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Körnerhirse: So läuft der Anbau der Mais-Alternative

Auf deutschen Feldern spielt Körnerhirse bisher eine untergeordnete Rolle. Im Anbau ähnelt die Kultur Mais, ist aber wesentlich trockentoleranter. Das ist beim Anbau zu beachten.

Lesezeit: 3 Minuten

Körnerhirse (Sorghum bicolor) stammt ­ursprünglich aus Afrika. Als C4-Pflanze kommt die Kultur besonders gut mit heißen Tempe­raturen ­zurecht und kann sich mit ihrem tief reichenden Wurzelsystem Wasser und Nährstoffe gut aus tieferen Bodenschichten erschließen.

Mit der Rispenhirse, die bis ins 20. Jahrhundert z. B. in Brandenburg angebaut wurde, ist Körnerhirse trotz des ­ähnlichen Namens botanisch nur entfernt ­verwandt. Kreuzungen von Körnerhirse mit dem schilfähnlichen Sudangras stehen häufiger als Biogassubstrat im Anbau.

Sortenwahl

Während Biomassetypen bis zu 4 m hoch wachsen können, werden Sorten zur Körnernutzung bis zu 1,5 m groß und gelten als standfester. In Deutschland sind nur wenige Sorten zugelassen. Für den Anbau hierzulande eignen sich vor allem frühreife ­Sorten.

Darüber hinaus gibt es rotkörnige und weißkörnige Typen. Letztere ­sollen ­weniger von Vogelfraß betroffen sein.

Standort und Fruchtfolge

Tiefgründige und lehmige Böden sind optimal für Körnerhirse. Kalte und nasse Standorte ­verträgt die Kultur nicht. In der Fruchtfolge ist sie selbstverträglich und unkompliziert, vor ­allem weil sie keine Wirtspflanze für den ­Maiswurzelbohrer ist, und auch Maiszünsler richten keine Schäden an.

Daher eignet sie sich zum ­Auflockern enger Maisfruchtfolgen. ­Allerdings sollte Körnerhirse nicht in enger Fruchtfolge mit Zuckerrüben angebaut werden, um ­Rhizoctoniabefall nicht zu befördern.

Aussaat

Die Aussaat empfiehlt sich ab Mai, da Sorghum mindestens 12 °C Bodentemperatur zum Keimen benötigt und zudem frostempfindlich ist. Die Aussaat kann in Reihensaat oder Einzelkornsaat erfolgen, mit Reihenweiten zwischen 15 und 75 cm.

Das Saatbett sollte sehr feinkrümelig und gut ­rückverfestigt sein. Die empfohlene ­Ablagetiefe liegt bei 2 bis 5 cm.

Pflanzenschutz

Bekämpfungswürdige Krankheiten oder ­Schädlinge gibt es in Deutschland zurzeit noch nicht. Bei feuchter Witterung kann Rhizoctonia zu ­Lager führen. Auch Vögel und Drahtwürmer können Schäden bei den Keimlingen anrichten.

­Sorghum entwickelt sich in der Jugend langsam, daher ist es wichtig, die Fläche frei von konkurrierenden Unkräutern zu halten. Ab dem 3-Blattstadium kann man zuge­lassene ­Herbizide wie Stomp Aqua oder Gardo Gold ­einsetzen. Die ­Bekämpfung von Unkrauthirse kann sich teils schwierig gestalten. Sorghum lässt sich gut in der Reihe hacken.

Düngung

Sorghum benötigt pro Hektar etwa 240 kg Stickstoff, 100 kg Phosphat, 250 kg Kalium und 80 kg Magnesium. Körnerhirse gilt als ­guter Verwerter von Wirtschaftsdüngern.

Ernte

Die Pflanze lässt sich mit üblicher Technik häckseln oder dreschen, je nach ­Nutzung. Die Körnerernte fällt in die letzten Septemberwochen bzw. in den Oktober, wenn sich die oberen ­Rispen öffnen. Sie erfolgt mit einem hoch eingestellten Getreideschneidwerk, der nur die Rispen erfasst.

Die Kornerträge erreichten bei Anbauversuchen in Rheinland-Pfalz rund 60 bis 80 dt/ha (bei 75 % TS im Korn). In trockenen Regionen sollen die Erträge grundsätzlich stabiler sein als die von Körnermais.

Nutzung und ­Vermarktung

Einen richtigen Markt für Körnerhirse gibt es in Deutschland aktuell noch nicht. Der Futterwert lässt sich mit dem von Körnermais vergleichen. Der Rohprotein­gehalt der Körner ist etwas höher, die ­Verdaulichkeit dafür etwas geringer.

In den Versuchen des Projekts Lupi-Hirse-Huhn zeigte sich, dass Sorghum den Mais in Geflügelrationen vollständig ­ersetzen kann. Zudem eignet sich ­Sorghum als glutenfreie, ­nährstoffreiche ­Getreide-Alternative in der menschlichen Ernährung.

Hinweis: Bei Stress reichern die ­Pflanzen ihre Blätter mit ­Blausäure an. Soll z. B. Sorghum-­Silage mehr als 10 % einer Futter­ration ausmachen, ­empfiehlt es sich, die ­Blausäuregehalte zu ­analysieren.

Quelle: LfL, DMK, EIP Lupi-Hirse-Huhn

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