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topplus Regeln für den Abschuss

Wie weit geht die Umweltministerkonferenz beim Wolf?

Zum Start der Umweltministerkonferenz fordern Landwirte und Weidetierhalter Abschussquoten für Wölfe in Deutschland. Viele Bundesländer haben sich beim Wolf mittlerweile bewegt. Fragt sich, wie weit sie noch gehen.

Lesezeit: 4 Minuten

Zur Umweltministerkonferenz (UMK) in Münster, die noch diesen Donnerstag und Freitag stattfindet, drängt ein Bündnis von Landwirten, Weidetierhaltern und Jägern auf Abschussquoten für Wölfe auch in Deutschland.

„Wenn wir die Weidetierhaltung in Deutschland erhalten wollen, brauchen wir endlich ein aktives Bestandsmanagement bei den Wölfen. Die Zahl dieser Raubtiere nimmt kontinuierlich zu und ein guter Erhaltungszustand ist längst erreicht“, sagte der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt. Dafür müsse eine regional differenzierte Entnahmequote festgelegt werden.

Vorschläge von Lemke betreffen nur übergriffige Wölfe

Die Umweltminister von Bund und Ländern wollen neue Regeln für den Abschuss übergriffiger Wölfe auf den Weg bringen. Der Wolf ist eines der Schwerpunktthemen auf der Umweltministerkonferenz (UMK). Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hatte Mitte Oktober ihren Vorschlag für eine schnellere und unbürokratische Entnahme allerdings nur von übergriffigen Wölfen vorgestellt. Dieser ist Grundlage für die Beratungen auf der Umweltministerkonferenz.

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) begrüßte im Vorfeld die Vorschläge von Lemke. "Wir haben es mit einzelnen Tieren zu tun, die sehr geschickt Herdenschutzmaßnahmen überwinden. Dagegen müssen wir etwas tun, um die Akzeptanz für den Wolf insgesamt zu erhalten", sagte Krischer der dpa. Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hält die Vorschläge für zu vage, um vor Gericht standzuhalten.

Bayern fordert Herabsetzung des Schutzstatus

Bayern geht noch einen Schritt weiter. „Der Abschuss von Wölfen muss einfacher möglich sein“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) der dpa. Insbesondere erwarte Bayern, dass der Bund die FFH-Richtlinie vollständig umsetzt, um ein regional differenziertes Bestandsmanagement zu ermöglichen und sich bei der EU für eine Herabsenkung des Schutzstatus des Wolfs einsetzt, so Glauber weiter.

Meyer warnt vor Überbietungswettbewerb

Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne) strebt wie Lemke bundesweit einheitliche Regeln für die Tötung von verhaltensauffälligen Wölfen an. „Bei der Weidetierhaltung bekommen wir hoffentlich ein einfaches, unbürokratisches Vorgehen, um in bestimmten Regionen Problemwölfe schneller entnehmen zu können“, sagte Meyer der „Nordwest-Zeitung“. Meyer warnte dort aber vor einem Überbietungswettbewerb der Länder bei der Lockerung der Regeln zum Wolf.

Die Umweltverbände hingegen warnen die Umweltminister vor weitreichenden Abschussplänen für den Wolf. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen bundeseinheitlichen Herdenschutz. „Jagd ist keine Lösung. Da in den Bundesländern aber bis zu drei Viertel aller Nutztierrisse an ungeschützten Weidetieren erfolgen, muss es dringend Verbesserungen im Herdenschutz geben“, sagte Thomas Norgall, BUND-Wolf-Experte. Auch der Naturschutzbund (Nabu) rief dazu auf, den Herdenschutz bei der Diskussion um den Wolf in den Vordergrund zu stellen.

Verbände kündigen Mitarbeit im Zentrum für Weidetiere und Wolf

Derweil ist die Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern und Bundesregierung beim Wolf mittlerweile auf einem Tiefpunkt angelangt. Acht Verbände werden künftig nicht mehr mit dem Bundeszentrum für Weidetiere und Wolf (BZWW) zusammenarbeiten. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte, wird das Bündnis aus Landwirtschafts-, Jagd- und Weidetierhalterverbänden die Mitarbeit im Gremium einstellen. Die Verbände werfen der Bundesregierung vor, sie habe nicht auf ihre Kritik an der Arbeit des Bundeszentrums reagiert. Das BZWW war im Frühjahr 2021 durch das Bundeslandwirtschafts- und das Bundesumweltministerium gegründet worden, um den Konflikt zwischen Weidetierhaltung und Wolf zu entschärfen.

Schweiz geht anderen Weg

Die Schweiz hat diese Woche hingegen präventive Abschussquoten für Wölfe genehmigt. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat der Entnahme von 12 Wolfsrudeln zugestimmt. Beantragt hatten dies die Kantone Graubünden, Wallis, Waadt, St. Gallen und Tessin. Gemäß der geänderten Jagdverordnung dürfen die Wölfe dort vom 1. Dezember bis zum 31. Januar präventiv geschossen werden, also bevor sie Schaden anrichten.

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