Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Sonstiges

Nässe auf den Feldern Stilllegung 2024 Güllesaison

topplus Intensive Kälberaufzucht

Erfolgreiche ad libitum-Aufzucht: Färsen geben 1.000 kg mehr Milch

Eine intensive Kälberaufzucht hat kräftige Jungtiere als Ziel. Sie sind nicht nur besser entwickelt, sondern auch leistungsstärker. Familie Dau profitiert seit Jahren davon.

Lesezeit: 4 Minuten

Nach 15 Jahren ad libitum-Tränke liegen für Christiania und Momme Dau die Vorteile auf der Hand: Die ­Kälber sind kräftiger, frühreifer und geben als Färsen in der ersten Laktation geschätzt 1.000 kg mehr Milch. Die beiden Geschwister kümmern sich gemeinsam um die Nachzucht der 150 melkenden Holstein-Kühe. „Früher haben unsere Rinder mit 28 Monaten gekalbt. Heute haben wir uns auf 24 Monate verbessert“, sagt Chris­tiania. Das spart Aufzuchtkosten und bringt früher Milchgeld ein.

Newsletter bestellen

Das Wichtigste zu den Themen Rind + Milch mittwochs per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Die Tiere entwickeln sich prächtig: „Unsere Kälber legen am Tag 1.000 g zu. Das zeigen unsere Bullenkälber, die wir wiegen und im Alter von vier Wochen verkaufen“, erklärt Momme Dau. Der Betrieb setzt kein Fleischrassesperma ein und versorgt alle Kälber gleich. Damit lassen sich Zunahmen vergleichen.

Individuelle Milchmengen

Auf dem Betrieb in Nübbel (Schleswig-Holstein) bekommen die Kälber nach der Geburt Kolostrum. Im Mittel trinken die jungen Tiere 4 l aus einer Flasche. Die vertränkte Biestmilch muss mindestens eine Qualität von 24 Brix erreichen. Vorrangig verwenden Daus die Milch von Kühen. Die sind im Gegensatz zu den Färsen gegen Roto-­Corona geimpft. Um jederzeit Kolos­trum zur Hand zu haben, dient ein Gefrierschrank als Vorrat.

Ab der zweiten Mahlzeit bekommen die Kälber 6 bis 7 l Kolostrum im Nuckeleimer. „In den ersten sieben Lebenstagen steigern wir die Milchmenge. Manche schaffen 14 l täglich, andere nur 8 l. Das ist sehr unterschiedlich“, sagt Christiania Dau. Einen Zusammenhang zur Größe der Kälber sieht sie nicht. Von Vorteil ist das paarweise Aufstallen: Das Trinken lernen sie voneinander. Jeden zweiten Tag reinigen die Geschwister die Nuckeleimer, im Sommer auch täglich.

Seit der ad libitum-Tränke haben wir weniger Kälber mit Durchfall.“ - Christiania Dau

Nach fünf Tagen Kolostrum bzw. Vollmilch wechselt der Betrieb zu Milchaustauscher mit 60 % Magermilchpulver. Hemmstoff-Milch und Milch mit hoher Zellzahl landen grundsätzlich nicht in Kälbereimern.

Sowohl Vollmilch als auch Milchaustauscher säuern Daus an, um sie länger haltbar zu machen und aufzuwerten. Dafür geben sie pulverförmige Zitronensäure mit Vitaminen hinzu. Milch, die Kälber nicht trinken, kommt weg. „Wir wollen kein Risiko eingehen und die Milch so frisch wie möglich halten. Ältere Kälber bekommen ihre Milch bei uns ohnehin über den Tränkeautomaten“, sagt Momme. Die Restmenge liegt bei durchschnittlich 1 l je Kalb und Tag.

Hohe Futteraufnahme

Nach vier Wochen ad libitum-Tränke im Iglu kommen die Kälber in eine Gruppe mit zehn Tieren. Zwei Tränkeautomaten mit insgesamt drei Boxen übernehmen die Versorgung, dort mit 40 %igem Milchaustauscher. Täglich kann jedes Kalb 12 l Milch abrufen. Nach zehn Tagen reduziert sich die Menge auf 8 l und nach weiteren 30 Tagen geht die Milchmenge nochmals runter. Mit 90 Tagen sind die Jungtiere abgetränkt.

Die Futteraufnahme ist kein Problem: „Es ist ein Irrglaube, dass Kälber weniger Raufutter aufnehmen, wenn sie gleichzeitig viel Milch saufen“, stellt Christiania immer wieder fest. Ab dem ersten Lebenstag bekommen die Tiere eine Trocken-TMR aus Maismehl, Soja- und Getreideschrot, Kälberstroh, Melasse, Mineralfutter und Stabilisator angeboten. Mit der Zeit fangen sie langsam an zu fressen und bekommen ab dem dritten Monat zusätzlich die Ration der melkenden Kühe vorgelegt. Zudem steht den Jungtieren staubfreies Heu aus der eigenen Trocknung zur freien Aufnahme zur Verfügung.

Das Einzige, was die jungen Landwirte stört, ist, dass die Kälber häufig aneinander saugen. „Mit Spielzeug und Nuckeln an der Wand versuchen wir, dem entgegen zu wirken“, sagt Christiania. Erste Erfolge gibt es bereits.

Mehr zu dem Thema

1

Bereits 1 Leser haben kommentiert!

Werden Sie top agrar-Abonnent und teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Lesern.
Jetzt abonnieren
Sie haben bereits ein Abonnement?
Jetzt einloggen.
top + top informiert ins Frühjahr

3 Monate top agrar Digital + gratis Wintermützen-Set + Gewinnchance für 19,80 €

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.