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Gescheiterte Blutentnahme auf Nabu-Weide kostet zwei Kälber das Leben

Der Nabu äußert sich erstmals zu der Verletzung zweier Kälber auf einer Naturschutzfläche im Landkreis Leer. Dort sollten 40 Heckrinder und Kälber zwecks Blutentnahme zusammengetrieben werden.

Lesezeit: 4 Minuten

Im Landkreis Leer hält die „Landschaftspflege und Naturerlebnis gGmbH Ostfriesland“ (LUNO) in Trägerschaft des Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen 40 Heckrinder in einem Naturschutzprojekt. Am Dienstag machten Bilder die Runde, die ein verletztes Kalb zeigten, dass letztlich eingeschläfert werden musste. Zudem gingen bei den Behörden Beschwerden über ein weiteres verletztes Tier ein. Nun äußert sich erstmals der Nabu.

Verletzung bekannt – Kalb sollte beobachtet werden

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So berichtet der Naturschutzverband, dass die Mitarbeiter die Rinder und Kälber zusammen mit dem Veterinäramt am 10. Mai für routinemäßige Blutuntersuchungen zusammengetrieben hätten. Die Witterungsbedingungen mit starkem Regenfall in der Nacht vor der geplanten Untersuchung hätten den Prozess erschwert, weshalb die Aktion auf Anweisung des Veterinäramts abgebrochen und die Tiere wieder freigelassen wurden.

Vermutlich sei das Kalb dabei von den anderen Tieren verletzt worden. Weiter erklärt der Nabu: „Mitarbeitende von Veterinäramt und Nabu sowie ein Tierarzt waren vor Ort und hatten unmittelbar Kenntnis von diesem Ereignis. Die Schwere der Verletzung konnte nicht direkt beurteilt werden. Aus diesem Grund wurde der Zustand des Tieres, wie in solchen Fällen üblich, zunächst beobachtet. Leider trat keine Verbesserung ein, weshalb der Nabu am darauffolgenden Tag einen Tierarzt mit der Einschläferung beauftragt hatte.“

Was ist mit dem zweiten Tier?

Zu dem Bericht über ein zweites Rind informiert der Nabu, dass das Veterinäramt am 21. Mai ein lahmendes Tier gemeldet hätte. Hierzu erklärt der Landesverband: „Nach unmittelbarer Begutachtung durch das Veterinäramt, mit Unterstützung durch das Personal des Nabu Woldenhofs, wurde das Tier noch am selben Tag fachgerecht von seinem Leid erlöst und wird im Folgenden obduziert. Diese Obduktion soll klären, ob ein Zusammenhang mit den Blutuntersuchungen besteht.“

Warum fehlten die Ohrmarken?

Zum Vorwurf, dass die Kälber noch keine Ohrmarkte trugen, sagt der Nabu, dass das wegen der weiträumigen und schwer begehbaren Weideflächen sowie feuchten Witterungsbedingungen herausfordernd sei.

Aufgrund witterungsbedingter Einschränkungen und nur eingeschränkt verfügbarer Fachkräfte habe man die diesjährigen Tiere noch nicht mit Ohrmarken versehen können. „Wir sind intensiv darum bemüht, die Ohrmarken sowie Blutuntersuchungen so schnell es geht nachzuholen bzw. zu wiederholen. Da dies in der extensiven Weidetierhaltung jedoch eine Herausforderung und mit Risiken der Arbeitssicherheit sowie Stress oder Verletzungen der Tiere beim Fang verbunden sein kann, müssen zuerst bestehende vakante Personalstellen besetzt werden“, heißt es.

Tierbestand soll sinken

Aufgrund der hohen Verantwortung und zum Wohl der Tiere strebt der Nabu Niedersachsen nach eigener Aussage bereits eine Reduzierung der bestehenden Herden auf diesen Flächen an. Es fehle aktuell allerdings noch eine notwendige EU-Zertifizierung des zu beauftragenden Schlachters, sodass ein sogenannter „Weideschuss“ direkt vor Ort durchgeführt werden darf.

In Abstimmung mit dem Veterinäramt sei zudem geplant, zeitnah die noch ausstehenden Blutproben zu nehmen, um Infektionen mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV 1) vorzubeugen.

Das Projekt

Der Nabu stellt klar, dass die Flächen und Tiere in Verantwortung der LUNO stehen. Die Tierhaltung werde nach dem Konzept einer extensiven „Wilden Weide“ betrieben, die Rinder leben somit ganzjährig auf den Flächen und werden nicht in Stallungen untergebracht. Eine regelmäßige Kontrolle werde von Mitarbeitenden des von der LUNO gGmbH betriebenen Nabu Woldenhofs durchgeführt und durch ein konkretes Weidemanagement sichergestellt. Die Tiere würden regelmäßig versorgt und stünden sehr gut im Futter.

„Bei den zwei betroffenen Tieren handelt es sich um bedauerliche Einzelfälle, die aus unserer Sicht auf die missglückte Blutentnahmemaßnahme und schlechten Witterungsbedingungen zurückzuführen sind. Aufgrund krankheitsbedingter Personalausfälle sind wir um Aufstockung der Betreuung bemüht und suchen bereits seit längerem nach weiteren Mitarbeitenden und Tierbetreuer“, heißt es abschließend in der Mitteilung.

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