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Blauzungenkrankheit bald in Deutschland?

Die Blauzungenkrankheit verbreitet sich rasant. Knapp 580 tierhaltende Betriebe sind in den Niederlanden betroffen. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis erste Fälle in Deutschland auftreten?

Lesezeit: 3 Minuten

Dieser Beitrag erschien zuerst beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

In den Niederlanden tritt seit Anfang September eine neue Variante der Blauzungenkrankheit bei Schafen und Rindern auf. Was ist der aktuelle Stand, Dr. Mark Holsteg?

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Holsteg: Die Blauzungenkrankheit des Serotypen-3 (BTV-3) breitet sich in den Niederlanden sehr schnell aus. Inzwischen sind bereits 578 Tierhaltungen, Schafe und Rinder, betroffen (Stand: 3. Oktober). Die Erkrankung breitet sich etwa mit 2 km/Tag aus und folgt dabei der Hauptwindrichtung. Der Abstand zur Deutschen Grenze beträgt aktuell nur noch 15 km.

Dann sind die ersten Fälle in Deutschland absehbar.

Holsteg: Ja, ich rechne noch in der ersten Oktoberhälfte mit den ersten Infektionen.

Auf welche Symptome sollten Schaf-, Ziegen- und Rinderhalter achten?

Holsteg: Die infizierten Tiere in den Niederlanden zeigen bisher ähnliche Symptome wie beim Auftreten von BTV-8 2006/2007. Dazu gehören: Fieber, Entzündungen der Maulschleimhäute mit vermehrtem Speichelfluss sowie Schwellungen im Kopfbereich, Lahmheiten und Aborte. Schafe zeigen die deutlichsten Symptome und erkranken stärker als Rinder und Ziegen.

Wie genau wird BTV-3 übertragen?

Holsteg: Das Virus der Blauzungenkrankheit wird durch Gnitzen, kleine Stechmücken, übertragen. Es können Rinder, Schafe, Ziegen, Neuweltkameliden (Lamas, Alpakas) sowie Wildwiederkäuer an BTV erkranken. Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen ungefährlich.

Gibt es wirksame Präventionsmaßnahmen?

Holsteg: Der sicherste Schutz vor einer Erkrankung bietet die Impfung. Allerdings gibt es momentan noch keine Impfung gegen BTV-3. Die Impfstoffhersteller könnten jedoch einen entsprechenden Impfstoff in relativ kurzer Zeit herstellen und zulassen.

Ohne Impfung können die Tierhalter nur versuchen mittels Reppelentien die Gnitzen von den Tieren fernzuhalten, aber eine Ansteckung oder Erkrankung lässt sich durch die Behandlung nicht 100%ig verhindern.

Wirkt eine alte Impfung gegen BTV-8 oder -4 auch gegen BTV-3?

Holsteg: Aufgrund der geringen Verwandtschaft dieser Virusvarianten ist nicht mit einer sogenannten Kreuzimmunität gegen BTV-3 zu rechnen.

Was bedeutet das aktuelle BTV-Geschehen für Tierhalter, auch bezogen auf den Handel?

Holsteg: Die Niederlande haben bereits ihren Status „BTV-frei“ verloren. Aktuell sind die kompletten Niederlande Restriktionszone, sodass innerhalb der Niederlande frei gehandelt werden kann, aber es darf kein Tier in freie Gebiete (z.B. Deutschland) verbracht werden.

Deutschland hat aktuell den BTV-Freiheitsstatus noch. Beim Nachweis der ersten Fälle von BTV in Deutschland wird eine Restriktionszone von 150 km um die betroffenen Betriebe gelegt. Tiere aus diesen Regionen dürfen die Zone nur verlassen, wenn sie nachweislich BTV-frei sind. Der Handel mit freien Gebieten wird dadurch extrem erschwert bzw. kommt in diesen Regionen gänzlich zum Erliegen.

Wie wird sich die Situation in den Niederlanden und Deutschland weiterentwickeln?

Holsteg: Das ist schwer zu sagen. In diesem Herbst wird das Virus in weiten Teilen von NRW und Niedersachsen auftreten. Aber die Ausbreitung durch die Gnitzen wird mit sinkenden Temperaturen zum Erliegen kommen und erst im kommenden Frühjahr bzw. Sommer wieder neu einsetzen. Es ist zu hoffen, dass im nächsten Jahr ein geeigneter Impfstoff auf dem Markt ist.

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