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Tierschutz auf Abwegen

"Verein gegen Tierfabriken" zeigt Bauern für Almhaltung an

Angezeigt für Almwirtschaft. Dieser Fall beschäftigt Bauern und die Landwirtschaftskammer Kärnten. Die absurde Begründung: Nutztiere seien nicht für die freie Natur geeignet und daher schutzlos.

Lesezeit: 3 Minuten

Eines muss man den selbsternannten Tierschützern lassen: Ihnen fällt immer etwas neues ein. Über einen besonders grotesken Fall haben unsere österreichischen Kollegen bereits gestern berichtet. Ein „Verein gegen Tierfabriken“ hat einen Almbauern in Kärnten angezeigt, weil der seine Tiere auf der Hochalm gehalten hatte und einige Schafe daraufhin vom Wolf gerissen wurden.

Konkret lautet der Vorwurf, dass die Nutztiere nicht mehr für die freie Natur gerüstet und damit schutzlos gegenüber Raubtieren seien. Schuld an den Rissen sei deshalb nicht der Wolf, sondern die Vernachlässigung durch den Menschen, so die Begründung des Tierschutzvereins, der im vergangenen Jahr schon einmal einen Landwirt im Salzburger Land mit derart seltsamen Vorwürfen angezeigt hatte.

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Huber: So etwas tut man nicht

Bei der Landwirtschaftskammer (LK) Kärnten zeigt man sich erzürnt über den Verein. „Einen Bauern, dem ohnehin schon massiver Schaden durch den Wolf entstanden ist, auch noch anzuzeigen, ist letztklassig. So etwas tut man nicht“, so LK-Präsident Siegfried Huber. Er kündigte an, den betroffenen Bauern mit voller Kraft zu unterstützen: „Ich lasse es nicht zu, dass von einem Wiener Großstadtbüro aus, die harte und rechtschaffene Arbeit von Almbauern angepatzt und in den Dreck gezogen wird.“

„Die Landwirtschaftskammer Kärnten wird dem betroffenen Almbauern mit ihrer gesamten Rechtsexpertise zur Seite stehen. Unser Ziel ist es, dass das Verfahren eingestellt wird“, betont Huber im Namen des gesamten Vorstandes der LK Kärnten.

Frühere Anzeige aus Salzburg: Verfahren eingestellt

Der Kammerpräsident verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass dies österreichweit bereits die zweite Anzeige ist, die der VGT gegen Almbauern eingebracht hat. Bereits im vergangenen Herbst war in Salzburg ein Bauer aus St. Johann/Pongau angezeigt worden. Das Verfahren ist mittlerweile eingestellt worden, die Anzeige im Sand verlaufen.

Almen sind keine Wildnis

Für LK-Präsident Huber ist klar: „Dem Verein gegen Tierfabriken geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern nur um polemische Stimmungsmache gegen die Almwirtschaft. Eines möchte ich noch klarstellen: Eine Alm ist keine ‚Wildnis‘, sondern eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten bewirtschaftet wird. Großraubtiere wie der Wolf haben in dieser Kulturlandschaft keinen Platz. Wölfe sind längst nicht mehr vom Aussterben bedroht und stehen gar nicht auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Wenn jemand gefährdet ist, dann sind es die Kärntner Almbäuerinnen und Almbauern und mit ihnen die gesamte Almwirtschaft.“

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