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DBV-Vize Schwarz vor Bauerntag in Lübeck: „Die Landwirtschaft muss raus aus der Opferrolle“

Der DBV will mit seinen Mitgliedern am Bild des Zukunftsbauern arbeiten. Das müsse lösungsorientierter werden, um in den gesellschaftlichen Debatten durchzudringen, meint DBV-Vize Werner Schwarz.

Raus aus der Opferrolle – Das ist die Devise des scheidenden Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz. Im DBV hat er den Prozess „Zukunftsbauer“ angestoßen. Auf dem Deutschen Bauerntag in Lübeck möchte er die Ergebnisse einer überregionalen Arbeitsgruppe in die Kreis- und Ortsverbände tragen. Die Basis soll erarbeiten, was Zukunftsbauern und einen modernen Verband ausmacht.

Herr Schwarz, was ist eigentlich ein Zukunftsbauer?

Werner Schwarz: Ein Zukunftsbauer ist selbstkritisch, ein Zukunftsbauer achtet auf seine Umwelt, sein Umfeld und ein Zukunftsbauer spricht positiv über das, was er tut.

Das klingt nach der nächsten Imagekampagne für die Landwirtschaft.

Schwarz: Das ist es aber nicht, weil wir dieses Mal einen anderen Ansatz verfolgen: Im Prozess Zukunftsbauer wollen wir zunächst ein Selbstbild und ein neues Rollenverständnis innerhalb der Landwirtschaft erarbeiten. Erst dann kann die Kommunikation nach außen folgen. In der Vergangenheit haben wir es hin und wieder erlebt, dass wir Vorhaben und Aufgaben kommuniziert, dann aber nicht ausreichend mit Leben gefüllt haben. Das soll uns in dieser Form nicht wieder passieren.

Und wie soll das gehen?

Schwarz: Wir schauen erstmal nach innen auf uns als Landwirtinnen und Landwirte. Wir müssen die Diskussion, was Zukunftsbauern ausmachen, auf Orts-, Kreis- und Landesebene führen.

In der Vergangenheit habe ich immer wieder festgestellt, dass wir schnell in Opferrollen verfallen. Nach dem Motto: Bei Politik oder Preisen kann ich sowieso nichts machen. Der wichtigste Punkt ist, dass wir raus aus dieser Opferrolle kommen, um mit geradem Rücken Themen zu diskutieren, die sich für uns aus gesellschaftlichen Wünschen ergeben.

Was war der ausschlaggebende Punkt für den Prozess Zukunftsbauer?

Schwarz: Im Rahmen der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) und verschiedener Konsumentenstudien haben wir gelernt, dass wir uns noch mehr mit Anforderungen der Gesellschaft an uns Landwirtinnen und Landwirte beschäftigen müssen.

Ein Aha-Moment war für mich die Aussage in einer Konsumentenstudie, dass die Kassiererin bei Aldi für die Gesellschaft näher am Lebensmittel ist als wir Bauern. Die Gesellschaft hat sich schon so weit von uns entfernt, dass sie keine Verbindung mehr zwischen dem Weizenbrot und dem Anbau von Weizen zieht. Das war für mich wirklich der ausschlaggebende Moment, wo ich gesagt habe:...

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