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topplus ifo-Geschäftsklima

Konjunkturerwartungen brechen erneut stark ein

Die Stimmung der deutschen Ernährungswirtschaft ist nach kurzer Aufhellung wegen großer wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten wieder deutlich abgeflaut.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Stimmung in der deutschen Ernährungswirtschaft ist nach kurzer Erholungsphase wieder stark eingebrochen. Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex als Indikator für die aktuelle Stimmungslage und die Erwartungen der Branchenunternehmen sank im Juli auf minus 23,4 Punkte, nach minus 8,3 Punkten im Vormonat.

Auch die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fiel mit plus 5,3 Punkten pessimistischer aus als im Vormonat. Damals hatte der Index noch bei plus 13,2 Punkten gelegen. Noch erheblich stärker hat sich der Indikator der Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate eingetrübt: Der Index fiel um 20,4 Punkte zum Vormonat und notierte bei einem Saldo von minus 48,1 Punkten. Damit übersteigt die Anzahl der Hersteller mit sinkenden Geschäftserwartungen die der Hersteller mit positiven Erwartungen inzwischen deutlich.

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BVE: Historisch hohe Produktions- und Rohstoffkosten

Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erläuterte, wird die Stimmung der Ernährungsbranche durch große wirtschaftliche und politische Unsicherheiten belastet. Auch die historisch hohen Produktions- und Rohstoffkosten dürften daran ihren Anteil haben.

Obwohl der vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) berechnete Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel im Juni 2022 um 3,1 % zum Vormonat sank, lag er noch um 48,3 % über dem Vorjahreswert. Laut BVE fielen die Preise von Mai auf Juni für Getreide um durchschnittlich 6,1 % und die von Ölsaaten im Mittel um 2,6 %. Weiter steigende Energiekosten hätten diesen Rückgang aber weitgehend aufgezehrt. Der Teilindex der Energierohstoffe sei im Juni um 3,6 % zum Vormonat gestiegen und habe damit um 191 % über dem Vorjahresniveau rangiert.

Dem Hauptgeschäftsführer der BVE und des Lebensmittelverbandes Deutschland, Christoph Minhoff, zufolge befindet sich die heimische Lebensmittelbranche „in der größten Krise seit 70 Jahren“.

Ökoanbauziel zu hinterfragen

Gegenüber der „Heilbronner Stimme“ gab sich Minhoff auch skeptisch im Hinblick auf das Ökoanbauziel der Bundesregierung. Fakt sei, es gehe nicht mehr ohne nachhaltiges Wirtschaften, sprich ohne optimale Ressourcennutzung. „Aber tatsächlich muss man sich die Frage stellen, ob jetzt die richtige Zeit ist, um eine Quote von 30 % Ökolandbau auszurufen. Viele Landwirte haben nicht die Kapazitäten, sich jetzt um eine schnelle Umstellung zu kümmern“, so der BVE-Hauptgeschäftsführer.

Und ob die Verbraucher dann die Bereitschaft zeigten, diese Anstrengungen zu honorieren und noch mehr für Lebensmittel zu zahlen, sei auch fraglich. Laut BVE sind die kaum vermeidbare Weitergabe der hohen Herstellungskosten an die Endkunden sowie die anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten schon jetzt nicht ohne Folgen für die Stimmungslage bei den Verbrauchern geblieben.

Der Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) lag im Juli bei minus 27,7 Punkten und ist damit um 1,5 Punkte im Vormonatsvergleich gesunken. Kurzfristig soll es noch weiter abwärts gehen: Auf Basis der negativen Entwicklung der Indikatoren prognostiziert die GfK für August 2022 einen Saldowert des Konsumklimas von minus 30,6 Punkten und damit ein neues Rekordtief.

Preise trieben Mai-Umsatz

Wie weiter aus dem BVE-Konjunkturbericht hervorgeht, erwirtschaftete die deutsche Ernährungsindustrie im Mai 2022 einen Umsatz von insgesamt rund 18,2 Mrd. € und konnte damit das Vorjahresergebnis nominal um 23,9 % steigerte.

Das Umsatzplus habe hauptsächlich aus höheren Verkaufspreisen im In- und Ausland resultiert, während der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 % gestiegen sei, erläuterte die Bundesvereinigung.

Ihr zufolge erwirtschafteten die Lebensmittelhersteller auf dem Inlandsmarkt einen Umsatz von insgesamt etwa 12,2 Mrd. € und bauten das Vorjahresergebnis damit um 30,8 % aus. Bei im Mittel um 19,1 % höheren Verkaufspreisen verzeichnete die Branche einen Absatzzuwachs von 9,8 %.

Das Auslandsgeschäft konnten die Hersteller nominal ausbauen: Das Exportumsatzergebnis betrug laut BVE im Mai 6,1 Mrd. € und lag somit nominal um 12,1 % über dem Vorjahreswert. Hier fußte das Umsatzplus allein auf den um 21,9 % gestiegenen Ausfuhrpreisen, denn der Absatz ging um 8,0 % zurück.

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