Meinung

Gemeinsame Agrarpolitik: Weniger für gleiche Arbeit

So war das nicht gedacht: Landwirte, die Umweltschutzmaßnahmen einleiten, erhalten mit der Agrarreform für die gleiche Leistung weniger Geld. Ist das Absicht? Und: Lässt sich das noch ändern?

Ein Kommentar von Patrick Liste, Chefredakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben:

Nun ist klar: Wer jetzt Umwelt- sowie Klima­schutzmaßnahmen macht, bekommt mit der Agrarreform für die gleiche Leistung weniger Geld. Für mehr Umwelt- und Klimaschutz sind die Anreize aber oft nicht attraktiv genug. Der Verordnungsentwurf zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) enttäuscht Landwirte.

Die GAP 2023 soll einen Systemwechsel einläuten: Die pauschale Basisprämie aus der Ersten Säule sinkt, von 175 € plus 85 €/ha Greening auf gut 150 €/ha inklusive Greeningauflagen. Diesen Betrag können Landwirte aber mit Öko-Regelungen aus der Ersten Säule aufstocken. Das sind einjährige Maßnahmen für Klima- und Umweltschutz. Sie sollen über den Anforderungen der Basisprämie liegen und sich von Agrarumweltmaßnahmen der Zweiten Säule unterscheiden.

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