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Zahlen und Fakten zur CO2-Einsparung von wiedervernässten Mooren

Wieviel Moorfläche gibt es in Deutschland? Welcher Teil davon wird bewirtschaftet? Welchen Beitrag zum Klimaschutz könnte eine Wiedervernässung leisten? Eine Faktensammlung.

Lesezeit: 4 Minuten
  • Im intakten Zustand speichern Moore mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt. Werden sie entwässert, kommt der über Jahrtausende im Torf gebundene Kohlenstoff mit Sauerstoff in Berührung und oxidiert. Dadurch gelangen große Mengen der Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) in die Atmosphäre.
  • Es gibt in Deutschland rund 1,8 Millionen Hektar Moorböden, ein Großteil davon im Norddeutschen Tiefland und im Alpenvorland. Laut Moorschutzstrategie des Bundes macht das zwar nur rund 5 % der gesamten Landesfläche Deutschlands aus, doch ist in diesen Moorböden genauso viel Kohlenstoff gespeichert wie in den deutschen Wäldern.
  • 92 % der Moore in Deutschland sind heute entwässert. Der Großteil davon wird landwirtschaftlich bewirtschaftet.
  • Zuletzt stammten etwa 53 Mio. t CO2-Emissionen aus entwässerten Moorböden, das entspricht6,7 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.
  • Moorböden machen in Deutschland etwa 8 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus.
  • Die Bundesländer und die Bundesregierung haben sich 2021 in der Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz das Ziel gesetzt, die jährlichen Emissionen aus entwässerten Moorböden um 5 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente bis 2030 zu reduzieren.
  • Um die globalen Klimaziele zu erreichen, müssten in Deutschland jährlich mindestens 50.000 Hektar Moorböden wiedervernässt werden.
  • Zurzeit werden pro Jahr 2.000 Hektar Moorfläche wiedervernässt.
  • Der Bauernverband hält die Moorschutzstrategie für überflüssig. Wenn, dann müsste der Moorschutz im Einklang mit den Bewirtschaftern erfolgen, die über Jahrhunderte mühsam Kulturlandschaft in Moorgebieten geschaffen haben.
  • Moortypische Pflanzen, die in nassen Mooren wachsen können, taugen nicht mehr als Futter für Milchkühe oder als Nahrungsmittel - wohl aber als Rohstoff für verschiedene Produkte oder als Energieträger. Diese gezielte Nutzung von Moorbiomasse bei gleichzeitigem Torferhalt nennt man Paludikultur (lat. palūs: Sumpf, Moor). Derzeit bestehen noch keine funktionieren Wertschöpfungsketten für sogenannte Paludiprodukte wie Dämm- und Bau- sowie Verpackungsstoffe in Deutschland.

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Wie funktioniert CO2-Speicherung im Moor?

In einem intakten Moor haben sich große Schichten Torf angehäuft. Torf entsteht dadurch, dass sich abgestorbene Pflanzenreste unter Sauerstoffmangel durch die Aktivität von anaeroben Mikroorganismen nur langsam zersetzen. Ein Hauptbestandteil von Torf ist Kohlenstoff. Den Kohlenstoff, den die Moore speichern, haben die Pflanzen zuvor bei der Photosynthese als Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO₂) der Atmosphäre entzogen. Im Torf wird dieser Kohlenstoff dauerhaft gebunden, solange das Moor intakt bleibt.

Methanausstoß im Moor

Wiedervernässung von entwässerten Mooren reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) sehr effektiv, führt aber zugleich zu Methan-(CH4)-Emissionen. Begründet liegen diese in den sauerstofflosen Bedingungen im Moor. Obwohl Methan eine deutlich stärkere Klimawirkung hat als CO2, wird der Methanausstoß in den Wiedervernässungsdebatten als weniger problematisch angesehen. Die Begründung: Methan verbleibe mit durchschnittlich 11,8 Jahren nur relativ kurz in der Atmosphäre, bevor es zu CO2 umgewandelt wird. Bei einem steten Ausstoß von Methan stelle sich daher nach einigen Jahren ein Gleichgewicht ein. Es verschwindet genauso viel Methan aus der Atmosphäre wie hinzukommt. Die Methan-Konzentration in der Atmosphäre sowie die Klimabelastung nehmen nicht weiter zu.

Direkt nach Wiedervernässung kann es zu höheren CH4-Emissionen kommen. Laut Greifswald Moor Centrum (GMC) sinken diese in den Folgejahren jedoch rasch auf ein für nasse Standorte übliches Niveau. Sobald sich nach fünf bis zehn Jahren eine geschlossene, moortypische Vegetationsdecke gebildet hat, gleich die Emissionen von wiedervernässten Mooren denen natürlicher Moore. Durch die Methan-Emissionen bleibt die Klimawirkung eines wiedervernässten Moores oft leicht klimaerwärmend, ist aber insgesamt viel geringer als im vorherigen, entwässerten Zustand.

Quellen:

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