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Der McCormick X5.085 im top agrar-Vergleichstest

Der McCormick X5.085 trat mit komfortabler Ausstattung an und schnitt in vielen Bereichen gut ab. Nur beim Frontlader fiel er zurück – Messwerte und Bewertungen des Kompakttraktors im Detail.

Lesezeit: 6 Minuten


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Inhaltsverzeichnis




Der X5.085 ist bei McCormick zwischen der Baureihe X4 und der künftigen Reihe X5 Stufe V angesiedelt, die dann bis 113 PS reichen soll. Der 085er hat einen 3,4 l-FPT-Motor mit 75 PS und vier Zylindern. Er erfüllt die Abgasnorm Stufe V ohne AdBlue. Bei der Schwestermarke Landini heißt der Traktor 5-085. Das Getriebe bietet bis zu drei LS-Stufen und ist eine Eigenproduktion. Insgesamt ist die Fertigungstiefe hoch und reicht bis zur eigenen Kabine und Vorderachse.

Kabine & Ergonomie

Der gesamte Traktor macht einen gefälligen Eindruck. Das beige bzw. hellgraue Interieur der Kabine ist freundlich, aber auch etwas empfindlich. Durch das Lüftungsgehäuse hinten oben wirkt die eigentlich geräumige Kabine (146 x 144 cm, L x B) etwas niedrig. Der Einstieg von links ist gut, von rechts engt der Frontladerhebel ein. Lenkrad plus Armaturenbrett schwenken über ein Pedal federbelastet weg. Die Türen der Vierpfostenkabine stehen geöffnet ganze 66 cm seitlich heraus.

Der X5 hatte einen einfachen Grammer-Luftfedersitz ohne Längsfederung. Das Lüftungsgehäuse begrenzt den Verstellbereich um der Kopffreiheit Willen nach hinten. Der Beifahrersitz klappt federunterstützt hoch. Die breite Lenksäule kostet seitlich etwas Beinfreiheit. Die Sicht nach vorne ist okay, durch die ausstellbare Dachluke auch auf den angehobenen Lader. Der Querholm am Übergang Frontscheibe/Luke liegt dabei teils im Blickfeld.

Die Frontscheibe lässt sich serienmäßig öffnen, ein Stopper bei angebautem Lader fehlt. Nach hinten/seitlich sind die massiven B-Holme im Blickfeld. Gute Sicht auf Anhängerkupplung und die Unterlenker. Mit 70 dB(A) bei Maximalleistung ist der X5 sehr leise, bei höheren Drehzahlen steigt der Pegel auf bis zu 76 dB(A).

Die Anordnung und Kennzeichnung der Bedienelemente fanden wir überwiegend klar und logisch. Die Klimaanlage ist in Ordnung, nur die Ablagemöglichkeiten in der Kabine sind spärlich, selbst ein Becherhalter fehlt.

Vorne und hinten hatte der Testschlepper je vier LED-Arbeitsscheinwerfer – diese Ausstattungsoption hat uns gut gefallen.

Motor

Nach Drehen des Schlüssels startet der FPT-Motor leicht verzögert. Der Vierzylinder erfüllt die Abgasstufe V und ist mit rund 75 PS in den Papieren eingetragen. Gemessen haben wir an der Zapfwelle max. 72 PS bei niedrigen 1.565 U/min und günstigem spezifischen Verbrauch von 242 g/kWh (Ø = 259 g je kWh). Der niedrigste Verbrauch beträgt 232 g/kWh, dafür liefert der X5 noch 65 PS. Auch in den Teillastbereichen brauchte der Traktor weniger als der Schnitt – gute Werte!

Fuß- und Handgas lassen sich bequem und dosiert nutzen. Es gibt einen elektronischen Drehzahlspeicher auf der Konsole (Programmieren durch drücken & halten).

Getriebe & Zapfwelle

Höchste Ausstattung: Vier Gruppen (eine davon Kriechgruppe), je vier Gänge und je drei Lastschaltstufen, die allerdings nur vorwärts nutzbar sind. Das H-Schema des Gangschalthebels (mit Kupplungsknopf) ist leicht zum Fahrer gedreht, daran muss man sich gewöhnen. Die LS-Stufen wechseln sanft und gehen beim Gangwechsel dank Speedmatching automatisch in die zweite Stufe. Im Arbeitsbereich 4 bis 12 km/h haben wir bei 1.800 U/min zwölf Übersetzungen gezählt, die gut aufeinander aufbauen.

Der Hebel der lastschaltbaren Wendeschaltung sitzt links am Lenkrad in ordentlicher Position. Solange man den Hebel anhebt, ist der Antrieb in Neutral – praktisch z. B. bei Frontladerarbeiten. Die Aggressivität lässt sich per Poti verstellen, wobei die aggressivste Stufe gut passt und in der sanftesten der Richtungswechsel ganze 4,5 Sekunden dauert.

Der Testtraktor bot eine 540- und 540E-Zapfwelle (optional bis 540/540E/1000/1000E). Der Wechsel läuft einigermaßen leicht per Hebel links vom Sitz. Ebenfalls an Bord war die optionale elektrohydraulische Zapfwellenkupplung (Serie bei hydraulischer Wendeschaltung). Der gute Schlagschalter dafür liegt auf der Konsole. Für den Stationärbetrieb kann der Fahrer den Sitzkontakt freischalten. Eine Außenbedienung gibt’s auf beiden Seiten.

Hydraulik & Hubwerk

Zur Testausstattung gehörten drei mechanische dw-Steuergeräte, zwei davon mit Schwimmstellung. Das dritte hatte einen elektrischen Umschalter für zwei Anschlüsse. Die Hebel der Steuergeräte fanden wir etwas hakelig. Mit maximal 58,8 l/min blieb der Ölstrom leicht unter dem Schnitt (Ø max. 63 l). Die Anschlüsse sind einfach, haben Staubschutzstopfen und keinen Leckölbehälter.

Zum Test trat der X5 mit der optionalen EHR an (Kraftmessbolzen in den Unterlenkern). Die Bedienelemente sind übersichtlich gekennzeichnet und gut positioniert. Der Schnellaushub bietet eine Stoppposition. Der Tiefeneinstellung fehlt ein Anschlag. Eine progressiv arbeitende Außenbedienung gibt es beidseitig. Fazit: Prima Ausstattung. Nur die Seitenstabilisatoren der Unterlenker konnten uns nicht voll überzeugen.

Mit 71 cm haben wir einen überdurchschnittlichen Hubweg gemessen. Die Hubkraft bewegt sich dafür mit durchschnittlich 3,55 t genau im Gruppenschnitt. Bei abgebautem Frontlader darf der X5 rund 1,9 t zuladen.

Antriebsstrang & Komfort

Allrad und Differenzialsperre lassen sich bequem per Schalter bedienen, es gibt eine klare Anzeige im Armaturenbrett. Die Sperre wird per Bremspedal gelöst. Die Bremsen haben uns gut gefallen, allerdings ist der Pedalweg recht lang. Mit angezogener Handbremse fährt der Traktor nicht an, ein Piepton warnt den Fahrer.

Mit 3,4 Umdrehungen von Block zu Block ist die Lenkung kurz übersetzt. Der Traktor ist einigermaßen wendig, doch im Test gab es einen Unterschied im Wendekreis nach rechts (8,9 m) und links (9,4 m). Unsere Tester bescheinigen dem X5 einen hohen Fahrkomfort.

Frontlader

Der Lader stammt von der Konzernschwester Sigma4 und hat eine mechanische Parallelführung, die relativ sperrig ist. Insgesamt ist die Übersicht, besonders beim Aufnehmen des Werkzeugs, nicht optimal. Uns ist die Vielzahl von (gut verlegten) Schläuchen aufgefallen, Verrohrungen haben einen geringeren Anteil. Der Schwingungsdämpfer ist im Querholm untergebracht. Der Schnellkuppler mit integrierten E-Kontakt hat uns gut gefallen – genau wie der feinfühlige Steuerhebel und die Geräteverriegelung.

Den An- und Abbau fanden wir gewöhnungsbedürftig: Der Fahrer braucht schon Übung, um die Schwinge in die U-förmigen Aufnahmen einzufädeln. Die Abstellstützen parken zwar am Lader, müssen aber per Spindel eingestellt werden – wir finden da gibt es schönere Lösungen.

Bei den Messwerten kann der Lader nicht überall punkten: Mit 3,20 m im Gerätedrehpunkt bleibt die Hubhöhe rund 40 cm unter dem Schnitt (3,61 m). Bei der Überladeweite in 2,50 m Höhe liegen die 1,10 m etwas dichter am Mittel (1,19 m). Der maximale Auskippwinkel oben beträgt 51°, maximal eingekippt unten haben wir 39° gemessen (Ø 53°, 43°).

Mit der Palettengabel weicht der Lader über den Hubbereich bis zu 7,7° von der Waagerechten ab (Ø 3,6°). Die Hubkraft startet unten mit 1,26 t (Ø 1,62 t), in 3 m Höhe sind es noch 1,13 t (Ø 1,33 t). Beim Heben und Senken ist der Lader überdurchschnittlich schnell – wahrscheinlich wegen des geringeren Zylinderquerschnittes. Die Werkzeugfunktionen laufen dafür etwas langsamer.

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