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EU-Tiertransportverordnung: So beurteilen Politik und Praxis die Vorschläge

Die EU plant höhere Auflagen für Tiertransporte. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir gehen die Vorschläge nicht weit genug. Tierschützer fordern weiterhin ein Verbot von Drittlandsexporten.

Lesezeit: 3 Minuten

Die EU-Kommission hat Vorschläge für eine Überarbeitung der aktuell geltenden Verordnung zum Tierschutz beim Transport (EG) 1/2005 vorgelegt. Demnach plant die EU vor allem, die maximalen Transportzeiten zu verkürzen und Transporte bei Temperaturen über 30 Grad Celsius zu verbieten.

Was bedeutet das für die Praxis und Vermarktung?

In der Branche herrscht aktuell noch Unsicherheit über die möglichen Auswirkungen für Landwirte, Händler und die Vermarktung, da viele entscheidende Detailfragen noch nicht geklärt sind. Ein Händler erklärte gegenüber top agrar aber, dass die Vorgaben dazu führen könnte, dass weniger Tiere pro Fahrzeug transportiert werden können. Das würde die Zahl der Transporte und damit die CO2-Bilanzen sowie Kosten steigern.

Bei einigen Vorschlägen gehen die deutschen Regelungen zum Tiertransport aber bereits über die EU-Vorschläge hinaus: Die EU sieht eine maximale Beförderungszeit von neun Stunden für den Transport von Tieren zum Schlachthof vor und liegt damit eine Stunde über der national geltenden Regelung, erklärt ein Sprecher des BMEL.

Wie beurteilt die Politik die Vorschläge?

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir begrüßte den Vorschlag der Kommission: „Es ist höchste Zeit, bestehende Lücken beim Tierschutz zu schließen. Tierschutz bei Transporten darf nicht an Ländergrenzen haltmachen. Starten oder enden Transporte in der EU, müssen diese auf der gesamten Route im Einklang mit EU-Recht sein – auch in Drittländern.“

Allerdings bedauerte der Minister, dass die Kommission nicht die versprochenen Vorschläge für mehr Tierschutz bei der Haltung und Schlachtung vorgelegt hat. „Bessere europäische Mindeststandards hätten hier einen wichtigen Rahmen gesetzt, um den Tierschutz in Deutschland und der EU deutlich nach vorne zu bringen“, so der Landwirtschaftsminister.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will die Vorschläge nun sorgfältig prüfen und sich in Brüssel weiter für ambitionierte Regelungen einsetzen. Das soll ein EU-weit hohes Tierschutzniveau sicherstellen.

Was sagen Tierschützer zu den EU-Plänen?

Auch einige Tierschutzorganisationen begrüßen den Vorschlag der EU-Kommission, fordern aber weitergehende Maßnahmen. So erklärte Anne Hamester, Leiterin Facharbeit und Politik bei ProVieh, dass die Begrenzung der Transportzeit von Schlachttieren ein wichtiger Schritt sei, aber man nicht am Ziel sei: "Entscheidend ist unter anderem, dass diese Regelung nicht nur für Schlachttiere, sondern auch für Zuchttiere gelten muss. Langfristig muss die Transportzeit noch deutlich, auf maximal vier Stunden, reduziert werden.”

Die aktuellen Bestimmungen für Tiertransporte in Hochrisikoländer seien unzureichend. Die Tierschutzorganisation fordert ein umfassendes Verbot von Tiertransporten in Hochrisikostaaten.

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