Klimawandel

Das steckt in der Ackerbaustrategie des BMEL

Kurz vor der Wahl hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) noch seine Ackerbaustrategie bis 2035 abgeschlossen. Welche Ziele stecken dahinter? Und was kann die Landwirtschaft damit anfangen?

Eine „Perspektive für den Ackerbau in den kommenden 15 Jahren“ soll die nun abgeschlossene Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) anbieten. So schreibt es Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in ihrem Vorwort. Vergangenen Mittwoch veröffentlichte Klöckner die überarbeitete Ackerbaustrategie parallel zu ihrem Erntebericht 2021.

Alleingang des BMEL

Kurz vor der Wahl schließt Klöckner damit ihr zentrales Vorhaben für den Pflanzenbau ab. Allerdings ist die Ackerbaustrategie allein im BMEL abgestimmt. Eine Regierungsstrategie, für die es unter anderem auch eine Zusammenarbeit und Einigung mit dem Bundesumweltministerium (BMU) hätte geben müssen, ist es nicht.

Den Fokus der Ackerbaustrategie legt das BMEL auf den Klimawandel. Sie soll Optionen und Wege aufzeigen, wie die Landwirtschaft auf den Klimawandel reagieren und den Klimaschutz bewältigen kann.

Klöckner hatte einen ersten Entwurf der Ackerbaustrategie bereits im Dezember 2019 vorgestellt und danach einen großen Beteiligungsprozess angestoßen. Dabei habe es von Verbänden und von mehr als 1.000 Praktikern rund 4.000 Anmerkungen gegeben, die laut dem BMEL gesichtet und eingearbeitet worden sind. „Wir haben jetzt eine Ackerbaustrategie mit Praktiker-TÜV“, sagte Klöckner.

5-gliedrige Fruchtfolge bis 2030

Die Ackerbaustrategie arbeitet insgesamt zwölf Handlungsfelder heraus: Boden, Fruchtfolge, Düngung, Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung, Digitalisierung, Biodiversität, Klimaanpassung, Klimaschutz, Bildung, Gesellschaft und politische Begleitung. Konkrete messbare Ziele mit Zeitplan nennt die Strategie nur in einigen Kapiteln. Am greifbarsten sind folgende Ziele in den Kapiteln Boden, Fruchtfolge und Pflanzenschutz:

  • Bis 2030 ist ein standortgerechter Humusgehalt aller Ackerböden anzustreben.
  • Bis zum Jahr 2030 soll sich die Flächeninanspruchnahme auf unter 30 Hektar pro Tag verringern und bis 2050 das Ziel Netto-Null (Flächenkreislaufwirtschaft) erreicht werden.
  • Keine weitere Verlängerung von § 13b des Baugesetzbuches, der eine vereinfachte Bebauung am Ortsrand ermöglicht.
  • Ziel ist es, bis 2030 das Anbauspektrum in den Fruchtfolgen auf mindestens 5 verschiedene Kulturarten je Ackerbaubetrieb zu erhöhen, auch unter Einbeziehung von Zwischenfrüchten und Untersaaten.
  • Bis 2030 sollen auf 10 % der Ackerfläche Leguminosen (Hülsenfrüchte zur Körnernutzung und Leguminosen(-gemische) zur...


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