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Keine Kuhmilch auf der Berlinale 2023

Das internationale Filmfestival war schon länger fleischfrei. Nun will man aus Gründen der Nachhaltigkeit auch auf Kuhmilch verzichten und Haferdrinks auftischen. DBV und BDM sind nicht amüsiert.

Lesezeit: 3 Minuten

Seit gestern laufen in der Bundeshauptstadt die 73. Internationalen Filmfestspiele Berlin - zum ersten Mal seit 1951 ganz ohne Kuhmilch und klassische Milchprodukte.

Einer der offiziellen Partner des international renommierten Festivals, kurz Berlinale, ist das schwedische Haferdrinkunternehmen Oatly, das seit Jahren durch teils kontroverse Werbekampagnen auf sich aufmerksam macht, in denen Kuhmilch selten gut wegkommt.

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Oatly bietet noch bis zum 26. Februar auf dem Filmfest Kaffeespezialitäten mit Haferdrink sowie auf der offiziellen Berlinale-Party Eis auf Haferbasis an. Dies sei ein „Beitrag zum Klimaschutz“, heißt es auf der Berlinale-Webseite.

Berlinale will „ein Zeichen setzen“

„Nachhaltigkeit ist für die Berlinale ein zentrales Thema“, betonte Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek. Gemeinsam mit dem neuen Partner wolle die Berlinale hier ein Zeichen setzen und Bewusstsein für die Auswirkungen des Ernährungsverhaltens auf das Klima schaffen, so die Veranstalter. Durch die Milchalternative aus Hafer könnten laut Angaben von Oatly „erhebliche“ Mengen CO2 eingespart werden.

Krüsken: Moralinsaures Nahrungsangebot auf dem Filmfest

Für diese Tugendhaftigkeit hat der Deutsche Bauernverband (DBV) jedoch wenig Verständnis. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken sagte gegenüber top agrar: „Wir können nur hoffen, dass die Filme nicht ebenso freudlos und moralinsauer werden wie das Nahrungsangebot auf der Berlinale.“ Sein besonderes Mitgefühl gilt nun den Baristi, „die den Cappuccino mit Haferschleim zubereiten müssen“.

Foldenauer: Warum schweigen die Molkereien?

Auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat eine klare Meinung zu den Berlinale-Veranstaltern: „Wenn Oatley offizieller Partner der Berlinale ist, darf uns diese Aussage nicht überraschen. Ihr stärkstes Verkaufsargument sind nicht der Geschmack oder die wertvollen Inhaltsstoffe, sondern ihre relative Klimafreundlichkeit“, meint Verbandssprecher Hans Foldenauer. Das lasse sich natürlich vor allem in der Abgrenzung zu einer vermeintlich klimaschädlichen Kuhmilch verkaufen.

Dass man dafür die Kuhmilch ganz bewusst völlig „unterkomplex“ und teilweise auch mit nicht ganz richtigen Zahlen bewertet, liegt für Foldenauer auf der Hand. Er kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Wortlosigkeit der Molkereiwirtschaft bei derartigen Anwürfen. Das hat nach seiner Auffassung damit zu tun, dass viele Molkereien schon in vegane Alternativen investiert haben und damit kein wirkliches Interesse daran haben, diese für sie lukrative Schiene mit entsprechenden Gegenargumenten zu stören.

Positiven Beitrag der Milch herausstellen

Der BDM-Sprecher fragt sich auch, wo denn nun die Branchenkommunikation Milch bleibt, die das Image der Milch verbessern soll. „Wir erwarten, dass eine Branchenkommunikation Milch, die von den Geldern der Milcherzeuger und Molkereien finanziert wird, endlich sachgerecht und vor allem wahrnehmbar die positiven Beiträge der Milchviehhaltung zu Biodiversität und Klima, und vor allem gesunder Ernährung kommuniziert“, betonte Foldenauer.

Das Unternehmen Oatly ist nicht als Freund tierischer Produkte bekannt, allen voran die Kuhmilch. Im Jahr 2019 hatte die Firma im Heimatland Schweden mit dem Slogan „Spola Mjölken“ - übersetzt so viel wie „Kipp´ die Milch weg“ – die Wut von Landwirten auf sich gezogen. Im gleichen Jahr hatte Oatly den deutschen Bundestag aufgefordert, eine verpflichtende Kennzeichnung der Treibhausgasemissionen auf allen Lebensmitteln einzuführen. Das Vorhaben scheiterte. Im vorigen Jahr kam das Unternehmen erneut negativ in die Schlagzeilen: Die britische Werbeaufsichtsbehörde (ASA) hatte die Werbung des Haferdrinkunternehmens in verschiedenen Sozialen Medien als irreführend eingestuft und untersagt.

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