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Beim Färsen Anlernen: Immer mit der Ruhe

Ohne Stress, aber mit durchdachtem Treibekonzept: So bekommt Milcherzeugerin Christine Löb selbst eigensinnige Färsen in den Melkroboter.

Lesezeit: 3 Minuten

Viel Ruhe, Verständnis für die Kühe und feste Treibwege: Darauf setzt Christine Löb beim Anlernen von Färsen. Die Landwirtin aus Reupelsdorf (Bayern) melkt 120 Fleckviehkühe. Ihr Lebensgefährte Marcel Lehner unterstützt sie und ihre Eltern helfen in Arbeitsspitzen aus. Ihr Vater kümmert sich um die Außenwirtschaft und eine eigenständige 1 MW Biogasanlage.

2019 hat Christine Löb den Kuhstall erweitert und vom Melkstand auf zwei GEA-Melkroboter umgestellt. „Bei der Planung war mir wichtig, dass ich alle Arbeiten auch alleine erledigen kann“, erklärt Löb. Um Tiere ohne zweite Person treiben zu können, hat sie einen Treibgang mit Schwenktoren und Selektionen geplant.

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Per Hand im Roboter anmelken

Zum ersten Melken treibt Christine Löb die Kühe vom Abkalbestall, der sich im Nebengebäude befindet, in den Treibgang vom Roboter. „Darin können sich die Kühe nicht drehen, es gibt also nur den Weg nach vorne. Den Roboterzugang für die Kühe aus dem Stall versperre ich mit einem Weidetor“, erklärt die Milcherzeugerin.

Das Kolostrum melkt sie bei allen Tieren mit der Hand aus. Das geht dank einer Melkgrube hinter dem Roboter recht einfach. „Die Roboter reinigen und melken im Melkbecher vor und verwerfen diese Milch. Ich will aber kein wertvolles Erstgemelkt verlieren“, begründet Christine Löb. Zudem finden die Roboter bei geschwollenem Euter oder Nabel die Zitzen nicht direkt. Vor allem beim Einmelken sollen die Tiere schnell fertig und der erste Besuch möglichst positiv sein.

Wenn das gelingt, sind auch die nächsten Melkungen kein Problem."
Christine Löb

Wenn möglich, holt sich die Milcherzeugerin für das erste Melken aber Unterstützung. Dann kann eine Person melken, währen die andere Person das Tier ablenkt und beruhigt. „Meist hilft es schon beruhigend zu Reden oder das Tier zu kraulen“, sagt sie.

Bei sehr aufgeregten Tieren setzt sie auf eine besondere Methode: Mit einem Schlauch bläst sie Luft in die Scheide der Kuh. Durch einen Reflex entspannen die Tiere sofort und lassen die Milch besser laufen. „Für Kühe ist das sehr schonend und funktioniert eigentlich immer“, erklärt Löb.

Einen Praxistest dazu lesen Sie in der top agrar 11/2022.

Kein Futterstress

Etwa vier Wochen vor dem Abkalben stallt die Landwirtin die Färsen in die Trockensteher-Gruppe und später mit in die Laktationsherde. Gegenüber ranghöheren Mehrkalbskühen haben die Tiere ihrer Erfahrung nach kaum Nachteile. „Bei uns gibt es am Futtertisch keinen Stress, seitdem wir eine Kompakt-TMR füttern. Durch die Wasserzugabe können die Tiere das Futter nicht mehr selektieren“, so die Milchkuhhalterin. Seit der Futterumstellung ist die Herde deutlich ruhiger und die Milchleistung von 30 auf 33 kg pro Tag gestiegen.

In die große Herde kommen die Färsen aber erst, wenn sie ohne Probleme und freiwillig zum Roboter gehen. „Dann kommen die Tiere auch später freiwillig und selbstständig wieder.“

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