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Arbeitsbelastung: Rennen Sie noch oder denken Sie schon?

Nachhaltigkeit umfasst Ökologie, Ökonomie und Soziales. Das Soziale kommt in der Milchviehhaltung oft zu kurz. Viele Milcherzeuger sind überlastet. Das wirkt sich negativ auf die Betriebsführung aus.

Lesezeit: 3 Minuten

Viele Milcherzeugerinnen und Milcherzeuger sind überlastet. Das ist ein Ergebnis aus der Auswertung des QM-Nachhaltigkeitsmoduls Milch (QM-NMM), die Dr. Birthe Lassen vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft beim Berliner Milchforum vorstellte.  

Hohe Arbeitsbelastung

„Wer ein Unternehmen leitet, muss rational denken können“, erklärte die Wissenschaftlerin. Bei Dauerstress sei das aber schwierig. Bereits jeder vierte Milchviehbetrieb in Deutschland hat nach Angaben von QM-Milch bereits an dem Nachhaltigkeitsmodul teilgenommen. Dabei ist herausgekommen, dass die Mehrheit der Betriebsleiter die Arbeitsbelastung als hoch aber zu schaffen einschätzt. Etwa 10 % sagten, die Arbeitsbelastung sei durchgehend zu hoch und kaum noch zu schaffen.

„Viele Betriebsleiter sparen sich Regenerationspausen“, sagte Birthe Lassen. Beispielsweise hätten 60 % der Betriebe angegeben, keinen einzigen freien Tag pro Woche zu haben. Viele würden nie in den Urlaub fahren und sich keine Auszeiten für strategische Entscheidungen nehmen. Nur die Hälfte aller am QM-NMM teilnehmenden Betriebe ist sich sicher, in zehn Jahren noch Kühe zu melken.

„Ohne eine stärkere Berücksichtigung der sozialen Nachhaltigkeit wird eine Transformation der Milchwirtschaft schwierig“, betonte die Wissenschaftlerin mit Nachdruck.

Als Beispiele für soziale Nachhaltigkeit nannte sie persönliche Weiterentwicklung durch Fortbildungen oder die Sicherung von regelmäßigen Auszeiten z.B. über Betriebshilfsdienste. Auch Verlässlichkeit sei ein Schlüssel für soziale Nachhaltigkeit, erklärte Lassen in Richtung Molkereien und Politik.

Potenziale bei Futterkosten

Potenzial sieht sie noch im Bereich der Ökonomie: „Das Geld liegt auf dem Futtertisch“, beschrieb sie ein weiteres Ergebnis der Auswertungen. Sie erklärte, dass bei rund einem Drittel der untersuchten Betriebe nur gelegentlich oder gar keine Grundfutteranalysen und Rationsberechnungen gemacht werden.

Das Thema Nachhaltigkeit zu monetarisieren ist eine Aufgabe, an der das Thünen-Institut nach Aussage von Birthe Lassen gerade arbeitet. „Nachhaltigkeit ist schwer zu vermarkten“, bedauerte sie.  

Raus aus dem Hamsterrad ist der Schlüssel zum Erfolg. - Dr. Birthe Lassen

In der an ihren Vortrag anschließenden Podiumsdiskussion machte Dr. Birthe Lassen deutlich, dass Burnout ein Thema in der Branche ist. „Das ist eine Frage der Selbsterkenntnis“, sagte sie und rief dazu auf, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, bspw. über Sorgentelefone, den Hausarzt oder Coachings. Sie brachte es auf den Punkt: „Raus aus dem Hamsterrad ist der Schlüssel zum Erfolg!“

Ihre Meinung ist gefragt!

Teilen Sie die Einschätzung von Dr. Birthe Lassen? Welche Erfahrungen haben Sie mit Überlastung und ggf. Depressionen oder Burn-Out gemacht? Wie gehen Sie mit stressigen oder belastenden Situationen im Alltag um? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an kirsten.gierse-westermeier@topagrar.com

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