aufmerksamkeit für die eigenen Probleme. Alles hat aber Grenzen und die beginnen spätestens, wenn Sachschäden oder die Gefährdung von Menschen in Kauf genommen werden.

Das Entsetzen war deshalb groß, nachdem gestern die Vorfälle im Brandenburger Landkreis Havelland publik wurden. Bisher Unbekannte hatten auf mehreren hundert Metern auf der B5 nahe Wustermark Mist und Gülle abgekippt, die Stellen aber nicht abgesichert. In der Folge kam es zu mehreren Unfällen mit Sach- und Personenschäden. Die Polizei ermittelt nun gegen „unbekannte Personen“.

Grenze überschritten

Für die meisten top agrar-Leser ist klar, dass damit eine Grenze überschritten wurde. Daran lassen viele Kommentare auf Instagram keinen Zweifel:

  • „Es war doch nur eine Frage der Zeit bis sowas passiert. Sowas ist einfach nur dumm. Ich war selbst bei vielen gut organisierten Protesten dabei, die viel gebracht haben und auf viel Akzeptanz gestoßen sind. Solche Aktionen machen das alles kaputt. Mit solchen Aktionen ist man kein Stück besser als andere Protestbewegungen, die einen fragwürdigen Umgang mit Farbe und Kleber pflegen. Ich hoffe, die Verantwortlichen bekommen ihre gerechte Strafe.“ (Philipp P.) 

  • „Das ist nicht mehr richtig!“ (Mathias) 

  • „Damit werden gut organisierte und disziplinierte Proteste wieder zunichte gemacht. Sehr schade. Die schwarzen Schafe bleiben meist länger im Gedächtnis.“ (Judith M.)

Das macht die Protesterfolge kaputt

Raphael G. gibt zu bedenken, dass derartige Aktionen weniger auf alle Landwirte zurückschlagen: „Der Erfolg der Proteste hängt davon ab, ob wir die restliche Bevölkerung von unserer Sache begeistern können. Wenn wir für die Normalbürger nur die irren Randalebauern sind, macht das nur die Protesterfolge (…) kaputt. Wenn das so weiter geht, wird man uns nicht den Agrardiesel zurückgeben, sondern die Miststreuer wegnehmen. Ach und übrigens: Wenn man für sein politisches Anliegen den Straßenverkehr behindert und gefährdet, dann macht man genau das gleiche wie ein Klimakleber auch.“ Auch Sven M. warnt: „Bisher unterstützt uns die Mehrheit der Bevölkerung aber mit solchen Aktionen verspielen wir alles (…).“

Marie Hoffmann: So geht Rückhalt in der Bevölkerung verloren

Die Agrarbloggerin Marie Hoffmann sagt ihrerseits: „Das ist absolut nicht in Ordnung und aufs Schärfste zu kritisieren.“ Derartig radikale Protestaktionen schaden nach ihrer Überzeugung vor allem auch dem Rückhalt in der Bevölkerung. Hoffmann appelliert deshalb an ihre Kollegen, Proteste anzumelden und für die Absicherung durch Ordnungsbehörden zu sorgen. Die Gefährdung unbeteiligter Personen müsse unbedingt vermieden werden.

Kreisbauernverband: Aktion nicht zu rechtfertigen

In dieselbe Richtung zielt das Statement des Kreisbauernverbandes Havelland. Er gibt bekannt:

  • Eine Gefährdung des öffentlichen Straßenverkehrs und der Gesundheit von Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern ist vollkommen inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen. Wir distanzieren uns von solchen Aktionen auf das Schärfste.

  • Die Durchführung von Protestaktionen ist ein grundgesetzlich gesichertes Recht, das jeder Bürgerin und jedem Bürger zusteht. Eine zentrale Voraussetzung ist allerdings, dass eine öffentliche Versammlung mit Ort, Größe und Zielstellung polizeilich angemeldet wird. Wir appellieren daher an Sie, alle Aktionen ordnungsgemäß anzumelden und gut organisiert durchzuführen.

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