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Getreideabkommen

Rumänien wegen Getreidetransport über Land und Donau an Belastungsgrenze

Stau auf der Donau, tagelanges Warten an der Grenze, miese Straßen, Güterzüge mit 19 km/h: Rumänien ist das zentrale Land, über das der ganze Handel mit der Ukraine laufen muss.

Lesezeit: 4 Minuten

Nachdem Russland auf dem Schwarzen Meer mit dem Beschuss ziviler Getreidefrachter aus ukrainischen Häfen droht, muss der Export über Land laufen. Aktuell führt die Ukraine daher ihr Wintergetreide in großen Mengen über die Nachbarländer aus.

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Der kürzeste Transportweg verläuft über Rumänien, und da gebe es auf beiden Seiten der Grenze Megastaus, berichtete der MDR schon im Sommer 2022. Und das Verkehrsaufkommen dürfte noch weiter wachsen, zumal Rumänien seine eigene Ernte auch noch exportieren will.

Und es geht nicht nur um den Getreidehandel. Viele weitere Lebensmittel und Güter wie Kraftstoff für die ukrainische Bevölkerung, die bislang auf dem Seeweg kamen, müssen per LKW oder Bahn in die Ukraine transportiert werden, berichtet ein Fahrer.

Alles käm inzwischen über die EU, was riesige Umwege und ausdauerndes Warten bedeutet. Der Fahrer berichtet von Wartezeiten am Grenzübergang zwischen 15 Stunden und mehreren Tagen. Die Kollegen schimpfen auf die Zollbehörden, "die die Transporte einfach durchwinken sollten, statt alles wie in Friedenszeiten streng zu prüfen".

Hunderte Lkw werden beispielsweise in Siret täglich vom Zoll abgefertigt. Mehr sei einfach nicht zu schaffen, sagte ein Zollbeamte dem MDR.

Million Lkw-Ladungen – Das ist nicht zu schaffen

Von einer "riesigen Herausforderung" für die europäischen Logistikketten weiß man auch in Brüssel. Wir erinnern uns: Bei der Ernte 2022 sollten allein im Juli bis zu 25 Mio. t Agrarprodukte aus der Ukraine exportiert werden. Das sind rund eine Million Lkw-Ladungen oder bis zu 400.000 Güterwaggons bei der Bahn. Nach dem Ende des Getreideabkommens dürfte es nun wieder so laufen.

Experten sind sich einig, dass das notwendige Gütervolumen sämtliche Kapazitäten – auch aus den Nachbarländern – übersteigt. Die Ukrainer hingegen hätten keine Wahl, sie müssten ihr Getreide verkaufen und die Silos für die nächste Ernte räumen. Notgedrungen hätten viele Bauern zu schlechten Preisen verkauft, nach dem Motto, „entweder Du gibst mir die Ware zu dem Preis oder ich kaufe sie nicht", berichtete ein Insider damals.

Von zentraler Bedeutung: Der Hafen Constanta

Rumänien steht im Mittelpunkt des Handels, da es den Schwarzmeer-Hafen in Constanta besitzt. Der Weg dorthin ist der kürzeste und der kostengünstigste für den Güterverkehr aus der Ukraine, ganz gleich ob Getreide, Eisenerz oder Rohre befördert werden sollen. Auch die Binnenstaaten Serbien und Ungarn lassen von dort ihr Getreide in die weite Welt bringen. Das Land investiert nun 77 Mio. €, um die Zufahrten für Lkw und Güterwaggons in den Hafen auszubauen.

Fachleute gehen sogar noch weiter und fordern den Ausbau zu einem strategischen Knotenpunkt. Der Hafen in Constanta sei essentiell für die EU-Politik, sagt ein Kenner von der Copenhagen Business School.

Seit Jahren bescheinigen Unternehmensstudien dem rumänischen Hafen, dass er sein Umschlagvolumen verdoppeln oder verdreifachen könnte. Das Problem ist jedoch auch das Hinterland, das mit diesem Güteransturm völlig überfordert ist. Rumänien hat vergleichsweise wenige Autobahnen, das Schienennetz ist marode: Güterzüge kommen auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 19 km/h! Ein Güterzug von der rumänisch-ukrainischen Grenze bis zum Schwarzmeer-Hafen Constanta dauert mindestens eine Woche.

Schiffstau im Donaudelta

Ein weiteres Problem ist der Schiffstau im Donaudelta. Schiffe können laut MDR hier immerhin bis zu 3.000 t Fracht transportieren, doch muss jedes von ihnen von einem zugelassenen Lotsen begleitet werden, um Zusammenstöße zu verhindern. Auf dem Wasser herrscht genauso Stau wie auf den Straßen und in den Güterbahnhöfen Rumäniens.

Da zeigt sich altuell eine Parallele zu 2022. Im vergangenen Juli warteten auch 70 bis 80 Schiffe auf dem Schwarzen Meer, nur ein Bruchteil darf täglich ins Delta einfahren, weil es an Lotsen mangelt. Von der zuständigen rumänischen Behörde heißt es, man werde weitere ausbilden. Ein gutes Jahr dauere es, bis man sie einsetzen könne.

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