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Weideprämie für Milchkühe

BUND: Kühe sind keine Klimakiller – bei extensiver Weide

Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert eine Weideprämie für Milchkühe, um Arten- und Klimaschutz zu fördern. Die Prämie soll aber an einen Abbau der Tierzahlen gekoppelt sein.

Lesezeit: 3 Minuten

Für eine deutschlandweite Förderung der Weidehaltung von Milchkühen spricht sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aus. In einem Positionspapier bezeichnet die Umweltorganisation die extensive Weidehaltung als „Schlüsselfaktor für die Artenvielfalt“ und hebt ihre klimaschonende Wirkung hervor.

„Weidehaltung ist besonders gute Tierhaltung. Gut für die Biodiversität, gut für das Tier und gut für das Klima“, erklärte die stellvertretende Bundesvorsitzende des BUND, Myriam Rapior gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe. „Ein gesellschaftlich gewünschtes und ökologisch besonders hochwertiges System wie die Weidehaltung braucht politische Unterstützung.“ Dieses müsse sich auch für die Betriebe lohnen. Es brauche daher bessere rechtliche Rahmenbedingungen sowie finanzielle Anreize für die ganzjährige oder zumindest überwiegende Weidehaltung.

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Bei den Verhandlungen von Bund und Ländern über die Öko-Regelungen 2024 hatte sich eine zusätzliche Förderung für Grünland nicht durchgesetzt.

Förderung nach Besatzdichte staffeln

Der landwirtschaftliche Strukturwandel habe zu einem Rückgang der Weidehaltung geführt. Nur 30 % der Milchkühe hätten heute Zugang zu einer Weide. Der BUND fordert daher eine Sommerweideprämie für Milchkühe bei den Öko-Regelungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie eine Grünlandprämie für eine späte Mahd ab dem 1. bzw. dem 15. Juli. Die Förderung der nachhaltigen Weidewirtschaft und der Futtermittelproduktion auf Grünland sollte dabei dem BUND zufolge gestaffelt werden.

Prämie nach Extensivierung staffeln

Je extensiver die Beweidung und je später die Grünlandmahd, desto höher die Prämie, lautet der Vorschlag des Verbandes. Zudem sollten heimische Eiweißpflanzen, die Nährstoffeffizienz im Grünland und eine Erhöhung des Grundfutteranteils finanziell unterstützt werden. Teilflächen sollen unbürokratischer gefördert und Beratungsangebote auf Länderebene ausgebaut werden.

Kuhfladen als Lebensgrundlage für Insekten

Grünland habe ein enormes Potenzial als Kohlenstoffsenke, heißt es in dem BUND-Papier. Rinder seien in der extensiven Weidehaltung daher keine „Klimakiller“. Auch sei die Biodiversitätswirkung der Rinderbeweidung signifikant. Kuhfladen von Rindern ohne prophylaktische Entwurmung seien pro Jahr und Tier Lebensgrundlage für 100 kg Insekten. Hätte die Hälfte der in Deutschland gehaltenen Rinder Weidezugang, würde dies 550.000 t Insektenbiomasse entsprechen, rechnet der BUND vor.

BUND will Tierzahlen senken

Gleichzeitig plädiert die Umweltorganisation für eine Reduzierung der Tierzahlen insgesamt. „Wenn die Weidehaltung unterstützt werden soll, muss in Deutschland auch die Anzahl der gehaltenen Tiere sinken“, sagte Rapior dazu. Dies sei die Voraussetzung, dass zum einen allen Tieren ein Weidezugang ermöglicht werden könne und zum anderen das Grünland nicht übernutzt werde.

Kritisch sieht der BUND in diesem Zusammenhang Großbetriebe. Es sei technisch herausfordernd, einen Weidezugang in Betrieben mit mehr als 100 Kühen zu gewährleisten. Umbaumaßnahmen, die eine Weidehaltung ermöglichen, sollten laut BUND daher gefördert werden.

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