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topplus Klimawandel und Tierernährung

„Klimaschutz geht nur mit Nutztieren“

Tierhaltung und Futterwirtschaft sind Förderer aber auch Betroffene vom Klimawandel. Über die Herausforderungen und Lösungsansätze sprachen Wissenschaftler in Bonn.

Lesezeit: 3 Minuten

„Klimaneutralität geht nicht ohne Tiere bzw. Wirtschaftsdünger“, das erklärte Dr. Annette Freibauer, von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Gleichzeitig werde sich die aktuelle Nutztierhaltung und die Fütterung deutlich ändern müssen. Das erklärte die Vizepräsidentin Wissen der LfL beim Symposium „Futter und Fütterung im Klimawandel“ zu dem der Bonner Förderkreis Tierernährung (BFT) nach Bonn eingeladen hatte.

Acker nur noch für Lebensmittel

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Aktuell sind laut Annette Freibauer 70 % der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland Acker. Davon werde jeweils ein Drittel für Lebensmittel, Futtermittel und Bioökonomie genutzt. „Für ein klimaneutrales Deutschland dürfen Acker nur noch der Lebensmittelproduktion dienen. Futterressourcen sollten aus nicht essbarer Biomasse bestehen und sich auf das Grünland verlagern.“

Die Wissenschaftlerin betonte auch: „Wir brauchen die richtigen Tiere. Also z.B. robuste, gesunde Zweinutzungsrinder.“ Auch die Haltungs- bzw. Fütterungssysteme müssten sich ändern: Weidesysteme sollten im Fokus stehen und bei der Grünlandnutzung sei die Ertragssicherheit wichtiger als maximale Energie- und Proteingehalte.

Klimabilanzen genau analysieren

Dr. Monika Zehetmeier von der LfL zeigte, wie sich Klimawirkung von landwirtschaftlichen Betrieben beurteilen lassen. Eingangs machte sie deutlich: „Bei jeder Klimabilanz ist es wichtig genau hinzuschauen, was genau und wie berechnet wurde.“ Ein kostenloses Tool zur Berechnung der betriebsindividuellen Emissionen bietet die LfL online an: Klima-Check Landwirtschaft

Eine häufige Annahme ist, dass die THG-Emissionen je Liter Milch sinken, je höher die Milchleistung ist. Dies ist laut Dr. Monika Zehetmeier so pauschal jedoch nicht korrekt: Wenn beispielsweise auch der Fußabdruck der Bullenkälber, die den Milchviehbetrieb in die Mast verlassen, einberechnet wird, ist der Skaleneffekt hoher Milchleistungen nur noch gering.

Klimaschutz: Futterbau und Fütterung wichtige Stellschrauben

Die Klimabilanzen von zahlreichen Betrieben zeigten: Bei gleicher Milchleistung sind sehr unterschiedlich hohe Treibhausgas (THG)-Emissionen möglich. Wesentlicher Gründe dafür seien Futterbau und Fütterung. Daher seien dies wichtige Stellschrauben, um die THG-Emissionen der Tierhaltung zu reduzieren. Unter anderem über die Düngung, Ernteverluste oder der Bilanz zugekaufter Futtermittel.

Die Wissenschaftlerin erklärte auch, dass eine CO2-Bilanz nur eine Information für den Klimaschutz ist. Wichtig sei beispielsweise auch die Art der Flächennutzung und ob in Kreisläufen gewirtschaftet wird.

Taube: Milchproduktion nachhaltiger gestalten

Dies betonte auch Prof. Dr. Friedhelm Taube von der Uni Kiel in seinem Vortrag. Für den ökologischen Fußabdruck relevant seien Emissionen, aber auch Gewässerschutz, Biodiversität und Tierwohl.

Prof. Friedhelm Taube betonte: „Wenn man das Klimaschutzgesetz ernst nimmt, sind deutliche Veränderungen nötig – allerdings nicht mit der Brechstange.“ Der Wissenschaftler von der Uni Kiel plädiert für kombinierte Systeme aus Milchkuhhaltung und Ackerbau, um die Fruchtfolge vielfältiger zu gestalten.

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