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Veganuary: Social Media-Posting der LVM-Versicherung empört Landwirte

Die LVM Versicherung unterstützt in den Sozialen Netzwerken den Aufruf, sich vegan zu ernähren. Viele Landwirte sind erbost. Die Versicherung nimmt Stellung.

Lesezeit: 3 Minuten

„Veganuary – Wir sind dabei“ hat der LVM (Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster) prominent in den Sozialen Netzwerken wie Facebook gepostet. Veganuary ist eine gemeinnützige Organisation und Kampagne, die Menschen weltweit dazu ermutigt, sich im Januar und darüber hinaus vegan zu ernähren. Die LVM unterstützt diese Kampagne und schreibt unter anderem: „Dieses Jahr ist unsere Kantine auch mit leckeren veganen Speisen dabei.“ Dann rechnet die Versicherung mit Bezug auf Zahlen der Harvard University und der Vegan Society UK vor, welche Auswirkungen es habe, wenn sich 1 Mio. Menschen 31 Tage lang vegan ernähren. Sie sollen:

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  • zudem sei das Leben von 3,4 Mio. Tieren verschont geblieben.

Sturm der Entrüstung

Unter Landwirtinnen und Landwirten haben sich die Folien der LVM blitzschnell verbreitet – und einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Richtung ist dabei eindeutig: Warum unterstützt die LVM solche Kampagnen und wie glaubhaft sind die Zahlen?

„Als Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster ist das schon eine große Frechheit gegen die im Münsterland stark vertretenen Familienbetriebe mit Tierhaltung. Ich will niemanden vorschreiben, wie er sich ernährt, aber Meinungsmache aus euren Reihen finde ich absolut unangebracht. Zumal viele landwirtschaftliche Betriebe bei euch sämtliche Versicherungen haben. Durch solche Aktionen rasseln bald die Kündigungen rein“, lautet beispielsweise ein Kommentar.

Ansgar Tubes, Sprecher von „Land sichert Versorgung LsV NRW“ sieht es ähnlich: „Dass ein Unternehmen, welches mit der Landwirtschaft groß geworden ist, nun auf dem Rücken aller landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Generationen rund um die Uhr für ihre Nutztiere da sind, sich so einer populistischen Kampagne bedienen muss, ist mehr als verwerflich. Offensichtlich ist der Führungsetage des LVM nicht mehr bewusst, wofür der Buchstabe ´L´ am Anfang des Namens steht und das ist mehr als bitter!“

LSV fordert Belege für die Zahlen

LsV NRW zweifelt auch die aufgeführten Zahlen stark an. Daher hat der Verein einen Brief an die LVM geschickt (liegt dem Wochenblatt vor). Darin fordert LsV NRW die LVM auf, Belege für aufgeführten Zahlen zu liefern. Der Brief endet mit: „Auch werden wir uns im Falle nicht ausreichender Belege zu Ihren Behauptungen vorbehalten, juristische Schritte einzuleiten. Es ist für uns in keinster Weise mehr nachvollziehbar, warum offensichtlich zumindest Teile des Werbe- und Socialmediateams Ihres Unternehmens im öffentlichen Denunzieren ihrer (ehemaligen?) Kernkundschaft scheinbar profilieren müssen. Wir verstehen alle Kollegen, die nicht mehr bereit sind, dieses Bauern-Bashing mit ihren Versicherungsbeiträgen quer zu finanzieren.“

WLV ist empört

„Wir sind empört und massiv verärgert über die „Veganuary“-Kampagne des LVM und haben dies der Vorstandsspitze des Hauses umgehend und unmissverständlich klar gemacht. Wir haben zum Ausdruck gebracht, dass wir unverzüglich eine Distanzierung und Klarstellung der LVM zu den verbreiteten Falschinformationen fordern. Der LVM berät sich in diesen Stunden und hat uns eine Stellungnahme für den heutigen Tag zugesagt“, macht WLV-Präsident Hubertus Beringmeier deutlich.

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