Kommentar

Pflanzendrinks statt Kuhmilch: Chance oder Konkurrenz?

Soja, Hafer oder Reis gibt es längst auch zu trinken: Milchersatzprodukte erobern gerade die Supermärkte. Wie "ökologisch" sind sie wirklich? Und steckt im Trend auch eine Chance für Landwirte?

Ein Kommentar von Esther von Beschwitz, Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

Sie sind nicht zu übersehen: Mit bunten Verpackungen, schrillen Aufschriften und provokanten Werbeslogans machen Milchimitate im Lebensmitteleinzelhandel auf sich aufmerksam. Mittlerweile gibt es kaum mehr ­einen Supermarkt, der die Drinks nicht anbietet.

Ganze Regale werden ihnen gewidmet. Selbst dort, wo gekühlte Milch und Milchprodukte stehen, nehmen sie zunehmend Raum ein – obwohl sie gar nicht kühl stehen müssen. Die Platzierung ist allerdings wohl überlegt: Denn greift der Verbraucher zum peppigen Pflanzendrink statt zur tristen Trinkmilch, lässt er mehr Geld da.

Milchalternativen gibt es zwar schon seit Jahrzehnten. Jetzt sind die Drinks aus Soja, Hafer, Reis oder Hanf aber im Massenmarkt angekommen. Das Geschäft im veganen Segment boomt. Und das weltweit....


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