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Trotz Inflation: Deutsche Verbraucher lieben Eier

Die Nachfrage wächst, die Preise sind hoch. Dennoch hadert die Eierbranche. Warum?

Lesezeit: 4 Minuten

Deutsche Verbraucher haben weiterhin Lust auf Eier. Das belegt die aktuelle Käuferreichweite, also der Anteil der Haushalte, die Eier kaufen. Sie lag im dritten Quartal 2023 bei über 84 % und damit um 0,7 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Auf das Gesamtjahr gesehen dürfte die Reichweite sogar über 90 % liegen. Das heißt, bei neun von zehn Haushalten gehören Eier zum Speiseplan.

Die Verbraucher bevorzugen dabei Eier aus Bodenhaltung. Die Nachfrage nach Bioeiern ist hingegen zurückgegangen, was vermutlich auf die eingeschränkte Verfügbarkeit und wohl auch auf die hohen Lebensmittelpreise zurückzuführen ist. Auch Eier leisteten bei der Inflation ihren Beitrag. Nach den Rekordpreisen im Jahr 2022 fielen sie allerdings nach Ostern 2023 etwas ab, bevor sie sich im August stabilisierten. Im November 2023 kosteten 100 Bodenhaltungseier der Gewichtsklasse M laut MEG-Preisfeststellung 14,30 €, was einem Rückgang von 0,55 € im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zum Vergleich: Im November 2021 erzielten 100 Eier nur 7,35 €.

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Stabiler Pro-Kopf-Verbrauch

Obwohl die Preise relativ hoch sind, „sprang“ die deutsche Eierproduktion 2023 nicht so richtig an. Im Gegenteil, sie ist nach vorläufigen Daten um 3 bis 4 % auf 14,2 Mrd. Eier gesunken (Übersicht 1), während der Verbrauch leicht auf 19,5 Mrd. Stück zulegte. Da die Bevölkerung in Deutschland durch die Aufnahme von Flüchtlingen gewachsen ist, blieb der Pro-Kopf-Verbrauch mit 230 Eiern dennoch stabil (Übersicht 2). Der Selbstversorgungsgrad sinkt auf nur noch 72 %, was einen Rückgang von 3,7 Prozentpunkten im Vergleich zu 2022 bedeutet.

Deutschland bleibt somit zu einem erheblichen Teil auf Eierimporte an­gewiesen. Im Jahr 2023 sind es nach bisherigen Schätzungen der Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) etwa 7,6 Mrd. Eier, was einem Anstieg von 4 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Die Exporte sinken gleichzeitig um fast 16 %. Marktteilnehmer erklären das zumindest teilweise mit den gestiegenen Produktionskosten. Das nationale Verbot des Kükentötens schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Eierproduktion im Export.

Wie geht es weiter?

2024 ist mit einer Erholung der deutschen Erzeugung zu rechnen. Bis Ostern gehen Branchenkenner noch von einer eher dünnen Angebotsdecke aus. Danach dürften sich aber die recht jungen Legehennenbestände in Deutschland bemerkbar machen und zu einer höheren durchschnittlichen Legeleistung führen mit entsprechend mehr Eiern.

Das muss in Deutschland aber nicht zwingend zu sinkenden Erzeugerpreisen führen. Denn die Stellung deutscher Anbieter gegenüber Importeuren dürfte sich im neuen Jahr verbessern. Hintergrund ist, dass große Teile des deutschen Lebensmitteleinzelhandel ein KAT-Label (kontrollierte alternative Tierhaltungsform) verlangen und dort ab 2024 das Kükentöten verboten ist. Das Angebot dieser OKT-Eier (ohne Kükentöten) ist aber bisher begrenzt, weil sie vorwiegend in Deutschland produziert werden. Im Verarbeitungssektor, der teils auch Ware aus Produktionssystemen mit Kükentöten (MKT) einsetzt, werden weiterhin auch umfangreich Importeier eingesetzt.

Ohne Kükentöten (OKT): Branche ausgebremst

Deutschland hat das Töten der männlichen Küken zum 1. Januar 2022 verboten. In weiten Teilen der EU und weltweit ist es hingegen weiterhin gängige Praxis, was die deutsche Eierbranche ziemlich herausfordert. Viele Brütereien, besonders kleinere, konnten oder wollten den neuen Produktionsstandard hierzulande nicht umsetzen. Im September 2023 zählte Destatis nur noch acht aktive Brütereien gegenüber 16 im September 2021.

Das spiegelt sich auch in den Schlupfergebnissen wider. In den ersten drei Quartalen 2023 schlüpften 14,5 Mio. Legeküken. Das sind zwar gut 12 % mehr als im Vorjahr, aber 37 % weniger als 2021, bevor das nationale Verbot des Tötens männlicher Küken der Le­gerassen in Kraft trat. Die rückläufigen Schlupfergebnisse werden zumindest teilweise durch eine verlängerte Lebensdauer der Hennen ausgeglichen.

Weniger Bruderhähne

Die Eierbranche setzt dabei zunehmend auf die Geschlechtsbestimmung im Ei, um die kostspielige Aufzucht der Bruderhähne zu vermeiden. Im September 2023 meldeten noch sechs Brütereien „aussortierte Hahnenküken“. Bezogen auf die theoretisch mögliche Gesamtzahl an männlichen Küken wurden nur noch 40 % ausgebrütet, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 65 % in 2022. Lediglich in der Biobranche dominiert noch die Aufzucht männlicher Küken. Insgesamt hat Deutschland in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 7,7 Mio. Hahnenküken aussortiert – ein Minus um rund 14 % gegenüber dem Vorjahr. 

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