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NDR: Aktion gegen Habeck am Schlüttsieler Hafen war kein Erstürmungsversuch

Viele Medien haben nach dem 4. Januar vorschnell geurteilt und von einem aggressiven Mob gesprochen, der Habecks Fähren „stürmen“ wollte. Nach NDR-Recherchen war alles anders.

Lesezeit: 3 Minuten

Für einen Großteil der deutschen Medien stand fast sofort fest: Ein wütender „Kartoffelmob“ wollte am 4. Januar in Schlüttsiel eine Fähre stürmen, Bundesminister Habeck bedrohen und Kindern Angst machen. Ganz so überzogen, wie es manche Journalisten und Politikerinnen gerne gehabt hätten, war es aber dann doch nicht.

Polizei sieht keine Absicht

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Teilnehmer der Blockade hatten derartige Vorwürfe schon die ganze Zeit zurückgewiesen, und sind auch im Interview mit dem NDR dabei geblieben. Selbst die Polizei bewertet dem NDR gegenüber den Vorgang im Moment des Ablegens als eine Folge des Drucks aus der Menschenmenge. Dies habe zu der auf den Bildern zu sehenden Situation geführt.

Thimo Silberstein, der Steuermann der Fähre, stand während der Blockade direkt am Anleger und bediente die Rampe. Er gibt gegenüber dem NDR an, während des Aufenthalts am Anleger teilweise eine aufgebrachte Stimmung wahrgenommen zu haben. Bedroht habe er sich aber nicht gefühlt: „Die Stimmung war relativ entspannt, so würde ich es beschreiben. Wir waren relativ ruhig, ich hatte auch überhaupt keine Angst, dass mir irgendetwas passiert.“

Auch nach Silbersteins Aussage ist die Situation erst am Ende eskaliert, als einzelne Teilnehmer im Moment des Ablegens Richtung Fähre liefen: „Ich habe die Brücke angehoben und in dem Moment haben einige, bei weitem nicht alle, ich kann keine Zahl nennen, 5 bis 10 Leute vielleicht, die Polizeisperre durchbrochen und sind die Brücke hochgelaufen. Was die genau wollten, kann ich natürlich nicht sagen, ob die nur rumrufen wollten oder weiter angreifen, das Schiff, keine Ahnung.“

Landwirte haben den Abend anders erlebt

Landwirt Malte Massow war wie andere Bauern aus der Region nach Aufrufen in Chatgruppen am Nachmittag des 4. Januar zum Anleger in Schlüttsiel gekommen. Es sei darum gegangen, mit Robert Habeck zu sprechen, sagt er gegenüber dem NDR: „Niemand war in der Absicht da, irgendwelche Schlägereien anzufangen. Wir wollten einfach nur da sein, um ihn zu empfangen und ein paar Worte auszutauschen.“ Nachdem ein Gespräch mit dem Minister trotz Vermittlungsversuchen der Polizei nicht zustande gekommen war, hatte die Fähre den Hafen mit Robert Habeck an Bord wieder verlassen.

Auch Massow bestreitet Erstürmungsversuche durch Landwirte. Im Moment des Ablegens der Fähre sei es durch das Gedränge zum Durchbruch einiger Teilnehmer durch die Polizeikette gekommen: „Das passiert, wenn da so viele Menschen auf einmal mit Körperkontakt sind und irgendwo Schub reinkommt, das ist definitiv klar. Aber ich kann ganz klar sagen, dass von unseren Landwirten keiner ihn (Robert Habeck) auf irgendeine Weise überhaupt angefasst hätte.“

Landwirt Torben Jacobsen weist Berichte über einen Erstürmungsversuch oder einen rechten Mob am Anleger ebenfalls zurück. Er bedauert die Eskalation des Protestes, aber die Handyvideos würden nicht den gesamten Ablauf wiedergeben: „Was man nicht sieht, ist, dass Polizei und Demonstranten sich danach wieder normal die Hand gegeben haben“, so Jacobsen im Gespräch mit dem NDR. Er habe angesichts einiger Berichte unmittelbar nach dem Vorfall den Eindruck gehabt, er sei auf einer anderen Veranstaltung gewesen.

Ob die vielen "Kritiker", die fast zwei Wochen lang von "Mistgabelmob" oder Trecker-RAF" gesprochen haben und praktisch alle Landwirte als Extremisten abtaten, ihre Behauptungen jetzt zurücknehmen?

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