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Bullenmast: Wird Haltungsform 3 zum Standard?

Geben die Anforderungen des LEHs und das Einkaufsverhalten von Verbrauchern die Richtung in der Bullen­mast vor? Johannes Steinhoff von der Westfleisch gibt einen Ausblick.

Lesezeit: 3 Minuten

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

Künftig will der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) stärker auf höhere Haltungsformen (HF) setzen: „Schon jetzt ist HF3 Realität im Handel. Aldi profitiert bereits von der Umstellung auf ­höhere Haltungsstufen, Lidl will bis Ostern das gesamte Rindfleisch auf HF3 umstellen und Rewe hat französisches Rindfleisch im Sor­timent, weil zum damaligen Zeitpunkt kein deutsches Fleisch aus HF3 verfügbar war.“

Das sagte ­Johannes Steinhoff, Vorstandsmitglied der Westfleisch, vergangene Woche bei der Sitzung des WLV-Arbeitskreises Rindfleischerzeugung. Der Absatz von HF3-Fleisch in der Gastronomie hängt aber hinterher.

Politik und Handel einig

Die Nachfrage nach HF3-Bullen sei aktuell hoch. „Wenn hiesige Landwirte die höhere Haltungsstufe in der Bullenmast nicht umsetzen können, sucht sich der Handel andere Wege“, berichtete Steinhoff. Auch Fleisch von Kühen sei denkbar, um Hackfleisch in HF3 anzubieten, wenn Jungbullen fehlen.

Dem entgegnete Christopher Kneip, betriebswirtschaftlicher Berater für Rindermast bei der Landwirtschaftskammer NRW: „Für einige Betriebe rechnen sich 23 Cent/kg SG für HF3. Es kommt darauf an, wie viele Tiere abgestockt werden müssen. Allerdings sollten die Landwirte das frei gewordene Kapital im Betrieb investieren, damit es keine Steuern kostet. Gelten Lieferverträge nur für zwei Jahre und der LEH kündigt, sobald es nicht läuft, geht die Rechnung nicht mehr auf“, sagte er.

Ein Landwirt merkte an, man gehe zunächst in Vorleistung, ohne zu wissen, ob Verbraucher bereit sind, den Mehraufwand zu zahlen.

Dennoch ist Steinhoff sicher, dass Handel und Politik HF3 zum Standard machen wollen. Dabei sei der LEH zwei Schritte weiter als die Politik. „Hoffentlich nicht zum Standardpreis“, warnte ein Mäster.

Steinhoff appellierte, dass jeder Betrieb für sich entscheiden muss, ob sich eine höhere Haltungsstufe rechnet. Er riet den Mästern aber, sich damit auseinanderzusetzen, bevor die Programme geschlossen sind. Ein Bullenmäster dazu: „Wenn ich gut verhandle und Zuschläge auf die VEZG-Notierungen bekomme, verringert sich der Abstand zu den HF3-Zuschlägen deutlich. Dann lohnt es sich womöglich nicht mehr, die Haltung umzustellen und einen Bullen aus der Bucht herauszunehmen.“

Wenn es sich rechnet, produzieren wir, was verlangt wird." - Hubertus Beringmeier

Dem pflichtete auch WLV-Präsident Hubertus Beringmeier bei: „Wenn es sich rechnet, produzieren wir, was verlangt wird. Es ist positiv, dass sich der Handel zu deutscher Ware bekennt. Dieses Bekenntnis dürfen wir nicht verlieren, was nicht heißt, dass wir uns alles gefallen lassen müssen.“

Mehr Rind im Discounter

Dass Rindfleisch zunehmend eine Rolle im deutschen LEH spielt, zeigen die Absatzzahlen der Discounter: Aldi verkaufte 2023 vom ersten bis dritten Quartal 14,5 % mehr Rinder-Frischfleisch als im Vorjahreszeitraum. Bei Netto waren es 8,8 %. In den Supermärkten stagniert der Absatz. „Den Bedientheken geht das Personal aus. Das ist deutlich spürbar“, so Steinhoff.

Um die Weihnachtsnachfrage anzukurbeln, begrüßt Beringmeier, dass der LEH Rindfleisch wieder bewerben will. Die Krux: „Zum Beispiel Rouladen werden zu Weihnachten verramscht. Das Angebot von etwa 8,99 €/kg liegt weit unter dem regulären Preis von 14,99 €/kg. Das Verhältnis zu den Bullenpreisen passt nicht“, berichtete Steinhoff. In seinen Augen ist der Markt aktuell gesättigt und er erwartet ­keine größeren Preissprünge auf der Erzeugerseite.

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