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Herbizidempfehlung: So halten Sie Ihren Raps sauber

Wählen Sie die Herbizidstrategie nach dem Wetter und der Verunkrautung aus – bei geringem Druck können Hackeinsätze bereits reichen. Hier die Empfehlungen auch für Rapsbestände mit Beisaaten.

Lesezeit: 13 Minuten

Unser Autor: Günter Klingenhagen, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Ein gut entwickelter Raps kann Unkräuter nachhaltig unterdrücken – Herbizide können dies nur kurzfristig. Damit sich allerdings ein konkurrenzkräftiger Bestand etablieren kann, ist eine gute Vorarbeit wichtig.

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Per Einzelkornsaat bestellte Raps­bestände lassen sich auch hacken.

Ist Wegrauke ein Problem, wirken ­Clomazone-haltige Herbizide am besten – beim Einsatz sind allerdings die ­besonderen Auflagen zu beachten.

Im Nachauflauf kann man Belkar + ­Synero einsetzen. Achten Sie darauf, ­welche Produkte man zumischen kann.

Treten Ackerfuchsschwanz, Weidel­gräser oder Trespen auf, darf der ­Wirkstoff Propyzamid in der Bekämpfungsstrategie nicht fehlen.

Auf die Vorarbeit kommt es an

Den Grundstein für kräftige Rapspflanzen legen Sie bereits bei der Ernte der Vorfrucht. So sollte die Stroh- und Spreuverteilung absolut gleichmäßig erfolgen. Passieren hierbei Fehler, ist es möglich, dass Strohmatten entstehen, welche die Rapsaussaat und den Auflauf behindern und zusätzlich noch Mäusen ein angenehmes Zuhause bieten. Fehlstellen sind dann vorprogrammiert. Über ein Mulchen der Stoppeln oder den Einsatz von Strohstriegeln lässt sich das Problem etwas reduzieren.

Generell treten Fehlstellen auch häufig an den Vorgewenden auf. Aufgrund von Bodenverdichtungen entwickelt sich der Raps hier oft nur schwach oder säuft über Winter ab. Daher ist es in vielen Fällen sinnvoll, die Vorgewende nach der Saat des Hauptschlages nochmal zu lockern. Über eine höhere Bestandesdichte am Feldrand kann man dann Trespen und Rauken das Einwandern in die Äcker erschweren.

Auf Standorten mit langjährigem Rapsanbau bzw. auf Flächen, auf denen über viele Jahre Senf und Ölrettich als Zwischenfrüchte angebaut wurden, besteht ein hohes Risiko, dass der Raps ausgangs Winter nicht mehr richtig wachsen will. Der Grund dafür ist ein meist teilflächenspezifischer Befall mit Kohlhernie. Somit ist standortabhängig auch die Wahl einer gegenüber Kohlhernie resistenten Sorte ein entscheidender Faktor bei der Unkrautkontrolle in Raps.

In der Kultur sind dann, je nach Standort, verschiedene Verfahren denkbar. Hier die Strategien und Empfehlunge für Ihren Raps.

Strategie 1: Den Raps hacken

Einige Landwirte, z. B. in der Nähe des Haarstranges (Höhenzug in Westfalen), sind seit dem Herbst 2019 dazu übergegangen, ihre Flächen u. a. zur Altrapsbekämpfung zu hacken. Dazu säen sie den Raps per Einzelkornsaat mit einem Reihenabstand von 45 cm. Welche Vor- und Nachteile dieses Verfahren hat, entnehmen Sie der Übersicht 1.

Die Beobachtungen: Ging es anfangs vor allem um die Kontrolle von Altraps, hat sich besonders unter trockenen Bedingungen gezeigt, dass der Auflauf des Rapses bei der Einzelkornsaat gleichmäßiger ist. Sind Einzelkornsägerät und Hacke zu 100 % aufeinander abgestimmt (gleiche Abstände der Aggregate) und fährt man in die gleiche Richtung, ist es mit kameragesteuerten Geräten möglich, bis auf ­2 cm an die Reihen heran zu hacken. In diesem Fall liegt der Anteil der gehackten Fläche bei 91 %.

Werden anfangs Abschirmbleche verwendet, kann man vom 1. Laubblattstadium des Rapses bis ins Frühjahr hinein hacken. Je nach Fahrgeschwindigkeit, Maschinenausstattung und Flächengröße sind ca. 45 bis 65 €/ha für einen Hackdurchgang zu kalkulieren.

Bei geringem Unkrautdruck und passender Witterung ist es möglich, dass die Hacke zur Regulierung der zweikeimblättrigen Unkräuter schon ausreicht. Ein Nachteil der mechanischen Maßnahme ist sicherlich die höhere Erosionsgefahr.

Strategie 2: Einsatz von ­Clomazone im Vorauflauf

Wenn die per Einzelkornsaat gesäten Flächen aufgrund von Nässe nicht gehackt werden können, oder die Schläge einen hohen Unkrautdruck aufweisen, bieten sich chemische Möglichkeiten an. Auf Standorten mit einem hohen Besatz an Wegrauke ist ein Einsatz von Clomazone im Vorauflauf sinnvoll. Ohne Wegrauke können Sie abwarten und erst zum 2. bis 4. Laubblattstadium des Rapses entscheiden, ob eine chemische Behandlung durchgeführt werden muss.

Sofern Sie die besonderen  Clomazone-Auflagen  einhalten können (Zusatzinfo „Clomazone“), ist es möglich, z. B. mit einem Soloeinsatz von Angelus (360 g/l Clomazone) Wegrauke, Hirtentäschelkraut, Vogelmiere und Klettenlabkraut zu erfassen. Verbleibende Unkräuter wie Kamille, Mohn, Kornblume, Storch­schnabel, Hundskerbel und Stiefmütterchen lassen sich dann im Nachauflauf mit ­Belkar + Synero (evtl. + Gräserpartner) oder auch mechanisch erfassen.

Hinweise zu Mischpartnern: Durch die Zumischung von 0,75 bis 1,0 l/ha Fuego können Sie die Wirkung um Kamille, Ehrenpreis, Besenrauke und Vergissmeinnicht ergänzen. Geht es auch um Mohn und Ackerkrummhals, bietet es sich an, zusätzlich 0,6 l/ha Stomp Aqua zuzumischen. Mit dieser preisgünstigen Mischung lässt sich auf vielen Standorten eine ausreichende Unkrautbekämpfung erzielen. Auf Flächen mit Storchschnabel sollte man Fuego durch 1,8 l/ha Butisan Kombi ersetzen.

Viele fragen sich, wie man am besten mit dem 5 m-Mindestabstand von Clomazone-Produkten zu Wegrändern und Saumstrukturen umgehen kann. Eine Möglichkeit ist z. B., Fuego am Feldrand solo einzusetzen und die Mischung Fuego + ­Angelus + Stomp Aqua auf dem restlichen Schlag. Eine Nachbehandlung der Ränder kann dann mit Belkar + Synero erfolgen – z. B. in Kombination mit der Gräserbekämpfung.

Strategie 3: Behandlung im Nachauflauf

Trockenheit, Starkregen und Schnecken können dafür sorgen, dass sich kein ausreichender Rapsbestand etabliert. Mit der Kombi aus Belkar + Synero bietet sich die Möglichkeit, zunächst abzuwarten und die Unkrautkontrolle im  Nachauflauf  durchzuführen.

Achillesferse dieses Systems ist und bleibt aber die Wegrauke. Selbst im Splitting liegen die Wirkungsgrade oft nicht höher als bei 60 bis 90 %. Ob es 60, 90 oder auch mal 100 % Wirkung werden, hängt maßgeblich mit der Konkurrenzkraft des Rapsbestandes zusammen (am Rand dicker säen!). Reicht die Leistung nicht aus, muss gegebenenfalls eine Nach- oder Randbehandlung mit Fox erfolgen.

Bis zum 3. Laubblattstadium der Rauken reichen 0,6 l/ha Fox aus. Gegen größere Pflanzen sollte ab EC 16 des Rapses 1,0 l/ha Fox zum Einsatz kommen. Zu bedenken ist, dass Fox nur mit Insektiziden, Bor und/oder Runway gemischt werden darf. Zu Anwendungen mit Gräsermitteln und/oder Fungiziden ist ein Abstand von mindestens sieben Tagen einzuhalten. Während der Behandlung müssen die Rapspflanzen trocken sein. Zudem ist helles Wetter nach dem Einsatz für eine ausreichende Wirksamkeit wichtig.

Tritt Wegrauke nicht auf, wird es deutlich einfacher. Denn bereits ei­ne  Einfachbehandlung  mit Belkar + Synero wirkt gegen die wichtigsten Rapsunkräuter sehr gut.

Ein  Splitting  empfiehlt sich dagegen, wenn Wegrauke oder Vogelmiere auftreten bzw. bei insgesamt hohem Unkrautdruck. Zu berücksichtigen ist, dass die Nachlage von 0,25 l/ha Belkar nicht in jedem Fall erforderlich ist. Mit der aktuellen Abpackung (2 : 1) bliebe dann Belkar übrig. Synero können Sie aber in Form des Mittels Runway VA zukaufen.

Mögliche Mischungen: Zusätzlich zu den bekannten, freigegebenen Mischpartnern können Sie nun auch die Gräserprodukte Flua Power und Balista Super sowie die Fungizide/Wachstumsregler Orius und Architect + Turbo zu­mischen. Dies gilt aber nur bis zu einer maximalen Aufwandmenge von 0,25 l/ha Belkar. Zudem gibt es ein Entweder-oder.

Das heißt: Eine Zumischung von einem Gräserpräparat und einem Fungizid/Wachstumsregler ist nicht freigegeben. Nicht zulässig ist im Übrigen auch der Herbsteinsatz mit Metconazol-haltigen Fungiziden. Der Wirkstoff ist u. a. in Carax, Efilor und Caramba enthalten. Welche Kombinationen möglich sind, entnehmen Sie der Übersicht 2.

Jeweils erlaubt ist die weitere Zumischung von Bor und einem Insektizid. Hinsichtlich des Insektizidzusatzes ist Folgendes zu beachten: Formulierungshilfsstoffe/Additive dürfen nur mit Insektiziden gemischt werden, wenn für diese eine Genehmigung für diesen Anwendungsbereich vorliegt. Über eine entsprechende Genehmigung verfügen nur wenige Produkte. Das bekannteste ist das Additiv Kantor, das 0,15%ig eingesetzt wird.

Wird die Belkar-Kombi in der  Einfachanwendung  mit der höheren Aufwandmenge von 0,5 l/ha Belkar + 0,25 l/ha Synero ab dem 6. Laubblattstadium des Rapses eingesetzt, darf man nur noch Bor und ein Insektizid zumischen.

Strategie 4: Maßnahmen im ­Vorauflauf ohne Clomazone

Was natürlich auch noch geht, ist ein Einsatz von Fuego Top, Butisan Gold und vergleichbaren Produkten. Gegenüber den Clomazone-Strategien sind die Auflagen einfacher einzuhalten. Zudem bestehen im Vergleich zu Belkar­einsätzen mehr Möglichkeiten bei der Wahl von Mischpartnern bzw. im ­Hinblick auf den weiteren Einsatz von Produkten. Und nicht zuletzt besteht eine Grundleistung gegen Fuchsschwanz.

Fuego Top reicht zur Bekämpfung von Kamille, Klette, Vogelmiere, Vergissmeinnicht, Taubnessel, etwas Hirtentäschelkraut und Mohn. Optimal ist es, wenn Sie drei bis fünf Tage nach der Saat behandeln können. Zu diesem frühen Termin kann und sollte die Aufwandmenge reduziert werden – auf besseren Böden von 2,0 l/ha auf 1,5 l/ha und auf leichten, sorptionsschwachen Böden auf 1,25 l/ha. Wer viel Wert auf die Bekämpfung von Storchschnabel ­legen muss, sollte Fuego Top durch Butisan Gold ersetzen.

Falls die Bedingungen für die Unkrautkontrolle zum Vorauflauftermin ungünstig sind, ist es besser, in den Nachauflauf auszuweichen. Geeignet sind dann Mischungen aus Bodenherbizid (Fuego Top/Butisan Gold) + 0,2 l/ha Runway – gegebenenfalls auch kombiniert mit einem Gräsermittel. Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung, abhängig vom Termin (Strategien 2 bis 4), entnehmen Sie der Übersicht 3.

Raps mit Beisaaten – Vorsicht beim Herbizideinsatz!

Einige Landwirte beschäftigen sich mit dem Thema Beisaaten in Raps. Sie wollen damit den Druck mit Herbstschädlingen senken und z. B. mithilfe von Leguminosen zusätzlichen Stickstoff ins System bringen.

Hinsichtlich der Unkrautkontrolle ist in Beisaat-Raps allerdings zu beachten, dass Leguminosen einen Einsatz von Synero, Runway VA, Runway, Fox, Effigo, Chaco, Belkar, Gajus und Mile­stone nicht vertragen. Auf Flächen mit Hundskerbel ist man aber oft auf den Einsatz von Belkar angewiesen.

Geeignete Herbizide für Bestände mit leguminosen-haltigen Beisaaten sind u. a. Präparate auf Basis von Clomazone, Metazachlor, Dimethenamid, Dimetachlor und Petoxamid. Auch Qinmerac wird meist von der Beisaat gut vertragen.

Auf Flächen, auf denen es die Verunkrautung zulässt (geringer Besatz mit Weg-/Löselrauke, Ochsenzunge, Storchschnabel), bietet es sich an, zunächst abzuwarten. Denn Unkräuter wie Klette, Kamille, Kornblume, Hellerkraut und Mohn lassen sich bei nicht übermäßigem Besatz auch im Frühjahr bekämpfen, z. B. mit Korvetto. Sollte die Beisaat bis dahin nicht abgefroren sein, wird auch diese miterfasst. Mittel gegen Ungräser wie Targa Super, Select 240 EC oder Kerb Flo lassen sich einsetzen, ohne dass die Beisaat Schaden nimmt.

Tipps gegen Ausfallgetreide, Ackerfuchsschwanz und Co.

In Mulchsaaten ist oft eine frühe Behandlung gegen Ausfallgetreide erforderlich. Hierzu eignen sich die sogenannten FOPs wie Targa Super/Gramfix, Agil-S, Panarex usw. am besten. Auf Flächen, auf denen Ackerfuchsschwanz, Weidelgräser und/oder Trespen auftreten, sollte der Wirkstoff Propyzamid ein fester Bestandteil der Bekämpfungsstrategie sein. Dieser ist unter anderem in Kerb Flo/Groove, Setanta Flo und ­Milestone enthalten. Sofern die Mittel verfügbar sind, wirken sie in der Vegetationsruhe am effektivsten.

Damit der Ackerfuchsschwanz zu diesem Termin noch nicht zu groß ist, sollte eine Vorbehandlung erfolgen. Gegen Ackerfuchsschwanz mit FOP-Resistenz bleibt nur die Möglichkeit des Einsatzes von DIMs wie Select 240 EC/Vextadim 240 EC bzw. Focus Ultra + Dash.

Das Herbizid Focus Ultra kann man vom Herbst bis ins Frühjahr hinein spritzen – auch im Winter gemeinsam mit z. B. dem Propyzamid-haltigen Kerb Flo. Behandlungen mit Select 240 EC/Vextadim 240 EC sollten dagegen bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. Setzen Sie diese beiden Präparate vorzugsweise zum 2- bis 3-Blattstadium der Gräser ein.

Sollen die Mittel nicht zusammen mit Belkar + Synero ausgebracht werden, können Sie die Wirkung gegen Ausfallgetreide durch Zumischung von 0,3 l/ha Targa Super ab­sichern.

Gegen sehr schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz (Problemstandorte) erreichen Sie am ehesten mit Produkten auf Basis von Clethodim, wie z. B. Select 240 EC + Radiamix, eine ­sichere Wirkung – das zeigen die vorliegenden Resistenzuntersuchungen.

Exkurs: Gleiche Wirkstoffmenge – unterschiedliche Wirkung: Dies zeigte sich in einem Versuch aus dem letzten Herbst. Auf drei Standorten wurden verschiedene Quizalofop-haltige Produkte gegen Ackerfuchsschwanz eingesetzt. Im Mittel der drei Standorte ließen sich mit 1,0 l/ha Targa Super/Gramfix 80 % vom Ackerfuchsschwanz beseitigen. Die Wirkungsgrade der sechs getesteten Alternativen lagen zwischen 53 und 74 %.

Mengen, Preise, Leistungen und Auflagen gängiger Rapsherbizide entnehmen Sie der Übersicht 4.

Clomazone-Auflagen: Das ist zu beachten

Vor der Anwendung

NT 152: Flächenscharfen Anwendungsplan erstellen und bei der Applikation mitführen. Er sollte folgende Informationen enthalten:

  • Saatzeitpunkt,
  • geplanter und tatsächlicher Anwendungstermin,
  • Aufwandmenge des Mittels,
  • Wassermenge und
  • Details zur Anwendungstechnik (Düse, Druck, Fahrgeschwindigkeit, Gestängehöhe).

NT 153: Spätestens einen Tag vor der Anwendung von Clomazone-haltigen Produkten sind Nachbarn, die der Abdrift ausgesetzt sein könnten, über die geplante Anwendung zu informieren, sofern diese eine Unterrichtung gefordert haben.

Bei der Anwendung

NT 127: Anwendung bei zu erwartenden Tageshöchsttemperaturen von

  • bis zu 20 °C: ganztägige Anwendung,
  • über 20 °C: Anwendung von 18.00 bis 9.00 Uhr,
  • über 25 °C: keine Anwendung.

NT 145, NT 146:

90 % Abdriftminderung erforderlich,

bis 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit,

mind. 300 l/ha Wasseraufwandmenge.

NT 155:  50 m Abstand zu 

  • Ortschaften, Haus und Kleingärten,
  • Flächen mit bekannt Clomazone-sensiblen Anbaukulturen (z. B. Gemüse),
  • für die Allgemeinheit bestimmte ­Flächen (z. B. Spiel-/Sport-/Golfplätze, Friedhöfe, öffentliche Parks, Gärten),
  • Flächen gemäß Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Öko-VO) sowie über ­diätetische Lebensmittel (Diätverordnung).
  •  0 m Abstand zu  Flächen bestellt mit Winterraps, Getreide, Mais oder Zuckerrüben sowie bereits abgeernteten Flächen.
  •  5 m Abstand zu  allen übrigen Flächen.

NT 154: Der Abstand von 50 m kann bei einigen Mitteln bei Soloeinsatz auf 20 m reduziert werden.

Nach der Anwendung

NT 149: Der Anwender muss in einem Zeitraum von einem Monat wöchentlich in einem Umkreis von 100 m um die Anwendungsfläche herum die Pflanzen auf Aufhellungen prüfen. Falls Aufhellungen auftreten, ist das sofort dem amtlichen Pflanzenschutzdienst und dem Zulassungsinhaber zu melden.

Tipps gegen Gräser

In Mulchsaaten ist oft eine frühe Behandlung gegen Ausfallgetreide erforderlich. Hierzu eignen sich die sogenannten FOPs wie Targa Super, Agil-S, Panarex usw. am besten. Auf Flächen, auf denen Ackerfuchsschwanz, Weidelgräser und/oder Trespen auftreten, sollte der Wirkstoff Propyzamid ein fester Bestandteil der Bekämpfungsstrategie sein. Dieser ist unter anderem in Kerb Flo/Groove, Setanta Flo und Milestone enthalten. Sofern die Mittel verfügbar sind, wirken sie in der Vegetationsruhe am effektivsten.

Vorbehandlung für Ackerfuchsschwanz

Damit der Ackerfuchsschwanz zu diesem Termin noch nicht zu groß ist, sollte eine Vorbehandlung erfolgen. Gegen Ackerfuchsschwanz mit FOP-Resistenz bleibt nur die Möglichkeit des Einsatzes von DIMs wie Select 240 EC/Vextadim 240 EC bzw. Focus Ultra + Dash.

Das Herbizid Focus Ultra kann man vom Herbst bis ins Frühjahr hinein spritzen – auch im Winter gemeinsam mit z. B. Kerb Flo. Behandlungen mit Select 240 EC/Vextadim 240 EC sollten dagegen bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. Setzen Sie diese beiden Präparate vorzugsweise zum 2- bis 3-Blattstadium der Gräser ein. Sollen die Mittel nicht zusammen mit Belkar + Synero ausgebracht werden, können Sie die Wirkung gegen Ausfallgetreide durch Zumischung von 0,3 l/ha Targa Super absichern.

Gegen sehr schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz (Problemstandorte) erreichen Sie am ehesten mit Produkten auf Basis von Clethodim, wie z. B. Select 240 EC + Radiamix, eine sichere Wirkung – das zeigen die vorliegenden Resistenzuntersuchungen.

Exkurs: Gleiche Wirkstoffmenge – unterschiedliche Wirkung: Dies zeigte sich in einem Versuch aus dem letzten Herbst. Auf drei Standorten wurden verschiedene Quizalofop-haltige Produkte gegen Ackerfuchsschwanz eingesetzt. Im Mittel der drei Standorte ließen sich mit 1,0 l/ha Targa Super/Gramfix 80 % vom Ackerfuchsschwanz beseitigen. Die Wirkungsgrade der sechs getesteten Alternativen lagen zwischen 53 und 74 %.

Informationen zu Mengen, Preise, Leistungen und Auflagen gängiger Graminizide entnehmen Sie der Übersicht:

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